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Für optimale interkulturelle Begegnungen in Chemnitz

TU-Absolventin Elisabeth Schwerdtfeger analysierte in ihrer Bachelorarbeit interkulturelle Begegnungsstätten an deutschen Hochschulen und Universitäten

  • Elisabeth Schwerdtfeger hat in ihrer Abschlussarbeit den "Club der Kulturen" analysiert, unter dessen Dach sich verschiedene Unterclubs vereinen. Foto: Anett Michael

Bereits seit Beginn ihres Studiums im Jahr 2006 ist Elisabeth Schwerdtfeger ein begeistertes und engagiertes Mitglied im "Club der Kulturen" (CdK) auf dem Campus der TU Chemnitz. "Ich hatte einfach Lust, etwas zu bewegen, für andere, mit anderen. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen oder Sprachabende zu ermöglichen, die den Horizont erweitern", erklärt die Europastudien-Absolventin. "Ich finde andere Kulturkreise, Länder und Sprachen unheimlich spannend. Da ich nicht immer herumreisen kann, muss man eben auch mal vor Ort Kontakt zu internationalen Gästen herstellen. Der Leitspruch des CdK sagt ja auch: die ganze Welt in einem Club."

Der "Club der Kulturen" besteht seit 2002 und umfasst derzeit 35 Mitglieder, die das Veranstaltungsspektrum mit fast täglichem Programm auf Basis von rein ehrenamtlichem Engagement selbst planen und durchführen. Eine organisatorische Leistung, die nicht immer einfach zu bewältigen ist und nach Meinung von Elisabeth Schwerdtfeger zu wenig Anerkennung erfährt. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit suchte die Studentin daher nach Möglichkeiten, die Arbeit im "Club der Kulturen" zu optimieren und sein dauerhaftes Bestehen als interkulturelle Bereicherung der TU Chemnitz zu gewährleisten.

"Interkulturelle Begegnungsstätten an Hochschulen und Universitäten in Deutschland. Eine empirische Untersuchung hochschulinterner Non-Profit-Organisationen in Bezug auf den Studentenclub `Club der Kulturen´ der TU Chemnitz" lautet der umfassende Titel der Abschlussarbeit. Als Grundlage diente neben Literatur zu Freiwilligenarbeit und Nonprofit-Organisationen auch eine umfangreiche Studie, in der Elisabeth Schwerdtfeger mit dem Chemnitzer CdK vergleichbare Einrichtungen anderer Standorte untersuchte. Anhand einer kombinierten Telefon- und Internet-Recherche sowie ausgesendeten Fragebögen erfasste sie, wie interkulturelle Begegnungsstätten an anderen deutschen Universitäten und Hochschulen organisiert sind, welche Organisationsformen sich bewährt haben und welche Konsequenzen sich daraus für den "Club der Kulturen" in Chemnitz ergeben.

Als ein zentrales Problem im Zusammenhang mit der Arbeit im CdK sieht Elisabeth Schwerdtfeger die Besetzung der Schlüsselstellen, wie die der Club-Leitung oder des Finanzers. Diese leitenden Positionen beanspruchen besonders viel Zeit und sind mit großer Verantwortung verbunden, sodass es schwerfällt, Freiwillige für diese Aufgabenbereiche zu finden. "Um die volle Wirkungsbreite des CdK in Chemnitz zu erhalten und zu entfalten, bedarf es einer professionellen Leitung. Durch die Bündelung der Organisation in einem bezahlten Amt könnte das Ehrenamt der Studenten auf inhaltliche Schwerpunkte konzentriert und das Programmangebot wieder intensiviert werden", formulierte die gebürtige Leipzigerin als These in ihrer Arbeit. Der Vergleich mit 15 Begegnungsstätten anderer Bildungseinrichtungen bestätigte sie in ihrer Annahme, denn an allen analysierten Organisationen gibt es ein oder zwei bezahlte professionelle oder studentische Koordinatoren. So kann sich Elisabeth Schwerdtfeger auch für den Chemnitzer CdK gut vorstellen, dass der Einsatz einer studentischen Hilfskraft oder einer professionellen Leiterstelle das Erfüllen bestimmter Aufgaben erleichtern würde. Als weitere Anreize, um Freiwillige zur Mitarbeit im "Club der Kulturen" zu motivieren, schlägt sie unter anderem das Anbieten von Trainings und Workshops, das Ausstellen von Urkunden, eine Anrechnung als Praktikum oder Studienprojekt sowie das Gewähren von verschiedenen Vergünstigungen für Clubmitglieder vor.

Zudem sollte nach Meinung der Bachelorabsolventin vor allem die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Universitätszentrum (IUZ) der TU Chemnitz ausgebaut werden: "Dass ein Austausch zwischen den einzelnen Stellen besteht, die sich mit Internationalem beschäftigen, halte ich für sehr wichtig." Personelle, aber gern auch institutionelle Unterstützung seitens des IUZ sei bei den Clubmitgliedern sehr willkommen. Auch im bundesweiten Vergleich hat sich gezeigt, dass die internationalen Aktivitäten der Hochschulen vielerorts unter einem Dach untergebracht sind.

Für ihre Abschlussarbeit erhielt Elisabeth Schwerdtfeger die Note 1,3. "Die Arbeit von Frau Schwerdtfeger ist eine überdurchschnittlich gute Bachelorarbeit, und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen handelt es sich um ein sehr praktisches Organisationsproblem, dessen Lösung sicher einen deutlichen Beitrag zur Stabilisierung der Internationalität an unserer Universität leisten kann. Zum anderen hat Frau Schwerdtfeger dieses Problem auf einer soliden theoretischen Grundlage und durch eine breite Erhebung der Praxis an anderen Universitäten in Deutschland analysiert, was zu gut begründeten und begründbaren Entscheidungsvorschlägen für Aufgaben, Einordung, Struktur und Ausgestaltung von internationalen Begegnungstätten an Universitäten führt", erklärt Erstkorrektor Prof. Dr. Rainhart Lang, Inhaber der Professur für Organisation und Arbeitswissenschaften, und fügt hinzu: "Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse durch die verantwortlichen Stellen an der Universität wie Internationales Universitätszentrum, das entsprechende Prorektorat sowie die Beiräte aufgenommen und diskutiert werden."

Auch Elisabeth Schwerdtfeger hofft, dass ihre Arbeit Beachtung findet und nicht in einer Schublade verschwindet. Für sie selbst bedeutet das Ende ihres Bachelorstudiums gleichzeitig auch ein Abschied vom "Club der Kulturen". Dennoch - oder gerade weil sie den Club verlässt - liegt es ihr am Herzen, dass dieser bestmöglich weitergeführt wird: "Auch für das nächste Semester werden wieder Leute gesucht, die Spaß daran haben, den Club tatkräftig mitzugestalten. Leute, die Verantwortung übernehmen wollen und können, sind existentiell für uns!" Ihre Zeit im "Club der Kulturen" hat Elisabeth Schwerdtfeger auch bei der Wahl ihres Aufbaustudiums beeinflusst. Ab dem kommenden Wintersemester studiert sie Management in Nonprofit-Organisationen an der Hochschule Osnabrück.

Der "Club der Kulturen" im Internet: http://www.tu-chemnitz.de/stud/club/kulturen/

(Autorin: Anett Michael)

Katharina Thehos
21.09.2010

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