Navigation

Inhalt Hotkeys
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
„Uni aktuell“-Meldungen
Uni aktuell Menschen

Der etwas andere Weg zur Promotion

Andreas Maiwald, Absolvent des Aufbaustudienganges Maschinenbau der TU Chemnitz, bringt heute Promotion und Familie unter einen Hut

*

Andreas Maiwald (l.) wird bei seiner Promotion betreut von Prof. Dr. Erhard Leidich. Foto: Christine Kornack

Der klassische Weg führt Studierende vom Gymnasium an eine Universität. Andreas Maiwald hat einen etwas anderen Weg gewählt. Er hat das Abitur abgebrochen, dann eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker absolviert. "Ich suchte nach neuen Herausforderungen", erzählt Maiwald und fügt hinzu: "In meinem ausgeübten Beruf gab es keine Möglichkeiten zum Aufstieg." Es folgte die Einschreibung für den zweiten Bildungsweg; Maiwald holte die Fachhochschulreife an der Richard-Hartmann-Schule / Berufliches Schulzentrum für Technik in Chemnitz nach und absolvierte von 2004 bis 2008 den Studiengang Kraftfahrzeugtechnik an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau. Seine Diplomarbeit wurde mit dem ersten Preis des Fachbereichs Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik ausgezeichnet. Doch dies ist nicht das einzige Studium, das er in seinem Lebenslauf vorweisen kann: Von 2008 bis 2010 studierte er an der TU Chemnitz den Aufbaustudiengang Maschinenbau. "Dies war eine ideale Ergänzung zum Fahrzeugtechnikstudium in Zwickau, da in Chemnitz ein vertiefendes Studium im Bereich der Festkörpermechanik möglich war", berichtet Maiwald. Seit dem Sommersemester 2010 promoviert Maiwald bei Prof. Dr. Erhard Leidich, Inhaber der Professur Konstruktionslehre, und ist zudem als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Beanspruchungsgerechte Auslegung von Wälzlagersitzen unter Berücksichtigung von Schlupf- und Wandereffekten" an der Professur tätig.

Das Highlight seines Studiums an der Chemnitzer Universität war die Auszeichnung seiner Diplomarbeit zum Thema "Finite-Elemente-Untersuchungen zu Abhilfemaßnahmen gegen tangentiale Wanderbewegungen bei Außenringen von Wälzlagerungen" mit dem Johann-Andreas-Schubert-Preis 2010, der von dem Unternehmerverband der Metall- und Elektroindustrie SACHSENMETALL, dotiert mit 3.000 Euro, gestiftet wird. Mit dieser Auszeichnung werden herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten wie Dissertationen oder Diplomarbeiten von Studenten und jungen Wissenschaftlern der Technischen Universitäten Chemnitz, Dresden und Freiberg, die eine besondere Praxisrelevanz aufweisen, prämiert. "Die Arbeit handelt von der Simulation von Wälzlagern, um negative Effekte, so genanntes Wälzlagerwandeln, in der Lagerfuge zu untersuchen und Signifikanzen zu ermitteln", erklärt Maiwald. "Ziel war die Erstellung einer Berechnungsvorschrift zur Ermittlung der Wandergrenze und somit die Vermeidung solcher Effekte. Wälzlagerwandern ist in allen Bereichen hochbelasteter Lager ein Problem und führt zur Schädigung der Anschlussbauteile bis hin zum Ausfall der ganzen Maschine. Typisches Beispiel sind Windkraftanlagen, wo das Phänomen Millionenschäden erzeugt", so der Promovend weiter.

Wissenschaftliche Karriere und das Gründen der eigenen Familie ist für Studierende und Bedienstete der TU Chemnitz selten ein Problem. Auch Andreas Maiwald profitiert vom Angebot der familiengerechten Hochschule; sein Sohn wurde während der Promotion geboren. "Primär war für die Planungssicherheit eine familienfreundliche Umgebung notwendig, welche von der Uni und der Professur angeboten wurde", berichtet der Absolvent. Bei Bedarf hätte der Kindergarten auf dem Uni-Campus zeitnah einen Platz angeboten; aber auch die Inanspruchnahme der Elternzeit, die Maiwald ab Juli 2010 wahrnimmt, war unkompliziert. "Innerhalb der Professur wurde ich sehr unterstützt. Meine Lehrtätigkeit konnte auf andere Mitarbeiter aufgeteilt und meine Forschungsarbeiten ausgesetzt werden", freut sich Maiwald. So verwundert es nicht, dass die Planung eines zweiten Kindes in den nächsten Jahren im Raum steht. In beruflicher Hinsicht möchte der Maschinenbauabsolvent nach der erfolgreichen Promotion als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen in Sachsen tätig werden und somit seiner Heimat verbunden bleiben.

(Autorin: Anett Stromer)

Katharina Thehos
28.06.2010

Mehr Artikel zu:

Alle „Uni-aktuell“-Artikel
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

Presseartikel