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"Heiße" Forschung aus Chemnitz

Dr. Matthias Hockauf von der Professur Werkstofftechnik schrieb einen der "Hottest Articles" der Zeitschrift "Acta Materialia" und gehört damit zu den am meisten beachteten Materialforschern weltweit

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Dr. Matthias Hockauf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik der TU Chemnitz, bereitet gemeinsam mit seiner Frau Kristin an einer ECAP-Anlage einen Pressversuch mit einem Probewerkstück aus hochfestem Aluminium vor. Foto: TU Chemnitz/Jürgen Lösel.

Es gehört zu den wichtigsten Erfolgen eines Wissenschaftlers, wenn seine Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht werden - vor allem, wenn sie dann auch von Kollegen aus aller Welt als Anregung und Grundlage für weitere Forschungsarbeiten genommen werden. Dies erkannte auch der Elsevier-Verlag, Herausgeber der im Bereich Werkstoffwissenschaft führenden Zeitschrift "Acta Materialia". Er gibt seit geraumer Zeit eine Liste der 25 dort erschienenen "Hottest Articles" heraus. Darin werden Veröffentlichungen nach der Zahl der weltweiten Downloads gelistet. Dies ist vergleichbar mit den Download-Charts der deutschen Musikindustrie und somit ein sehr aktuelles Barometer für Forschungstrends und Innovationen.

Dr. Matthias Hockauf von der Professur Werkstofftechnik der Technischen Universität Chemnitz hat es nun in dieser Liste unter die Top 25 geschafft: Mit einer aktuellen Arbeit, die er zusammen mit Saarbrücker Kollegen verfasst hat, gehört er zu den am meisten beachteten Materialforschern weltweit. Dies ist umso bemerkenswerter, da in der 25er-Liste auch zum Teil mehrere Jahre alte Übersichtsbeiträge von international ausgewiesenen Experten zu finden sind - diese werden aufgrund ihres Lehrbuchcharakters oft abgerufen, so dass nur wenige neue Veröffentlichungen den Sprung in die Liste schaffen.

In der Veröffentlichung von Dr. Hockauf wird grundlegend untersucht und beschrieben, welche Elementarmechanismen bei der plastischen Verformung im so genannten Gleichwinkel-Kanalpressen (engl. equal channel angular pressing, ECAP) auftreten. ECAP ist eine neue Technik, mit der auch schwer umformbare Werkstoffe massiv plastisch verformt werden können. Da sich dadurch gänzlich neue Mikrostrukturen einstellen, erhalten die Materialien neue, verbesserte Eigenschaften - etwa eine besonders hohe Festigkeit.

An der Professur Werkstofftechnik der TU Chemnitz ist das ECAP-Verfahren, gefördert im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile”, von Matthias Hockauf aufgebaut und durch die Entwicklung verbesserter Werkzeuge optimiert worden. "Das Ergebnis sind einerseits besonders gleichmäßige Halbzeuge mit reproduzierbarer Qualität - die andererseits eine wichtige Basis für grundlegende, werkstoffwissenschaftliche Untersuchungen bilden", sagt Prof. Dr. Martin Wagner, Inhaber der Professur Werkstofftechnik. Die aktuelle Forschung an seiner Professur stoße daher auf großes Interesse sowohl seitens industrieller Anwender als auch in der Wissenschafts-Community.

Übrigens: Die Universitätsbibliothek der TU Chemnitz bietet im Rahmen eines sachsenweiten Konsortiums den Online-Zugriff auf die Elektronischen Zeitschriften der Freedom-Collection von Elsevier ab 1995 mit etwa 2.000 Titeln sowie die Backfiles bis 2002 von etwa 1.450 Titeln an. Auch die Zeitschrift "Acta Materialia" ist in der so genannten Freedom Collection ab 1995 dabei und kann campusweit bzw. via VPN genutzt werden. Zu finden ist der Titel im Katalog oder über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek.

Weitere Informationen erteilt Dr. Matthias Hockauf, Telefon 0371 531-35432, E-Mail matthias.hockauf@mb.tu-chemnitz.de.

"TOP 25 Hottest Articles" - ausgewertet von ScienceDirect: http://top25.sciencedirect.com/subject/materials-science/15/journal/acta-materialia/13596454/archive/26/

Mario Steinebach
21.06.2010

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