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Das Labor für integrierte Produktentwicklung (IPE-LAB) nimmt Fahrt auf

Interdisziplinäre Prozesse, Organisationen und Produkte werden im Rahmen der Produktentwicklung optimiert - technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte werden berücksichtigt

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Michael Konarsky (Mitte) von der Professur Konstruktionslehre erläutert Norbert Schramm und Linda Fleischer, beide studieren Maschinenbau bzw. Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Chemnitz, im neuen Labor für integrierte Produktentwicklung den Aufbau eines Getriebes. Foto: Heiko Kießling

Die Anforderungen des globalen Marktes an neue Produkte, deren Kosten, Entwicklungszeiten und Lieferzeiten haben sich in den zurückliegenden Jahren drastisch erhöht. Der Markt fordert immer stärker individualisierte Produkte bei höherer Qualität, niedrigeren Anschaffungs- und Betriebskosten und kürzeren Lieferzeiten. Unternehmen, besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU), stehen daher vor der Notwendigkeit, innere Reserven in den Abläufen der Produktentstehungsprozesse, die eine Senkung der Herstellkosten um etwa 15 bis 20 Prozent ermöglichen, durch Neustrukturieren, Systematisieren und Optimieren der einzelnen Teilprozesse und der Schnittstellen zwischen den Prozessen zu erschließen. Da in dem Produktentstehungsprozess die Produkteigenschaften Funktion, Qualität, Herstellungszeit und etwa 70 Prozent der Herstellkosten überwiegend festgelegt werden, ist diesem bei der Erschließung von Einsparungspotentialen eine verstärkte Bedeutung beizumessen. Allerdings verfügen gerade die regionalen KMU in der Regel nicht über Stabstellen zur Bearbeitung derartiger abteilungsübergreifender, interdisziplinärer Aufgabenstellungen. Deshalb werden im Rahmen eines SAB-Projektes an der TU Chemnitz durch den Aufbau eines Labors für Integrierte Produktentwicklung (IPE-LAB) Voraussetzungen geschaffen, um KMUs der Branchen Maschinenbau, Automatisierungstechnik, Werkzeug- und Formenbau und der Automobilzulieferindustrie bei der Kompetenzgewinnung zur Anwendung von Methoden, Konzepten und Werkzeugen zur Vielfalts- und Komplexitätsreduktion sowie zum Kostenmanagement zu unterstützen.

Das Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren beinhaltet den Aufbau einer vernetzten Hard- und Softwarestruktur mit verschiedenen Datenpools und Softwarealternativen für die Produktentwicklung. Auf dieser Grundlage werden im IPE-LAB die Entwicklung und Erprobung von Methoden und Techniken des Wissenstransfers in KMU, die Vernetzung und Weiterbildung von Kompetenzträgern sowie die Erarbeitung von Ausbildungsmodulen unter Einbeziehung der laufenden Industrieanforderungen erarbeitet. Dafür stehen dem Projekt an der TU Chemnitz die Professuren Konstruktionslehre (Prof. Dr. Erhard Leidich) und Unternehmensrechnung und Controlling (Prof. Dr. Uwe Götze) sowie die Professur Wirtschaftsinformatik und externe Experten als Partner zur Verfügung.

Am Beispiel von Demonstratoren (Musterprozesslösungen) wird gezeigt, wie verschiedene im Rahmen der integrierten Produktentwicklung ablaufende Prozesse und der dabei erfolgende Methodeneinsatz optimiert werden können und welcher Nutzen sich damit im Hinblick auf eine Kostenreduktion erzielen lässt. Dabei werden sowohl technische als auch betriebswirtschaftliche Informationen aus verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus wie zum Beispiel konstruktive Parameter, Kosten und Fertigungseigenschaften einbezogen, womit die Basis für ein "Product Lifecycle Management" gelegt wird.

Weitere Informationen zu Forschungsergebnissen und angebotenen Seminaren sind unter folgendem Link zu finden: http://www.tu-chemnitz.de/mb/KL/forschung/ipe-lab.php

(Autor: Michael Konarsky, Professur Konstruktionslehre)

Mario Steinebach
11.02.2010

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