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Emesis glänzt mit "Finished"

Medienkommunikationsstudent Alexander Büttner empfiehlt ganz besondere Chemnitzer Band - Video zum Song "Painkiller" produzierten Studenten - Album-Premiere am 13. November 2009 im Südbahnhof

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Die Band Emesis bei einem Auftritt in Chemnitz. Foto: Harlow.Photography

Innerhalb eines gemeinsamen Projektes der Professur Medienkommunikation und der Pressestelle der TU Chemnitz entstanden im vergangenen Semester Texte, Fotos und Audiosequenzen über Chemnitz. Studierende des Studienganges Medienkommunikation lernten dabei ihren Studienort Chemnitz besser kennen und berichten darüber. Beispielsweise geben sie Kultur-Tipps oder unternehmen Ausflüge in die Stadt. Die meisten der im Projekt erarbeiteten Beiträge werden in loser Folge in "Uni aktuell" veröffentlicht. Heute empfiehlt Medienkommunikationsstudent Alexander Büttner eine ganz besondere Chemnitzer Band und macht sich einleitend Gedanken über die Entwicklung des Musikmarktes.

Was macht heutzutage eine gute Band aus? Die Zeiten, in denen Chartplatzierungen und Radioplays das Maß der Dinge waren, sind augenscheinlich vorbei. Natürlich kann man an dieser Stelle ansetzen und ein neues Chartsystem anführen: Downloadzahlen plus eine daraus abgeleitete Pauschale an illegalem Transfer plus eventuell ein Faktor Merchandisingumsatz und der Durchschnittserlös, den ein verkauftes Ticket bei einem Konzert einfährt. Aber nähern wir uns der Sache doch mal von der anderen Seite. Es gibt genügend Stimmen, die eine Rückentwicklung des Musikmarktes von einem Welt- zu einem Nischenmarkt prognostizieren. Und da spielen Merch und illegale Downloadzahlen nur eine Nebenrolle.

Was also macht eine - nennen wir sie einfach mal so - Undergroundband aus? Was verleiht ihr die langzeitige Existenzberechtigung, die sie braucht, um in ihrer Szene Fuß zu fassen? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach. Lässt man das Musikalische erstmal beiseite, denn über Geschmäcker wird man sich auch noch in einem Nischenmarkt zu streiten wissen, sind es doch Sachen wie Ausstrahlung, Energie, ein Hauch von Einzigartigkeit, und vor allem Durchhaltevermögen und Begeisterung für das, was man tut.

Chemnitz ist nicht (mehr) für seine boomende Musikszene bekannt, doch in den trockensten Wüsten blühen am Ende doch die schönsten Blumen. Man täte vielen Musikern Unrecht, würde man sich bei diesem Bild auf eine einzige Blüte beschränken. Und doch liegt der Fokus in diesem Monat auf einer ganz besonderen Band, die es schon seit einigen Jahren gibt, und die es nach drei Jahren Planung und zwei Jahren immer wieder aufgeschobener Versprechen nun doch geschafft hat, ihr erstes Album fertigzustellen. Sehr zur Freude vieler Metalheads, für die Emesis der lokale Geheimtipp schlechthin ist.

Emesis, deren Namen sich nicht vom griechischen Ausdruck für Erbrechen ableitet, sind bekannt für einen klaren, bretternden Sound, der einem in treibenden Impulsen durch Leib und Seele fährt. Dazu eine raue und unglaublich kraftvolle Stimme, der gefühlvolle Parts ebenso liegen wie die unheilvolleren, düsteren Texte, die den Großteil des Sets ausmachen. Texte, die die mehr oder minder gut versteckten Schattenseiten des menschlichen Geistes thematisieren, ohne in platten Hasstiraden oder unnötiger Brutalität zu enden.

Emesis sind vor allem live ein Erlebnis. Die Band strahlt einen unfassbaren Charme aus, wirkt frech und großmäulig, ohne irgendwem auf die Nerven zu gehen oder auf die Füße zu treten. Man merkt ihnen jederzeit an, wie überzeugt sie von dem sind, was sie tun - und das schon seit langer Zeit. Diese Begeisterung war nötig, um genügend Mut aufzubringen, das Album fertigzustellen, was den passenden Titel "Finished" trägt. "Ein charakteristischer Querschnitt durch die bisherigen fünf Jahre der Band", steht auf der Homepage des von Studenten betriebenen Labels Pablizity. Es "vereint die trockenen Klassiker aus der Anfangszeit (und alte Bekannte von der legendären Freak EP) mit den melodiösen und pulsierenden Stücken aus dem aktuellen Live-Set und gibt einen bittersüßen Vorgeschmack auf die Live-Power, mit der sich Emesis ihren Status als Local Heroes erarbeitet haben."

Und trotz allem schaffen es die vier Jungs, sich ein Stück weit neu zu erfinden, ohne ihren Wiedererkennungswert zu verlieren. Ein verfeinertes Zusammenspiel der Gitarren, etwas weniger Electronica, und effektvolle Vocalaufnahmen, die dem ein oder anderen Song eine neue inhaltliche Tiefe verleihen. "Hier muss niemand Lokalpatriotismus als Vorwand nehmen, um sich diese CD ins Regal zu stellen - die Scheibe überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute. Kompromissloser und konsequenter kann man als Band seine Stärken und seinen Charakter kaum im Studio umsetzen."

Präsentiert wird das Album am 13. November 2009 ab 22 Uhr im Südbahnhof (Einlass: 21 Uhr). Näheres zum Konzert findet sich unter http://www.pablizity.de, ebenso eine ausführlichere CD-Review. Wer reinhören möchte, dem sei Inside Sorrow als kleiner Vorgeschmack oder die MySpace-Seite der Band für noch mehr Songs ans Herz gelegt. Und schließlich sollte Emesis einigen der Chemnitzer Studenten schon ein Begriff sein. Im Wintersemester 2008/2009 produzierten Medienkommunikationsstudenten ein Video zum Song "Painkiller", der ebenfalls auf dem neuen Album vertreten sein wird.

Mario Steinebach
09.11.2009

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