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Luftreiniger sollen Krankheitserreger im Hörsaal zerstören

Honorarprofessor Prof. Dr. Reinhard Latza setzt an der TU Chemnitz Luftreinigungssysteme ein, um die Ansteckungsgefahr durch Grippeviren zu verringern

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Im größten Hörsaal der Universität sind die Geräte bereits in Betrieb. Prof. Dr. Reinhard Latza, Rektor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes und Kanzler Eberhard Alles (v.l.) überzeugen sich von der Funktionsweise. Foto: TU Chemnitz/Kristin Schmidt

437 Fälle der "Neuen Grippe A/H1N1" - im alltäglichen Sprachgebrauch als Schweinegrippe bezeichnet - weist das Robert Koch Institut mit Stand vom 8. Oktober 2009 für Sachsen aus. Deutschlandweit seien seit Ende April 2009 mehr als 22.000 Erkrankungen und zwei möglicherweise mit dem Erreger in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Beim Übertragungsweg des Virus geht das Institut von einer Tröpfcheninfektion aus - besonders gefährlich sind also große Menschenansammlungen, in denen die Erreger beim Husten, Niesen und Sprechen in die Luft gelangen. Zum Start des Wintersemesters strömen wieder tausende Studierende an die Hochschulen - so auch an die TU Chemnitz, wo Honorarprofessor Prof. Dr. Reinhard Latza mit seiner Firma Chempro-Control GmbH nun dafür sorgen will, dass die Luft in den großen Hörsälen von Viren, Bakterien und anderen organischen Schadstoffen befreit wird.

Reinhard Latza, Honorarprofessor für Medizinische Laboranalytik und Ernährung an der TU Chemnitz sowie Facharzt für Hygiene, Umwelt- und Labormedizin, weiß, dass in einem Kubikmeter Raumluft 280.000 Substanzen wie Krankheitserreger, Rauchpartikel, Schimmelsporen und Allergene nachgewiesen werden können. Und er weiß auch, wie man die Luft reinigen kann: Als Leiter der Chempro-Control GmbH, einem labordiagnostischen Institut für Umwelt-, Luft- und Wasser-Analytik in St. Ingbert, entwickelt er gemeinsam mit Wissenschaftlern der Russischen Akademie der Wissenschaften und der TU Chemnitz neuartige Luftreiniger, die durch das Prinzip der Photokatalyse die schädlichen Bestandteile der Luft in Kohlendioxid und Wasser abbauen. "Das Prinzip der Photokatalyse eignet sich besonders gut zur Säuberung der Raumluft und trägt ein enorm großes Forschungspotenzial", versichert Latza zur Wirkungsweise der Luftreinigungssysteme. Dank neuester Erkenntnisse aus der Weltraum- und Nanotechnik können diese Luftreiniger in speziell konstruierten Anlagen bis zu 110.000 Kubikmeter Luft pro Stunde reinigen. Ausschlaggebend für den hohen Wirkungsgrad der Geräte sei ihre große Oberfläche - drei Fußballfelder misst die Reinigungsfläche beispielsweise in Geräten mit einer Durchströmung von 750 Kubikmetern in einer Stunde, würde man die photokatalytisch reinigenden Nanopartikel flächenmäßig nebeneinander ausbreiten.

"Vor allem in großen Räumen des Hörsaalgebäudes der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße 90 sollen die Geräte künftig für sauberere und vor allem virenfreiere Luft sorgen", sagt Eberhard Alles, Kanzler der TU Chemnitz. Die ersten Luftreiniger sind seit dem frühen Morgen des 13. Oktober in Betrieb. Geplant ist der Einsatz von rund zehn Geräten in verschiedenen Größenausführungen auch in weiteren Hörsälen sowie in besonders stark frequentierten kleineren Räumen - etwa in den Büros des Studentensekretariats oder des Prüfungsamtes. "Wir sind die erste Hochschule in Deutschland, die sich mit Luftreinigungssystemen auf eine mögliche Grippewelle vorbereitet", sagt Alles und ergänzt: "Damit werden wir auch den Anfragen des Personalrates gerecht, der sich bereits frühzeitig mit Blick auf die Schweinegrippe um die Gesundheit von Studierenden und Mitarbeitern sorgte."

"Natürlich kann auch die TU Chemnitz keine Voraussage treffen, ob und in welchem Umfang uns eine Grippewelle erreicht. Was wir aber tun können, ist uns darauf vorzubereiten. Auch die nun in stark frequentierten Räumen installierten Reinigungssysteme, deren Einsatz durch wissenschaftliche Tests begleitet wird, können sicher einen wichtigen Beitrag dazu leisten", sagt Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes, Rektor der TU Chemnitz. "Da auch die modernen Luftreiniger keinen hundertprozentigen Schutz vor Ansteckung bieten, dürfen natürlich auch weitere präventive Maßnahmen nicht vernachlässigt werden. Dabei geht es uns nicht nur um die Anschaffung von Hygienemasken oder Mitarbeiterinformationen unseres Ausschusses für Arbeits- und Gesundheitsschutz", ergänzt Alles.

Weitere Informationen erteilt Katrin Schulz, Büro des Kanzlers, Telefon 0371 531-12001, E-Mail katrin.schulz@hrz.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
14.10.2009

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