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"Zurzeit sind es 80, aber vielleicht werden es ja 81!"

Matthias Barth erzählt: Er kam 1992 aus Rheinland-Pfalz zum Studium nach Chemnitz - und blieb auch nach dem Abschluss in Sachsen

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Matthias Barth (5.v.l.) ist heute Vertriebsingenieur und fühlt sich im Kreis seiner Kollegen sichtlich wohl. Foto: EMAG

"Pack dein Studium. Am besten in Sachsen." lautet der Slogan der aktuellen Werbekampagne des sächsischen Wissenschaftsministeriums und der Hochschulen des Freistaates. Ziel: Mehr Abiturienten aus anderen Bundesländern sollen ihre Koffer und Kisten packen und zum Studium nach Sachsen kommen. Die TU Chemnitz zieht schon jetzt über die Bundeslandgrenze hinweg junge Menschen an. Was für ein Studium in der drittgrößten Stadt Sachsens spricht und wie man hier lebt, erzählen die Studierenden selbst - heute: Matthias Barth aus Rheinland-Pfalz

Geboren 1968 in Mainz, aufgewachsen in Sobernheim an der mittleren Nahe in Rheinland-Pfalz, Grundschule, Hauptschule, Aufbaugymnasium - mit der bestandenen Abiturprüfung hatte ich 1988 die Erlaubnis, eine Universität zu besuchen, und nach vier Jahren bei der Bundeswehr stand im August 1992 die Wahl des richtigen Studienorts vor mir. Eigentlich wollte ich Luft- und Raumfahrttechnik in Darmstadt studieren. Allerdings hatte dieser Studiengang einen Numerus clausus, der nicht auf meinem Notenniveau lag. Mit einem Grundstudium als Maschinenbauer wäre jedoch ein Quereinsteigen ohne NC möglich gewesen. Also bewarb ich mich für ein Maschinenbaustudium in Darmstadt und Aachen, aber auch in Chemnitz und Dresden. Von Darmstadt und Chemnitz erhielt ich nach kurzer Zeit die grüne Immatrikulationskarte. Bei der Nachfrage der Erstsemesterstudentenzahl erhielt ich vom Studentensekretariat Darmstadt die Antwort "700 bis 800". Die gleiche Frage wurde vom Studentensekretariat Chemnitz mit "Zurzeit sind es 80, aber vielleicht werden es ja 81!" beantwortet.

Aufgrund dieser Aussage fuhr ich am nächsten Tag nach Chemnitz. Ich stellte mein Auto am Hartmann-Platz ab und fragte mich nach der Uni durch. Vor dem Hauptgebäude stehend stellte ich fest, dass in diesem altehrwürdigen Gebäude tatsächlich Vorlesungen abgehalten werden. Im Westen hätte sich in einem solchen Gebäude längst die Verwaltung breit gemacht und Studenten als unerwünschte Störenfriede verbannt. Das erste, was ich im Studentensekretariat ausgehändigt bekam, war ein Stundenplan für das erste Semester. Er sollte mir den Einstieg ins Studienleben erleichtern. So musste ich nicht umständliche Vorlesungsregister durcharbeiten, um mir einen Studienplan selbst zu erarbeiten, wie es an den meisten Unis üblich ist.

Jetzt musste ich nur noch eine Unterkunft finden. Von Freunden aus meiner alten Abiturklasse hatte ich erfahren, dass sie sich für einen Studentenwohnheimplatz anmelden mussten und nach zwei Jahren einen Platz erhalten haben. In Chemnitz musste ich nur zur Wohnheimverwaltung in der Reichenhainer Straße fahren und schon hatte ich einen Wohnheimplatz für die Dauer meines Studiums. Gut, ich musste mich an die Tatsache gewöhnen, dass es damals keine getrennten Duschen für Männlein und Weiblein gab - aber es gibt Schlimmeres! Im Oktober 1994 schrieben sich von den anfangs rund 80 Studenten nur noch 42 ins Hauptstudium ein. Ich entschied mich, wie noch vier andere Kommilitonen, für die Vertiefungsrichtung Fertigungsprozessgestaltung bei Prof. Dr. Holger Dürr.

1997 schrieb ich meine Diplomarbeit bei der Firma Heckert und wurde anschließend als Technologe und Maschineneinrichter übernommen. Bei Heckert konnte ich meine ersten Erfahrungen als Ingenieur sammeln. Allerdings suchte ich nach drei Jahren eine neue Herausforderung. Somit wechselte ich 2000 zu Niles-Simmons. Dort wurde ich im Vertrieb der Werkzeugmaschinen eingesetzt. Angefangen von vertikalen Drehmaschinen für Futterteile über horizontale Drehmaschinen für Getriebe-, Nocken und Kurbelwellen bis hin zu Universalmaschinen entwickelte ich Technologie und Angebot für diese Maschinen. Leider hatte ich in der Zeit bei Niles-Simmons fünf Vertriebsleiter in vier Jahren. Diese Unruhe in der Führungsebene bewegte mich im März 2004 zu einem erneuten Wechsel zur EMAG Gruppe. Auch bei EMAG bin ich für den Vertrieb der Gruppenprodukte, also Dreh-, Schleif-, Verzahnungs-, Laserschweiß- und Sondermaschinen eingesetzt. Allerdings habe ich lediglich einen Kunden zu betreuen: Volkswagen weltweit. Somit ist im Augenblick meine berufliche Entwicklung an die Entwicklung von VW gebunden.

An meine Studienzeit erinnere ich mich noch immer gern - an den Mensafasching, an so manche Flurparty und an viele nette Studienkollegen und Hochschullehrer.

(Autor: Matthias Barth)

Katharina Thehos
24.04.2009

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