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Ingenieure treffen sich per Internet in der virtuellen Welt

Chemnitzer Forschungseinrichtungen sind Partner im bundesweiten „Kompetenznetzwerk zur Virtuellen und Erweiterten Realität“

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Jörg Riegel und Dr. Silke Kolbig tauchen bei der Analyse von Werkzeugmaschinen in der 5-Seiten-CAVE des "Virtual Reality Center Production Engineering" der TU Chemnitz in die virtuelle Welt ein. Foto: TU Chemnitz/IWP

Das Institut für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse der TU Chemnitz und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz gehören zu einem „Kompetenznetzwerk zur Virtuellen und Erweiterten Realität“ (kurz: ViVERA). Mit ViVERA sollen nun die Forschungsergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den Jahren 1999 bis 2004 deutschlandweit geförderten sechzehn Verbundprojekte zur Virtuellen und Erweiterten Realität mit 93 Partnern gebündelt und kleinen und mittleren Unternehmen branchenübergreifend zur Verfügung gestellt werden. Die Themenfelder sind Entwicklung, Test, Produktion und Qualifizierung. Im Vordergrund stehen der Automobil- und Anlagenbau, der Maschinen- und Schiffbau sowie die Medizin.

ViVERA-Projektpartner sind Universitäten und Fraunhofer-Institute in Berlin, Chemnitz, Darmstadt, Magdeburg und Rostock. Das Bundesforschungsministerium stellt für das Kompetenznetzwerk bis zum Jahr 2007 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die beiden Chemnitzer Projektpartner unter Leitung von Prof. Dr. Reimund Neugebauer erhalten davon 900.000 Euro.

Das Thema des Chemnitzer Projektteils ist die so genannte „Verteilte kooperative Virtual Reality“. Konkret werden leistungsstarke Software und echtzeitfähige, mathematische Modelle entwickelt, um beispielsweise die Konstruktion und Abnahme von Umformwerkzeugen auch räumlich verteilt zu ermöglichen. "Wenn beispielsweise von einem Automobilhersteller und seinen Zulieferern neue Konstruktionsentwürfe diskutiert wurden, mussten sich bisher alle Beteiligten an einem Ort treffen", erläutert Projektleiter Prof. Dr. Dieter Weidlich von der Professur Werkzeugmaschinen der TU Chemnitz. "Jetzt wollen wir eine Basistechnologie entwickeln, die es allen an der Konstruktion und Abnahme beteiligten Partner gestattet, mit Hilfe moderner internetbasierter Lösungen auch geographisch getrennt voneinander gemeinsam in die gleiche virtuelle Welt einzudringen und in ihr beispielswiese Entwürfe zu beurteilen oder Veränderungen in Echtzeit vorzunehmen", ergänzt Dr. Silke Kolbig.

Die Forscher der TU Chemnitz und des Fraunhofer IWU greifen dabei auf das neue "Virtual Reality Center Production Engineering" der Universität zurück, das die drei High-End-Projektionssysteme "5-Seiten CAVE", "L-Bench" und "Powerwall" vereint. Sie erlauben dem Ingenieur, Entwürfe inmitten einer virtuellen Realität wirklichkeitsgetreu zu entwickeln. Ein optisches Tracking-System erfasst dabei die Position des Betrachters und passt die mehrdimensionale Darstellung in einem 3 x 3 x 3 Meter großen Raum an den individuellen Blickwinkel an. Die dazu notwendigen Rechnerleistungen werden von einem Cluster aus zwölf leistungsstarken Computern erbracht.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Dieter Weidlich, Telefon (03 71) 5 31 - 24 21, E-Mail wzm@mb.tu-chemnitz.de, und Dr. Silke Kolbig, Telefon (03 71) 5 31 - 22 16, E-Mail silke.kolbig@mb.tu-chemnitz.de

Das VRCP im Internet: http://www.vrcp.de

Mario Steinebach
02.02.2005

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