Neubau des Institutsgebäudes Chemie der TU Chemnitz schreitet sichtbar voran
Aktuell wird die Bodenplatte gegossen, die so groß ist wie ein Fußballfeld – Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2030 an
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Großbaustelle auf dem Campus: In der Baugrube des Chemie-Gebäudes entsteht aktuell stufenweise die Bodenplatte. Das Richtfest für dieses Gebäude soll im Dezember 2027 stattfinden. Im Hintergrund ist das eingerüstete Zentrale Hörsaal- und Seminargebäude zu sehen. Die Arbeiten an der Fassaden und am Dach sind voraussichtlich zum Jahreswechsel beendet. Foto: Jacob Müller -
Sie freuen sich über den Baufortschritt (v. l.): Janet Dietzold, Projektleiterin des Neubaus Chemie der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement (SIB), Matthias Junghänel, Dezernent für Bauwesen und Technik der TU Chemnitz, Peter Bernshausen, Kanzler der TU Chemnitz, Heike Krenkel, Leiterin der Chemnitzer Niederlassung des SIB, sowie Prof. Dr. Karin Leistner, Inhaberin der Professur Elektrochemische Sensorik und Energiespeicherung am Institut für Chemie der TU Chemnitz. Foto: Jacob Müller -
Damit die Bodenplatte das Gebäude tragen kann, wird aktuell der Bewehrungsstahl verlegt. Foto: Jacob Müller -
Der Betonstahl ist gerippt, damit er sich besser mit dem Beton verzahnt. Foto: Jacob Müller -
Entwurf des Dresdner Architekturbüros Code Unique Architekten GmbH für den Neubau des Institutsgebäudes Chemie am Campusplatz der TU Chemnitz. Grafik: Code Unique Architekten GmbH -
Kunst am Bau: Das Werk „CLOUD“ des Künstlers Tobias Stengel aus Dresden wird eine Wandfläche im künftigen Institutsgebäude Chemie ausfüllen. Grafik: Tobias Stengel -
Modellansicht des neuen Institutsgebäudes, das unmittelbar an das Zentrale Hörsaal- und Seminargebäude grenzt. Archivfoto: Niklas Schindler
Es ist eine der größten Baustellen der Stadt: Auf dem Campus der Technischen Universität Chemnitz blickt man in eine riesige, sieben Meter tiefe Baugrube, die etwa der Fläche eines Profi-Fußballfeldes entspricht. Die Arbeiten für den Neubau des Institutsgebäudes Chemie schreiten deutlich voran. Aktuell wird die bis zu zwei Meter starke Bodenplatte gegossen. Bis Ende 2030 soll die Baumaßnahme unter Leitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, fertiggestellt sein. Das Richtfest findet voraussichtlich im Dezember 2027 statt, wenn weiterhin alles nach Plan verläuft.
Auf dieses „Schaufenster der Wissenschaft“ kann man sich freuen
Der zukünftige fünfgeschossige Neubau mit ca. 8.900 m² Hauptnutzfläche zeichnet sich durch eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise aus. Zwei versetzt angeordnete Gebäudeteile – einer für Labore und einer für Büros – werden durch ein lichtdurchflutetes Atrium miteinander verbunden. Im Erdgeschoss sind Lehr- und Praktikumsräume, ein großzügiger Experimental-Hörsaal, Seminarbereiche für Studierende sowie ein offen gestaltetes Foyer mit Lounge-Charakter vorgesehen. Eine flache Rampe und ein barrierefreies Leitsystem ergänzen den Zugang. Ein Schülerlabor, als „Schaufenster der Wissenschaft“ gedacht, soll jungen Menschen Einblicke in die Welt der Forschung ermöglichen. Im Sockelgeschoss werden Werkstätten, technische Flächen sowie ein Chemikalienlager angeordnet. Zum Gebäudekonzept gehören auch eine langlebige Keramikfassade, begrünte Dachflächen und ein Solargründach. Flexible Raumaufteilungen sollen spätere Anpassungen erleichtern. Um das anfallende Regenwasser nicht direkt in das öffentliche Kanalnetz einzuleiten, wurde das Rückstauvolumen unter dem Campusareal auf 425 m³ erweitert.
Exzellente Bedingungen für Forschung und Lehre
„Der Neubau Chemie schafft völlig neue räumliche Möglichkeiten für Forschung und Lehre am Institut für Chemie. Damit werden optimale Voraussetzungen geschaffen, um die Forschung an neuen Molekülen und Materialien – unter anderem in den Bereichen Katalyse, Wasserstoff und Aktivmembranen – weiter auszubauen und international noch wettbewerbsfähiger zu machen. Gleichzeitig rücken die Institute für Chemie und Physik innerhalb der Fakultät für Naturwissenschaften räumlich noch enger zusammen. Die kurzen Wege fördern den fachübergreifenden Austausch und ermöglichen es, Kompetenzen und Ressourcen noch stärker zu bündeln und gemeinsam wissenschaftliche Schlagkraft zu entwickeln", sagt Prof. Dr. Michael Sommer, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Chemie und Inhaber der Professur Polymerchemie an der TU Chemnitz. Von Vorteil ist auch die unmittelbare Nähe zu den Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie zum Forschungszentrum MAIN und den Fraunhofer-Instituten. Auch die Studienbedingungen werden sich deutlich verbessern.
Das Institut für Chemie ist gegenwärtig im historischen Böttcher-Bau der TU Chemnitz am Universitätsteil Straße der Nationen 62 untergebracht. Da in den bestehenden Räumen in diesem denkmalgeschützten Umfeld die Anforderungen an eine zeitgemäße Forschung und Lehre nur bedingt realisierbar sind, erhält das Institut für Chemie durch den Neubau mit hochmoderne Lehr-, Labor- und Forschungsflächen auf dem Campus.
Förderung eines Millionenprojektes
Die genehmigten Gesamtbaukosten betragen 135 Millionen Euro. Darin enthalten sind rund 82,1 Millionen Euro EFRE-Förderung. Die Maßnahme wird kofinanziert von der Europäischen Union zur „Verbesserung der Infrastruktur für die anwendungsorientierte Forschung" des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Multimedia: Einen lebhaften Einblick in das Chemie-Studium (Bachelor/Master) an der TU Chemnitz gibt ein Studiengangvideo.
Mario Steinebach
09.10.2026