Weltkongress für 2D-Druck an der TU Chemnitz
Das „International Symposium on Epitaxial Graphene“ findet diese Woche am Institut für Physik der TU Chemnitz statt. Es geht um die Herstellung und Nutzung von superdünnen Schichten – nur ein Atom dick.
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Prof. Dr. Thomas Seyller ist an der TU Chemnitz seit 2012 Inhaber der Professur für Experimentalphysik mit dem Schwerpunkt Technische Physik und hat maßgebliche Grundlagenforschung im Bereich "Graphen" geleistet. Foto: Jacob Müller
Dünner geht’s nicht. Eine Schicht, die aus nur einem chemischen Element besteht, muss mindestens so dick sein wie eines dieser Atome. Das entspricht etwa 0,1 Nanometer oder Milionstel Millimeter – so dünn, dass man hier von zweidimensionalen (2D-) Materialien spricht. Wenn dieses Element „Kohlenstoff“ heißt, heißt dessen 2D-Material „Graphen“ (mit langem E), bei Germanium ist es Germanen, bei Bismut dann Bismuthen. Und bei all diesen zählt das Institut für Physik der Technischen Universität Chemnitz zu den führenden Forschungsstätten weltweit.
Vom 21. bis 24. September 2026 versammeln sich 2D-Forschende von Finnland bis Australien und von Japan bis USA an der TU Chemnitz zum „International Symposium on Epitaxial Graphene“. Sie sind der Einladung der Professoren Thomas Seyller (Experimentalphysik mit Schwerpunkt Technische Physik) und Christoph Tegenkamp (Analytik an Festkörperflächen) gefolgt, um Fragen zur Herstellung, Untersuchung und Nutzung von 2D-Materialien zu diskutieren.
„Deutschland ist einer der Pioniere in der Graphen-Forschung“, sagt Seyller, selbst auch einer dieser Pioniere: 2004 wurden Graphene überhaupt erst entdeckt, schon 2007 veranstaltete Seyller das erste Symposium über diesen neuen Zustand von elementarem Kohlenstoff – nach Kohle, Diamant und Graphit. Viele der Anwendungen, die man sich damals erhofft hatte, hätten sich nicht materialisiert, erinnert er sich, und nennt als Beispiel die Stromleitung. Ja, Graphen sei deutlich leitfähiger als Kupfer, kann aber trotzdem Kupferkabel nicht ersetzen: „Um durch ein Kupferkabel mehr Strom durchzuleiten, müssen Sie es einfach dicker machen. Aber wenn Sie Graphen dicker machen, indem Sie weitere Schichten draufpacken, haben Sie kein Graphen mehr, sondern wieder Graphit.“
Anwendung für Strahlen- und Wärmemessgeräte
Heute geht es eher um Anwendungen im kleineren Maßstab, aber deshalb nicht weniger interessant. Zum Beispiel bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, die die Graphen-Eigenschaften nutzen will, um eine neue, noch genauere Messmethode für die Basiseinheit des Widerstands, 1 Ohm, zu entwickeln. Oder der finnische Physiker Mikko Möttönen, der in Chemnitz berichten wird, wie er Graphene nutzt, um ultra-sensible Strahlungs- und Wärmemessgeräte zu bauen, wie sie etwa bei Supraleitungs-Prozessen oder für Quantencomputer benötigt werden. Und da immer wieder neue 2D-Materialien entdeckt werden, können sich auch weitere Anwendungen ergeben.
Webseite zur Tagung: https://www.tu-chemnitz.de/physik/TEPH/ISEG2026/index.php
Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Thomas Seyller, Professur Experimentalphysik mit dem Schwerpunkt Technische Physik, Tel. +49 (0)371/531-32809, E-Mail thomas.seyller@physik.tu-chemnitz.de und Prof. Dr. Christoph Tegenkamp, Professur Analytik an Festkörperoberflächen, Tel. +49 (0)371/531-33103, E-Mail christoph.tegenkamp@physik.tu-chemnitz.de
Detlef Gürtler
21.09.2026