Bundestagsabgeordneter Florian Oest informiert sich über Forschungsstandort Boxberg
CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Görlitz tauschte sich am 21. August 2026 mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Chemnitz über den Aufbau des Forschungsstandortes, das laufende Projekt InnoCarbEnergyPlus und die nächsten Meilensteine aus
-
Beim Vor-Ort-Termin in Boxberg (v. l.): Dr. Huma Khan, Prof. Dr. Lothar Kroll, Bundestags-abgeordneter Florian Oest, Aneta Wandelt und Dr. Mario Naumann vor den derzeitigen Räumlichkeiten der Außenstelle der TU Chemnitz für die Carbon LabFactory Sachsen. Foto: Johann Wagner
Bei einer kurzfristig vereinbarten Stippvisite am 21. August 2026 informierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest am Kraftwerksstandort Boxberg/Oberlausitz über die aktuellen Entwicklungen rund um InnoCarbEnergyPlus und die Carbon LabFactory Sachsen (CLFS). Boxberg gehört zum Wahlkreis Görlitz, den Oest im Deutschen Bundestag vertritt.
Prof. Dr. Lothar Kroll, Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der Technischen Universität Chemnitz und Sprecher der Carbon LabFactory Sachsen, sowie Dr. Mario Naumann, Leiter des Forschungsbereichs Carbonfaser- und Verarbeitungstechnologien am SLK und wissenschaftlicher Leiter der CLFS, gaben einen Überblick über die Entwicklung des Vorhabens und die wichtigsten Meilensteine der vergangenen Jahre.
Den Ausgangspunkt bildete die im Jahr 2020 bewilligte Machbarkeitsstudie zu InnoCarbEnergy. Daraus entwickelte sich schrittweise das Vorhaben, am Kraftwerksstandort Boxberg einen neuen Forschungsstandort für nachhaltige, maßgeschneiderte und kostengünstige Carbonfasern und deren Weiterverarbeitung aufzubauen. Im Rahmen von InnoCarbEnergy wurden von 2022 bis 2026 wesentliche wissenschaftliche und technologische Grundlagen für die Carbon LabFactory Sachsen geschaffen. Das Ziel besteht darin, künftig die gesamte Wertschöpfungskette vom Ausgangsmaterial über die Carbonfaser und textile Halbzeuge bis hin zum Hochleistungsbauteil im Pilotlinienmaßstab erforschen zu können.
Mitte August 2026 ist mit InnoCarbEnergyPlus unmittelbar das nächste Forschungsvorhaben gestartet. Damit werden die Arbeiten an ressourcen- und energieeffizienten Carbonfasertechnologien sowie deren textiler und kunststofftechnischer Weiterverarbeitung bis 2030 fortgeführt. Parallel dazu schreitet der Aufbau der Carbon LabFactory Sachsen als Außenstelle der TU Chemnitz voran. Der nächste wichtige Meilenstein ist nach aktuellem Plan der Baubeginn für die neue Forschungsinfrastruktur Ende September 2026. Die Aufnahme der Forschungsarbeiten am neuen Standort ist für Mitte 2028 geplant.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest nutzte seinen Besuch auch, um sich einen unmittelbaren Eindruck vom Arbeitsalltag des Teams zu verschaffen, dass bereits am Standort Boxberg tätig ist. In den derzeitigen Büroräumen der TU-Außenstelle, die sich in einem nicht mehr aktiven Bereich des Kraftwerks befinden, kam er mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TU Chemnitz ins Gespräch und informierte sich über ihre aktuellen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben.
Neben den bisherigen Erfolgen und anstehenden Meilensteinen wurden auch aktuelle Herausforderungen angesprochen. Dazu zählen insbesondere die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für anwendungsnahe Forschungs- und Transferprojekte sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit etablierter Förderprogramme, die gerade für Kooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen von großer Bedeutung sind.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Kroll und Dr. Naumann ging es deshalb auch um eine mögliche Unterstützung für den weiteren Ausbau der Forschungs- und Transferstrukturen im Lausitzer Revier. Neben der Carbon LabFactory Sachsen wurde dabei auch das zweite große Landesvorhaben mit Beteiligung der TU Chemnitz, CircEcon (Green Circular Economy) im Industriepark Schwarze Pumpe, thematisiert. Beide Vorhaben sollen die wissenschaftlichen Kompetenzen der TU Chemnitz gezielt in die Strukturwandelregion tragen und neue Impulse für nachhaltige Technologien, industrielle Wertschöpfung und Unternehmenskooperationen setzen.
Der kurzfristige Besuch von CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest bot somit die Gelegenheit, nicht nur den bisherigen Projektfortschritt und die nächsten Meilensteine vorzustellen, sondern auch darüber zu diskutieren, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, damit sich aus den in Boxberg und Schwarze Pumpe aufgebauten Forschungsstrukturen langfristig neue Kooperationen, industrielle Anwendungen und Wertschöpfung in der Lausitz entwickeln können.
Weitere Informationen erteilt Dr.-Ing. Mario Naumann, wissenschaftlicher Leiter der Carbon LabFactory Sachsen, Telefon 0371 531-38758, E-Mail mario.naumann@mb.tu-chemnitz.de
Nähere Informationen zur Carbon LabFactory Sachsen: www.tu-chemnitz.de/CLF
Anne Eichhorn
31.08.2026