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TU Chemnitz macht Streetart mit Industriegeschichte bei der ibug erlebbar

Studierende des Europa-Instituts Studierende des Instituts für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften der TU Chemnitz präsentieren im Rahmen des Urban-Art-Festivals „ibug 2026” in Riesa ihre Studienarbeiten in Form eines Audiowalks und einer großformatigen Wandzeitung

Im Rahmen des Service-Learning-Seminars „Phil goes ibug“ haben Studierende des Instituts für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Miloš Řezník) der Technischen Universität Chemnitz zwei Installationen für die diesjährige ibug entwickelt. Das von Ehrenamtlichen organisierte Kunstfestival öffnet in diesem Jahr an insgesamt drei Wochenenden im ehemaligen Muskator-Mischfutterwerk in Riesa seine Türen für Neugierige und Kunstbegeisterte und verbindet urbane Kunst, Musik und kreative Begegnungen mit industriegeschichtlicher Erinnerungskultur. Studienarbeiten der TU Chemnitz bieten einen anderen Blickwinkel auf die einhergehende Streetart und Industriegeschichte.

Das Seminar wurde in Kooperation mit Aiko Rehwagen, Verantwortlicher für historische Aufarbeitung bei der ibug, durchgeführt und folgte dem Konzept des Service-Learning. Es stand unter der Leitung von Maj-Britt Krone (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Europäische Integration der TU Chemnitz) und Dr. Stefanie Troppmann (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschuldidaktik der TU Chemnitz). Dieses verfolgt im Wesentlichen den Ansatz „Lernen durch gesellschaftliches Engagement“: Die Studierenden der TU Chemnitz setzen dabei ihre im Studium erworbenen Kompetenzen ein, um ein eigenes Projekt eigenständig umzusetzen. Gleichzeitig werden Future Skills wie Selbstständigkeit, Teamarbeit, Projektmanagement, Zuverlässigkeit und Kreativität gefördert. Im Zentrum der studentischen Arbeiten standen die Industriegeschichte der Landwirtschaft in der DDR, die Historie des ehemaligen Mischfutterwerks und seine Bedeutung für die Region sowie die Perspektiven von Zeitzeugen.

Für eine großformatige Wandzeitung recherchierten die Studierenden unter anderem in sächsischen Archiven und Museen. Auf sechs Wandtafeln präsentieren sie ihre Forschungsergebnisse zur Landwirtschaftsgeschichte in Ostdeutschland. Dabei stehen insbesondere die Entwicklung und die Aufgaben landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPGs) im Fokus. Besucherinnen und Besucher erhalten so einen anschaulichen Einblick in agrarhistorische Entwicklungen und deren regionale Verankerung. Gestalterisch orientiert sich die Installation an historischen Brigade-Zeitschriften.

In einem zweiten Projekt führten Studentinnen der TU Chemnitz Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern des Werks durch. Bei mehreren Besuchen vor Ort sammelten sie Erinnerungen an den Arbeitsalltag, die Produktionsabläufe und persönliche Anekdoten. Aus den Gesprächen entstand ein sogenannter Audiowalk, dessen einzelne Stationen über das Gelände verteilt sind und zum Miterleben einlädt. Markiert werden sie durch neon-orangene Graffitis in Form von Tauben – eine künstlerische Anspielung auf die am Werk nistenden Tiere, die einst von den Mitarbeitenden mit Futtermittelresten gefüttert wurden.

“Ich habe mich sehr über ein Seminar gefreut, welches Studieninhalte und -kompetenzen in eine aktive praktische Umsetzung bringt. Dabei direkt mit einem renommierten überregionalen Festival wie der ibug zusammen zu arbeiten, gibt spannende Einblick wie Aufarbeitung und Vermittlung von Themen abseits des klassischen Museums oder Universitätskontext aussehen kann. Die Gespräche mit Zeitzeugen, die uns einen intensiven persönlichen Einblick in ihr Arbeit- und Lebensgeschichte gegeben haben, wird dabei nachhaltig in Erinnerung bleiben.”, resümiert Vanessa Azeroth, Studentin des Masterstudiengangs Europäische Integration von der TU Chemnitz.

„Das Spannende am Service-Learning ist, dass man nie weiß, was das Produkt eines Seminars sein wird. Trust the process and your students ist hier wohl das passende Motto. Ich bin sehr stolz darauf, was die Studierenden aus dieser einmaligen Herausforderung gemacht haben. Und ich danke der ibug – im Besonderen Aiko Rehwagen als Teammitglied der ibug –  für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“, betont Maj-Britt Krone .

Die ibug kann in diesem Jahr an folgenden drei Wochenenden besucht werden: 22. und 23. August 2026, 29. und 30. August 2026 sowie 05. und 06. September 2026.

Weitere Informationen finden Kunstinteressierte auf der Veranstaltungsseite der ibug: ibug-art.de

Weitere Informationen erteilt Maj-Britt Krone, Telefon +49 (0) 371 531-33056, E-Mail: maj-britt.krone@phil.tu-chemnitz.de

Hintergrund zur ibug?

Im Mittelpunkt der ibug (kurz für Industriebrachenumgestaltung) steht die kreative Wiederbelebung verlassener Industrieanlagen, insbesondere von Zeugnissen der sächsischen Industriekultur. Internationale Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Graffiti, Street Art, Urban Art und Medienkunst gestalten die leerstehenden Gebäude neu und setzen sich dabei sowohl mit ihrer Geschichte als auch mit ihrer architektonischen Besonderheit auseinander. So verwandeln sich die Industriebrachen in temporäre Ausstellungsräume, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden und vergessene Aspekte der Industriegeschichte sichtbar machen.

Anne Eichhorn
21.08.2026

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