Fünf Jahre mit viel Leidenschaft für die Computertruhe Chemnitz
Ein zweites Leben für ausgediente IT-Geräte: TUC-Mitarbeiterin und Transferpreis-Trägerin Karola Köpferl engagiert sich mit ihrem Team für digitale Teilhabe – Hilfe kommt auch aus der Universität heraus
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Karola Köpferl ist Gründungsmitglied des Computertruhe Chemnitz e. V. Foto: Robert Köpferl -
Karola Köpferl, zum damaligen Zeitpunkt Promotionsstudentin an der Juniorprofessur Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik, wurde 2025 mit dem Transferpreis in der Kategorie „Gesellschaftliches Engagement innerhalb und außerhalb der Universität für Studierende der TU Chemnitz“ geehrt. Den Preis übergab Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz. Foto: Bildarchiv der Pressestelle und Crossmedia-Redaktion/Steve Conrad
Die Computertruhe Chemnitz feiert ihr fünfjähriges Bestehen. Seit dem Start im Februar 2021 bereitet das ehrenamtliche Projekt gebrauchte Computer und mobile Endgeräte auf und gibt sie kostenlos an bedürftige Menschen sowie gemeinnützige Einrichtungen in Chemnitz und der Region weiter. Seit der Gründung mit dabei ist auch Karola Köpferl, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement an der Technischen Universität Chemnitz. Sie kümmert sich dabei unter anderem um die technische Aufbereitung gespendeter Geräte, die Akquise von Sach- und Geldspenden und Fördermitteln sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Für ihr gesellschaftliches Engagement wurde sie 2025 mit einem Transferpreis der TU Chemnitz ausgezeichnet.
Die Computertruhe verfolgt ein einfaches Prinzip: Gespendete Computer, Laptops, Monitore oder Tablets werden technisch geprüft, gereinigt und datenschutzkonform gelöscht. Anschließend installiert das Team ein freies Linux-Betriebssystem mit Alltagssoftware. Die Geräte werden danach kostenfrei an Menschen mit geringem Einkommen sowie an gemeinnützige Organisationen weitergegeben. Seit 2021 konnten so am Standort Chemnitz mehr als 2.000 IT-Geräte erneut in Nutzung gebracht werden – darunter auch Smartphones und Drucker. Allein im Jahr 2025 waren es über 650 Geräte. Damit trägt das Projekt sowohl zur digitalen Teilhabe als auch zur Ressourcenschonung bei. Denn ein Großteil der CO₂-Emissionen eines Computers entsteht bereits bei der Herstellung. Durch die längere Nutzung vorhandener Geräte konnten seit dem Projektstart rund 200 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Auch zur TU Chemnitz bestehen Verbindungen: Bereits in der Anfangsphase unterstützte das Universitätsrechenzentrum die Initiative mit ausgedienten Desktop-Rechnern. Zudem engagieren sich mehrere Absolventinnen und Absolventen der TU Chemnitz im Chemnitzer Team der Computertruhe.
Aktuell nimmt die Computertruhe Chemnitz am Zukunftswettbewerb der Sparkasse Chemnitz teil. Bis zum 2. April 2026 werden dort Projekte aus der Region gewählt, die bis zu 2.000 Euro Fördermittel erhalten können. „Die Unterstützung wäre besonders hilfreich, da wichtige Ersatzteile wie SSDs und Arbeitsspeicher derzeit deutlich teurer werden – unter anderem durch die stark gestiegene Nachfrage nach Hardware für KI-Anwendungen. Gerade diese Komponenten werden benötigt, um ältere Rechner aufzurüsten und wieder einsatzfähig zu machen“, so Köpferl. Wer das Projekt in dieser Form unterstützen möchte, könne online abstimmen: https://ctr.mobi/zukunftspreis
Seit Mitte 2022 arbeitet der Verein in den Räumen des Reparaturcafés an der Ecke Paul-Arnold-Straße/Sonnenstraße in Chemnitz. Rund zehn Ehrenamtliche bereiten dort gespendete Computer und mobile Endgeräte fachgerecht auf und statten diese mit ressourcenschonenden Linux-Betriebssystemen und Alltagssoftware aus. „Neben gespendeten Laptops, SSDs und Arbeitsspeicher freut sich der Verein über finanzielle Unterstützung selbstverständlich auch über Interessierte, auch aus unserer Universität, die die Arbeit der Computertruhe kennenlernen und uns aktiv helfen möchten“, so Köpferl.
Weitere Informationen erteilt Karola Köpferl, E-Mail karola.koepferl@computertruhe.de.
Mario Steinebach
18.03.2026