Science2Industry: Transferformat der TU Chemnitz und des Industrievereins Sachsen gewinnt weiter an Profil
Am 5. Februar 2026 stand das Thema Mobilität im Mittelpunkt der Veranstaltung – Professoren von drei Fakultäten setzten Impulse für anschließende Diskussionsrunde
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Wissenstransfer bei einer Tasse Kaffee: „Science2Industry“ brachte erneut Vertreterinnen und Vertreter der TU Chemnitz und der Wirtschaft ins Gespräch. Foto: Ines Escherich
Mit der zweiten Ausgabe des Dialogformats Science2Industry haben die Technische Universität Chemnitz und der Industrieverein Sachsen 1828 e. V. den erfolgreichen Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie konsequent fortgesetzt. Das Frühstücksformat brachte erneut Wissenschaftler und Vertreter mittelständischer Unternehmen in einer bewusst kleinen Runde zusammen und machte deutlich, wie tragfähig und praxisnah der direkte Dialog inzwischen geworden ist.
Veranstaltungsort war dieses Mal der Funken Space in der Villa Rosenberg in Chemnitz. Das historisch bedeutende Gebäude, das über Jahre hinweg behutsam in seinen Originalzustand zurückgeführt wurde und heute als Kreativ-, Begegnungs- und Veranstaltungsraum dient, unterstrich den Charakter der Veranstaltung. Der Ort steht sinnbildlich für Transformation, Verantwortung und langfristiges Denken – Werte, die auch den Transfergedanken von Science2Industry prägen.
Im Mittelpunkt der zweiten Ausgabe stand das Thema Mobilität. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer folgten drei kompakte Impulse aus der Forschung, die unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Perspektiven auf zukünftige Mobilitätslösungen eröffneten.
Prof. Dr. Klaus Mößner (Professur Nachrichtentechnik) widmete sich dem Thema vernetzte Mobilität und zuverlässige Kommunikation. Er zeigte auf, dass moderne Mobilitätssysteme auf hochrobuste und verlässliche Kommunikationslösungen angewiesen sind. Während Datenübertragung im Alltag oft selbstverständlich erscheint, sind in sicherheitskritischen Anwendungen Redundanz, hybride Netze sowie belastbare Modellierungs- und Simulationsansätze unverzichtbar.
Prof. Dr. Thomas von Unwerth (Professur Alternative Fahrzeugantriebe) stellte die Arbeiten im Bereich alternativer Fahrzeugantriebe vor und ordnete Wasserstoff- und Elektromobilität als komplementäre Bausteine nachhaltiger Antriebssysteme ein. Deutlich wurde dabei, dass die Zukunft der Mobilität nicht eindimensional gedacht werden kann, sondern differenzierte Lösungen je nach Anwendung erfordert – von Pkw über Nutzfahrzeuge bis hin zu weiteren Mobilitätsformen.
Prof. Dr. Stefan Hüsig (Professur Innovationsforschung und Technologiemanagement) gab Einblicke in das Innovations- und Technologiemanagement und beleuchtete neue Mobilitätskonzepte sowie Geschäftsmodelle. Er machte deutlich, wie entscheidend es ist, technologische Entwicklungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Nutzerbedürfnisse frühzeitig zusammenzudenken, damit Innovationen nicht nur entstehen, sondern auch erfolgreich in den Markt gelangen.
Im Anschluss an die Kurz-Pitches nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das gemeinsame Frühstück für einen intensiven Austausch. In zahlreichen Gesprächen wurden mögliche Kooperationsfelder ausgelotet, Perspektiven abgeglichen und erste Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte identifiziert. Die Atmosphäre war geprägt von fachlicher Neugier, Offenheit und dem gemeinsamen Interesse, Innovation praktisch voranzubringen.
Der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, betonte die strategische Bedeutung des Formats: „Die TU Chemnitz ist eine äußerst transferstarke Universität, die das Ziel verfolgt, zusammen mit der Wirtschaft kontinuierlich neue Transferpotenziale zu identifizieren. Formate wie Science2Industry schaffen den Raum dafür und befördern den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Ich danke dem Industrieverein Sachsen 1828 e. V. sehr herzlich für die hervorragende Kooperation.“
Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins Sachsen 1828 e. V., hob den Anspruch des Formats ebenfalls hervor: „Science2Industry hat sich bereits mit der zweiten Ausgabe als verlässliche Plattform etabliert. Unser Ziel ist es, Wissenschaft sichtbar zu machen, Unternehmen frühzeitig einzubinden und Räume zu schaffen, in denen Vertrauen entsteht und aus Ideen konkrete Zusammenarbeit wird.“
Die Veranstalter kündigten an, Science2Industry als regelmäßiges Frühstücksformat fortzuführen. Damit soll der Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter vertieft und Chemnitz nachhaltig als Standort für anwendungsorientierte Forschung und industriellen Transfer positioniert werden.
(Autorin: Katrin Hoffmann)
Mario Steinebach
06.02.2026