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Wie gelingt und woran scheitert Aufklärung und Gedenkarbeit zu rechtsextremen Gewalttaten?

Neuer von Forschenden aus Chemnitz und Leipzig herausgegebener Band erkundet Aufarbeitung und Gedenken bei rechten Gewalttaten – Buchvorstellung am 2. Juli 2025 im Chemnitzer NSU-Dokumentationszentrum

„Rechtsextreme Gewalttaten – darunter gerade auch rechtsterroristische Morde – stellen heute erschreckenderweise eine wiederkehrende, aber nicht hinnehmbare Begebenheit dar. Wie man etwa am noch immer suchenden Umgang mit der Aufarbeitung des NSU-Komplexes sieht, bleibt der angemessene Umgang damit eine offene Frage“, sagt Dr. Ulf Bohmann, Vertreter der Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologische Theorien an der Technischen Universität Chemnitz. Mit der jüngsten Eröffnung des NSU-Dokumentationszentrums „Offener Prozess“ in Chemnitz sei dies auch zentraler Teil der Europäischen Kulturhauptstadt 2025, in der die TU Chemnitz eine wichtige Akteurin und Partnerin sei.  

Bohmann und Dr. Piotr Kocyba, langjähriger Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz und heute am Else-Frenkel-Brunswik-Institut Leipzig tätig, widmen sich in ihrem neu erschienenen und online frei zugänglichen Band „Rechte Gewalttaten in Deutschland. Aufarbeitung und Gedenkarbeit im lokalen Kontext“ Grundlagen, Fallanalysen und Praxisbeispielen in diesem Zusammenhang. Auf 246 Seiten kommen einschlägige Forschende aus diversen akademischen Disziplinen wie auch zivilgesellschaftlich Engagierte zu Wort. Dies wird ergänzt durch Interviews zur Perspektive von Betroffenen (Semiya Şimşek, Tochter des ersten Mordopfers des NSU), des Journalismus (Annette Ramelsberger, Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung) sowie der Rechtsstaatlichkeit (Dr. Björn Elberling, Anwalt für Betroffene rechtsextremer Gewalt).

Der Band richtet sich gleichermaßen an Forscherinnen und Forscher wie Praktikerinnen und Praktiker aus dem Bereich Rechtsextremismus und politische Bildung, und ist darüber hinaus auch für Bürgerinnen und Bürger und zivilgesellschaftliche Akteure interessant, die sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der gelingenden lokalen Gedenk- und Aufklärungsarbeit auseinandersetzen wollen.

Hintergrund des Bandes ist eine Tagung, die im Kontext der von den beiden Herausgebern erarbeiteten Ausstellung „Zwickau und der NSU. Auseinandersetzung mit rechtsextremen Taten“ von 2024. Ausstellung, Tagung und Band wurden gefördert mit Mitteln des (mittlerweile ehemaligen) Sächsischen Staatsministeriums für Justiz und für Demokratie Europa und Gleichstellung sowie in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Zwickau und dem Chemnitzer Verein ASA-FF e.V.

Veranstaltungshinweis: Am 2. Juli 2025 wird der Band ab 18:30 Uhr im Rahmen des Programms des NSU-Pilotdokumentationszentrums „Offener Prozess“ (Johannisplatz 8, Chemnitz) von den beiden Herausgebern Piotr Kocyba und Ulf Bohmann kurz vorgestellt, gefolgt von Kurzvorträgen der Autoren Christian Nicolae-Gesellmann und Danilo Starosta, die einen besonderen Fokus auf den lokalen Kontext in Chemnitz und Zwickau legen. Anschließend gibt es die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Hier geht es zur Anmeldung.

Weitere Informationen erteilt Dr. Ulf Bohmann, Telefon +49 (0)371 531-31153, E-Mail ulf.bohmann@hsw.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
10.06.2025

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