Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Forschung

Überblick zu 50 Jahre Forschung auf dem Gebiet der Glaskeramiken

Neuer Review-Artikel zu Kristallisation und Phasenseparation in Werkstoffen mit Beteiligung von Chemnitzer Wissenschaftler in Fachzeitschrift „Progress in Materials Science“ veröffentlicht

Kristallisation und Phasenseparation sind grundlegende Prozesse der Mikrostrukturbildung, welche die Eigenschaften von Werkstoffen bestimmen. Besonders anschauliche Einblicke in den Ablauf der Kristallisation bieten beispielsweise Gläser bzw. Glasschmelzen, die aufgrund ihrer amorphen Matrix häufig optisch transparent sind und in denen die o. g. Prozesse aufgrund ihrer hohen Viskosität vergleichsweise langsam ablaufen. Dadurch ist es möglich, Umwandlungen in Werkstoffen zu kontrollieren und ggf. „einzufrieren“, wenn ein besonders interessantes Stadium erreicht oder eine gewünschte Mikrostruktur eingestellt ist. Alle Kristallwachstumsmechanismen von „sphärisch“ über „polygon“, „viscous fingering“ und „dendritisch“ lassen sich so untersuchen. Der Stand der Forschung der letzten fünf Jahrzehnte wurde nun in einem umfangreichen Review unter Mitwirkung von Dr. Wolfgang Wisniewski, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Elektronenmikroskopie und Mikrostrukturanalytik (Leitung: Prof. Dr. Andreas Undisz) aufgearbeitet und in der renommierten Fachzeitschrift „Progress in Materials Science“ veröffentlicht.

Wissenschaftlich Hauptverantwortlicher für die publizierte Arbeit ist Prof. Dr. Christian Rüssel (Friedrich-Schiller-Universität Jena), der auch nach seiner Emeritierung 2018 weiter eng mit Dr. Wisniewski zusammenarbeitet. Das etablierte Team hat in den letzten Jahren weitere hochwertige Review-Artikel zum gemeinsamen Forschungsgebiet der Glaskeramiken publiziert und diese Aktivitäten nun vorerst mit der Arbeit zu „Glass-Ceramic Engineering: Tailoring the Microstructure and Properties“ abgerundet. Während sich bisherige Übersichtsarbeiten im Fachgebiet auf die klassische Keimbildungstheorie oder technische Zusammensetzungen und deren industrielle Bedeutung konzentrierten, stellen Rüssel und Wisniewski die grundlegenden Methoden zum Einstellen von Mikrostrukturen und damit der Werkstoffeigenschaften ins Zentrum ihres Beitrags.

Eine wesentliche methodische Grundlage für Wisniewskis Forschung ist die Rückstreuelektronenbeugung (EBSD) zur Analyse der Kristallisation von Werkstoffen. Der Chemnitzer Wissenschaftler hat die EBSD in den letzten 15 Jahren intensiv zur lokalen Orientierungsmessung und Phasenidentifikation eingesetzt und methodisch weiterentwickelt. „Seine Expertise kommt nun unmittelbar der Erforschung früher Oxidationsstadien metallischer Legierungen zugute“, freut sich Undisz. So konnte das Team der Professur Elektronenmikroskopie und Mikrostrukturanalytik kürzlich eine interessante Parallele aufzeigen: „In frühen Oxidationsstadien metallischer Legierungen ist die wenige Nanometer dünne Oxidschicht häufig amorph und zeigt Hinweise auf Oberflächenkristallisation, ein Phänomen das häufig bei der Kristallisation von Gläsern beobachtet wird“, erläutert der Chemnitzer Universitätsprofessor.

Publikation: Christian Rüssel, Wolfgang Wisniewski: Glass-Ceramic Engineering: Tailoring the Microstructure and Properties, Progress in Materials Science 152 (2025) 101437, https://doi.org/10.1016/j.pmatsci.2025.101437

Weitere Informationen erteilen Dr. Wolfgang Wisniewski, Telefon +49 (0)371 531-33143, E-Mail wolfgang.wisniewski@mb.tu-chemnitz.de, und Prof. Andreas Undisz, Telefon +49 (0)371 531-34528, E-Mail andreas.undisz@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
17.03.2025

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

  • Ein Mann und eine FRau stehen vor einer Tafel, an der farbige Puzzlesteine befestigt sind.

    Die Kombi macht’s: TU Chemnitz startet Bachelorstudiengang mit 99 Kombinationsmöglichkeiten

    Für maßgeschneiderte Profile in Zeiten des Wandels: Ab dem Wintersemester 2026/27 können Studierende ein Hauptfach frei mit einem Nebenfach kombinieren – Neuer Kombinationsstudiengang soll insbesondere den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Chemnitz und die Region Südwestsachsen stärken …

  • Porträt einer Frau

    Im Fokus: Bedroh­liche Veränderungen der politischen Kultur

    Prof. Dr. Susanne Rippl vom Arbeitsbereich Politische Soziologie der TU Chemnitz ist Co-Autorin eines Buches, das aufzeigt, wie rechte Narrative die Demokratie unterwandern …

  • Porträt eines Mannes

    Schichtungen im Moment des Hörens

    Konzertsymposium „Schichtungen: Chemnitz, Berlin, Wien. In memoriam Peter Ablinger“ bringt vom 21. bis zum 22. Mai 2026 internationale Komponisten und Interpreten, Installationen, Konzeptkunst und wissenschaftliche Perspektiven an die TU Chemnitz und in die Kunstsammlungen Chemnitz …

  • Eine Europa-Tischflagge steht vor einem Globus.

    Diskutieren über Europa

    Professur Europäische Integration mit dem Schwerpunkt Europäische Verwaltung der TU Chemnitz unterstützt am 11. Mai 2026 öffentliche Podiumsdiskussion – Interessierte können sich für die Veranstaltung bis zum 4. Mai anmelden …