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Millionenförderung für selbstfahrende Shuttles

Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert Forschungsprojekt zur Erforschung autonomer Mobilität im ländlichen Raum unter Beteiligung der TU Chemnitz bis 2024 mit rund elf Millionen Euro

Die Professur Nachrichtentechnik (Leitung: Prof. Dr. Klaus Mößner; Philipp Lindner) der Technischen Universität Chemnitz ist seit 2020 Teil des leistungsstarken Konsortiums „Shuttle-Modellregion Oberfranken (SMO)“. Hier haben sich Partnerinnen und Partner aus Wissenschaft, Industrie, Verkehr, Politik und Wirtschaft zusammengeschlossen, um die Leistungsfähigkeit elektrischer und fahrerloser Shuttles als umweltfreundliche Mobilitätsalternative im ländlichen Raum zu erforschen. Nun hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr bekanntgegeben, das Projekt mit über elf Millionen Euro bis 2024 weiter zu fördern. Damit tritt das Projekt in die zweite Phase ein. Während im Rahmen der ersten Phase „SMO I“ die Etablierung des Shuttle-Betriebs in den Modellkommunen Kronach, Hof und Rehau erfolgte, soll nun im Rahmen der neuen Phase „SMO II“ der führerlose und autonome Betrieb im Fokus stehen.

Die Professur Nachrichtentechnik der TU Chemnitz wird auch in der zweiten Projektphase ihre Expertise und Forschungsleistung im Bereich der Sensorik einbringen. Konkret geht es darum, ein Verfahren zur Umwelterfassung und Vernetzung autonomer Fahrzeugflotten zu entwickeln. Dadurch sollen die autonomen Fahrzeuge ihre Umgebung besser wahrnehmen können. Dazu gehört auch die Erstellung eines dynamischen 3D-Echtzeitbildes unter Zuhilfenahme von KI-Systemen und maschinellem Lernen. Hierzu werden die Shuttles mit zusätzlichen Sensoren ausgerüstet und durch die gewonnenen Daten mittels neuronaler Netze trainiert. So sollen später Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und -fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sicher erkannt werden. Zudem müssen die Fahrzeuge besser miteinander sowie mit der technischen Infrastruktur zum Betrieb der Shuttles kommunizieren können, um sich effektiv selbstständig zu bewegen.

Neu dabei ist in der aktuellen Projektphase die Forschungsgruppe Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz (Prof. Dr. Josef Krems; Dr. Matthias Beggiato). Der Forschungsschwerpunkt liegt dort im Bereich der Mensch-Technik Interaktion, konkret in der Entwicklung einer auf Licht basierenden Kommunikationsstrategie der Fahrzeuge. So sollen vor allem Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gewarnt und die Kommunikation der Shuttles hinsichtlich Verständlichkeit, Akzeptanz, Erwartungen und Vertrauen in Probandenstudien geprüft werden.

Hintergrund: SMO-Konsortium

Das an dem Projekt beteiligte Konsortium umfasst zehn Partnerinnen und Partner: Dazu gehören neben der TU Chemnitz die Landkreise Hof und Kronach sowie die Stadt Hof. Ergänzt wird das Konsortium von den Industriepartnern RBO Regionalbus Ostbayern GmbH (DB Regio Bus), REHAU Automotive SE & Co. KG., die Brose Fahrzeugteile SE & Co. KG und dem Konsortialführer Valeo Schalter und Sensoren GmbH in Kronach sowie den Hochschulen Hof und Coburg. Koordiniert wird das Projekt von der Berliner Mobilitätsberatung Nuts One. Neu hinzugekommen ist in Phase „SMO-II“ die Marktgemeinde Bad Steben, die zugleich einen neuen Einsatzort für das Modellvorhaben stellt.

Weitere Informationen erteilt: Dipl.-Ing. Philipp Lindner, Professur Nachrichtentechnik der TU Chemnitz, Tel. +49-371-531-35148, E-Mail philipp.lindner@etit.tu-chemnitz.de.

Matthias Fejes
11.05.2022

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