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Was die Menschen im Erzgebirge bewegt

Forschungsgruppe Allgemeine Psychologie und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz stellt Ergebnisse der Befragung zum Mobilitätsverhalten im Großraum Chemnitz-Stollberg-Annaberg-Marienberg-Zschopau vor

Der Weg von der und zur Arbeit sowie das Einkaufen sind die wichtigsten Gründe, weshalb Personen in Chemnitz und im Erzgebirge unterwegs sind. Erst dann folgen der Besuch von Freunden oder Verwandten, sportliche Freizeitaktivitäten und die Tätigkeit in einem Verein. Dies ist das wesentliche Ergebnis einer Online-Befragung der Forschungsgruppe Allgemeine Psychologie und Arbeitspsychologie der Technischen Universität Chemnitz, an der von Mitte Mai bis Mitte August 2020 insgesamt 277 volljährige Personen aus dem Großraum Chemnitz-Stollberg-Annaberg-Marienberg-Zschopau teilnahmen, die regelmäßig im betrachteten Mobilitätsraum unterwegs sind. Im Mittelpunkt stand deren Einstellung zu den angebotenen Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Die Reisezeiten finden für Arbeitsfahrten überwiegend an Werktagen zwischen 5 und 18 Uhr statt und für Freizeitfahrten eher am Wochenende zwischen 9 und 22 Uhr. „Betrachtet man speziell die ÖPNV-Angebote, so konnten wir feststellen, dass diese von allen Altersstufen zwischen 18 und 76 Jahren genutzt werden und es dabei auch keinen Geschlechterunterschied gibt“, berichten Sebastian Mach und Dr. Nadine Rauh von der Studienleitung. Auch wenn der Anteil der ÖPNV-Nutzenden in der Fragebogenstichprobe rund 25 Prozent betrug, gehen die Forscherinnen und Forscher auf Basis von über die Online-Befragung hinausgehende 166 Vor-Ort-Interviews davon aus, dass der Anteil der ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzern in der Region etwa bei zehn Prozent liegt.

„Zur Identifikation aktueller Barrieren nutzten wir unter anderem auch offene Fragen und erhielten hier sehr viele und wertvolle Rückmeldungen, die aktuelle Barrieren detailliert beschreiben“, sagt Mach. So wünschten sich beispielsweise 61 Prozent der Teilnehmenden der Online-Befragung ein räumlich und zeitlich umfangreicheres ÖPNV-Angebot, vor allem auch an den Tagesrandzeiten und am Wochenende. Ebenso wurden mehr Informationen gewünscht, hauptsächlich über Verspätungen und Ausfälle von Bussen und Bahnen. „Besonders für die Personen, die bereits regelmäßig den ÖPNV nutzen, waren der Komfort und die Barrierefreiheit wichtige Themen“, fügt Mach hinzu. Hingegen sei es auf Grund von höherer Flexibilität vor allem in ländlichen Raum durchaus verständlich, dass Personen, die ständig einen Zugriff auf einen PKW haben, eher dieses Verkehrsmittel wählen als den ÖPNV.

Auf Basis des nun vorliegenden Überblicks über die Nutzung, die Nachfrage und die Barrieren des ÖPNV wird nun im Forschungsprojekt „Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum“ ein Konzept entwickelt, das die aktuellen Herausforderungen adressieren und damit den ÖPNV künftig attraktiver machen soll. Das Projekt ordnet sich in das Gesamtvorhaben Smart Rail Connectivity-Campus (SRCC) ein, das seit 2019 im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Initiative „WIR! - Wandel durch Innovation in der Region!“ gefördert wird.

Weitere Informationen erteilen Sebastian Mach, E-Mail sebastian.mach@psychologie.tu-chemnitz.de, Dr. Nadine Rauh, E-Mail nadine.rauh@psychologie.tu-chemnitz.de, und Dr. Steve Rother, E-Mail steve.rother@wirtschaft.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
26.02.2021

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