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Struktur eines photonischen Kristalls. Solche Kristalle sind Gegenstand aktueller Forschung und wurden von den beiden Schülern aus Kunststoffkugeln hergestellt sowie unter anderem auf ihre optischen Eigenschaften untersucht. Foto: TU Chemnitz

Uni aktuell Schüler

Doppelt ausgezeichnet hält besser

An der TU Chemnitz entstandene BeLL-Arbeit erhält den Abitur-Preis der Siemens AG und den Schülerpreis Physik 2007 des Forschungszentrums Dresden Rossendorf

Seit 1999 besteht an sächsischen Gymnasien die Möglichkeit, eine so genannte "Besondere Lernleistung" (BeLL) in das Abitur einzubringen. In der mindestens einjährigen Projektarbeit sollen sich die Schüler eigenständig in ein Fachgebiet einarbeiten und ihre Fragestellung wissenschaftlich bearbeiten. Eine Kooperation mit außerschulischen Partnern ist dabei ausdrücklich erwünscht. Die TU Chemnitz steht jedes Jahr vielen zukünftigen Abiturienten als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Auch Sascha Löbel und Mark Lösche vom Johannes-Kepler-Gymnasium in Chemnitz nutzten diese Chance und fertigten unter der Betreuung der ehemaligen Juniorprofessur Photonik und optische Materialien mithilfe ihres schulischen Betreuers Thomas Scheunert eine mittleweile zweifach prämierte Arbeit an. Ihre BeLL "Herstellung und Charakterisierung photonischer Kristalle" wurde mit dem Abitur-Preis der Siemens AG ausgezeichnet und vom Forschungszentrum Dresden Rossendorf (FZD) zu einer der fünf besten sächsischen "Besonderen Lernleistungen" im Fachbereich Physik 2007 gekürt.

"Photonische Kristalle sind neuartige Materialien, die mit ihren Eigenschaften stark an Halbleitermaterialien erinnern. Während diese die Ausbreitung von Elektronen beeinflussen und dadurch die Grundlage der modernen Mikroelektronik bilden, verändern photonische Kristalle die Ausbreitung von Licht", erklärt der ehemalige Juniorprofessurinhaber und Betreuer der beiden Schüler, Prof. Dr. Frank Cichos. Die Faszination dieser kleinen Elemente liegt in der Möglichkeit, Materialien mit ganz spezifischen Eigenschaften herzustellen. Die beiden Schüler stellten photonische Kristalle aus 260 bis 466 Nanometer großen Kunststoffkugeln her. Mithilfe von Mikroskopie und Spektroskopie bestimmten sie die Strukturen und optischen Eigenschaften der Kristalle. Des Weiteren untersuchten sie die Emission von Farbstoffen.

"Die Qualität der Arbeit ist der einer Diplomarbeit in nichts nachständig", weiß Prof. Cichos und lobt weiterhin: "Die experimentellen Ergebnisse sind qualitativ hochwertig und Gegenstand aktueller Forschung." Die beiden Schüler haben dabei nahezu alle Messungen selbstständig ausgeführt, ausgewertet und im Umgang mit den komplexen technischen Geräten das notwendige Geschick und Sorgfalt bewiesen. "Die schwierigen und komplexen Fragestellungen haben Mark Lösche und Sascha Löbel hervorragend beantwortet und dokumentiert", so Prof. Cichos. Während die beiden die Auszeichnung der Siemens AG schon in den Händen halten, erfolgt die Prämierung durch das FZD erst am 21. September 2007. Mit einem Vortrag präsentieren die Schüler im Forschungszentrum Dresden Rossendorf dann nochmals ihre Arbeiten und haben die Chance, mit ihrer Leistung noch das Lob der besten Arbeit in Sachsen zu erhalten. Vielleicht sind ja aller guten Dinge drei.

Weitere Informationen erteilt der Betreuer der Arbeit, Prof. Dr. Frank Cichos, Telefon 0341 9732-571.

(Autorin: Nicole Leithold)

Katharina Thehos
16.08.2007

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