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Einblicke in die „Militärgeschichte des Mittelalters“

Chemnitzer Militärhistoriker Prof. Dr. Martin Clauss zeichnet in seinem neuesten Buch ein facettenreiches Bild einer kriegerischen Epoche und zeigt, dass selbst die Kenntnisse von Pferdekot wichtig sein konnten

Von den Merowingern – dem ältesten Königsgeschlecht der Franken – bis zu den Türken, von den Kreuzzügen zum Hundertjährigen Krieg, von Schild und Schwert bis zur Erfindung des Schießpulvers, der wohl wichtigsten Neuerung auf technischem Gebiet der Kriegsführung – Prof. Dr. Martin Clauss, Inhaber der Professur für die Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz, erzählt in seinem neuen Buch die Geschichte des Militärwesens im Mittelalter von den frühmittelalterlichen Heerkönigen bis zu den Gewalthaufen des Spätmittelalters.

„Die Realität des Krieges unterschied sich deutlich von einem romantischen Bild vom Helden zu Pferde, das uns heute durch viele Spielfilme vermittelt wird. Technische Entwicklungen und immer wieder neue Gegner zwangen die Feldherren im Mittelalter zu immer neuen Finten, Taktiken und Strategien, die mitunter sehr modern und vertraut anmuten können“, sagt Clauss. Aus überlieferten Schriften weiß er, dass man bereits im 9. Jahrhundert über ausgefeilte technische und organisatorische Möglichkeiten der Kriegsführung verfügte. „Transportable Schiffe und disziplinierte Truppenbewegungen machten schon damals geheime Operationen im Rücken des Feindes möglich“, so der Historiker. Eine solche Geheimoperation war jedoch zum Scheitern verurteilt gewesen, wenn der Gegner beispielswiese am Pferdekot entdeckte, dass Militärpferde unterwegs waren, denn die wurden meist mit Gerste gefüttert.

Clauss beschreibt in seinem Buch anschaulich das Handwerk des Krieges in einer kriegerischen Epoche und geht dabei auf wichtige militärgeschichtliche Aspekte ein. So zeigte sich im Mittelalter im Bereich der Schlachttaktik ein Trend von berittenen Truppen zu solchen, die zu Fuß kämpften. Damit einher ging eine Vergrößerung der Heere. Vom Heerkönigtum bis zum Rittertum blieb der mittelalterliche Adel immer am Krieg gebunden. Militärisch setzten u. a. Büchsen, Stangenwaffen und die Schlachtordnung in Form sogenannter Gewalthaufen dem Rittertum ein Ende. „Kein Reich und keine Gesellschaftsgruppe blieben im Mittelalter  dauerhaft oder langfristig vom Krieg verschont, jahrhundertelange Friedensphasen gab es nicht“, so Clauss.

Zur Person: Prof. Dr. Martin Clauss

Prof. Dr. Martin Clauss ist Inhaber der Professur für die Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises Militärgeschichte. Er forscht auf den Gebieten Mittelalterliche Geschichte, Historiographiegeschichte und mittelalterliche Militärgeschichte.

Bibliographische Angaben: Clauss, Martin: Militärgeschichte des Mittelalters, München 2020, Verlag C.H.Beck, 128 Seiten, ISBN 978-3-406-75752-5, Preis: 9,95 Euro

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Martin Clauss, E-Mail martin.clauss@phil.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
27.08.2020

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