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Trauer um ehemaligen Rektor der Universität

Prof. Dr. Günther Hecht, der von 1991 bis 1997 Rektor der TU Chemnitz war, verstarb am 6. Juni 2020

Prof. Dr. Günther Hecht, von 1991 bis 1997 Rektor der Technischen Universität Chemnitz, ist am 6. Juni 2020 verstorben. „Professor Hecht war jahrzehntelang ein führender Forscher und geschätzter Hochschullehrer an der TU Chemnitz und ihren Vorläufereinrichtungen. Mit außerordentlichem Engagement und herausragender fachlicher Kompetenz prägte er als erster gewählter Rektor der TU Chemnitz nach der Wiedervereinigung die Erneuerung unserer Universität. Er hat die TU Chemnitz maßgeblich gestaltet und geprägt sowie dazu beigetragen, dass ihr der Status einer Universität erhalten werden konnte. Auch nach seiner Emeritierung fühlte er sich unserer Universität eng verbunden. Wir danken ihm vielmals für sein langjähriges Wirken zum Wohle der TU Chemnitz und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie“, sagt Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz.

Gerade die Jahre der Amtszeit von Prof. Hecht waren für die Chemnitzer Universität entscheidende Jahre. Es ging um eine personelle und inhaltliche Erneuerung der sächsischen Hochschulen, die sich nicht nur als komplizierte, sondern auch als eine mit vielen menschlichen Problemen belastete Aufgabe erwies. Die in ihrer hochschulpolitischen Bedeutung besonders für die Chemnitzer Region so wichtige Entscheidung, der Hochschule in Chemnitz den Universitätsstatus zu erhalten, war das Ergebnis langer und schwieriger Diskussionen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Sächsischen Landtag und der Sächsischen Hochschulkommission.

Zur Person: Prof. Dr. Günther Hecht

Günther Hecht wurde am 24. November 1937 im mecklenburgischen Granzin geboren. Er studierte von 1956 bis 1961 Physik an der damaligen Technischen Hochschule (TH) Dresden. Danach arbeitete er auf dem Gebiet der Analysenmesstechnik am Institut für Regelungstechnik in Berlin und wechselte 1964 als Assistent an das Institut für Technische Physik der TH Karl-Marx-Stadt – Vorläufereinrichtung der heutigen TU Chemnitz. Im Jahre 1969 wurde er promoviert und ein Jahr später zum Hochschuldozenten für Festkörperphysik ernannt. In seiner langjährigen Hochschullaufbahn vollbrachte er herausragende Leistungen in Forschung und Lehre. Dazu zählen die Lehraufgaben für Studierende der Fachrichtung Elektronische Bauelemente und der Aufbau des Industriepraktikums für Studierende der Fachrichtung Physik. Günther Hecht leitete über zwei Jahrzehnte eine Forschungsgruppe, die sich im Verbund mit der Industrie mit dem Problem der "Edelmetalleinsparung an elektronischen Steckverbindungen" beschäftigte. Während seiner Lehrtätigkeit betreute er über 20 Doktor- und 50 Diplomarbeiten. Seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse fanden ihren Niederschlag in 80 Veröffentlichungen. Trotz seiner herausragenden Leistungen kam eine 1984 von der Sektion Physik vorgeschlagene Berufung zum Professor aus politischen Gründen nicht zustande. So wurde Günther Hecht erst nach der politischen Wende zum Professor berufen: 1991 zum außerordentlichen Professor und ein Jahr später zum ordentlichen Professor für Technische Physik an der TU Chemnitz.

Im Jahr 1991 wurde Prof. Hecht zum Rektor gewählt und 1994 wiedergewählt. In seiner sechsjährigen Amtszeit wirkte er herausragend an der Neugestaltung der bestehenden Fakultäten der Universität und am Aufbau der Philosophischen Fakultät und der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften mit, die 1993 bzw. 1994 gegründet wurden. Seine hohen Verdienste um die Universität würdigte die TU 1999 mit der Verleihung der Würde des "Ehrensenators der Technischen Universität Chemnitz". 2002 wurde ihm der Verdienstorden des Freistaates Sachsen verliehen. Auch nach seiner Emeritierung  engagierte sich Prof. Hecht für seine Universität, u. a. mehrere Jahre im Vorstand der Gesellschaft der Freunde der TU Chemnitz e.V.

Mario Steinebach
09.06.2020

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