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Behelfsvisiere aus dem 3D-Drucker

Fakultät für Maschinenbau der TU Chemnitz unterstützt medizinische Einrichtungen in der Region bei der Versorgung mit spezieller Schutzausrüstung – 3D-Druck-Hilfsaktion soll ausgedehnt werden

Die steigende Zahl von Covid-19-Infektionen in der Region fordert auch hier einen verstärkten Personaleinsatz zur Behandlung erkrankter Personen. Dabei ist der Schutz des medizinischen und Pflege-Personals in den Krankenhäusern und Kliniken von besonderer Bedeutung. Jedoch ist in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie die Versorgung mit Schutzausrüstungen sehr angespannt, was Anfragen an die Technische Universität Chemnitz und damit verbundene Bitten um Unterstützung bestätigen. Deshalb hat die Fakultät für Maschinenbau der TU Chemnitz innerhalb weniger Tage nach erfolgreichen Prototypen-Tests mehr als 100 Behelfsvisiere aus Kunststoff gefertigt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fakultät gelang es gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern sowie Privatpersonen aus der Region, die Kopfhalterungen im 3D-Druck herzustellen, an denen transparente Laminier- oder Overheadfolien befestigt werden. Die Folien können nach Gebrauch einfach ersetzt werden. Diese Gesichtsschutzvisiere dienen als zusätzliche Infektionsbarriere und werden über einem herkömmlichen Mund-Nasen-Schutz getragen. Sie schützen oft mehr als eine konventionelle Schutzbrille.

Die ersten Behelfsvisiere wurden zu Beginn der Woche an Krankenhäuser in der Region übergeben – so auch an das Klinikum Mittweida. Dazu sagt dessen Geschäftsführer Florian Claus: „Um sowohl unser Personal als auch unsere Patienten zu schützen, ist eine entsprechende Schutzkleidung so wichtig – gleichzeitig aber auch so knapp – wie nie zuvor. Dank der Initiative und der Unterstützung der TU Chemnitz und der unkomplizierten, schnellen Hilfe konnten wir unserem Personal kurzfristig Visiere für ihre Arbeit im Umgang mit den Corona-Patienten zur Verfügung stellen. Die Visiere kommen unter anderem bereits auf unserer Intensivstation zum Einsatz.“

Die Produktion des Gesichtsschutzes, die von der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der TU Chemnitz koordiniert wurde, unterstützten die Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement, die Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik, die Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik sowie die Chemnitzer Unternehmen Hörmann Rawema Engineering & Consulting GmbH und WIR electronic GmbH.

„Ich danke allen Beteiligten sehr herzlich für ihr spontanes, kreatives und erfolgreiches Handeln, um die großartigen Bemühungen der Mediziner und Pflegekräfte in der Region wirksam zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Thomas Lampke, Dekan der Fakultät für Maschinenbau. Derzeit werde fakultätsweit an weiteren Behelfsvisieren für medizinisches Personal und die Unterstützung von Pflegeeinrichtungen gearbeitet. Wer einen 3D-Drucker besitzt und sich an der Hilfsaktion der Fakultät beteiligen möchte oder auch selbst Bedarf an deartigen Visieren hat, kann sich an folgende Personen wenden: Hendrik Unger, E-Mail hendrik.unger@mb.tu-chemnitz.de, Telefon 0371 531-35983; Riccardo Prielipp, E-Mail riccardo.prielipp@mb.tu.chemnitz.de, Telefon 0371 531-33400, sowie Philipp Wilsky, E-Mail philipp.wilsky@mb.tu-chemnitz.de,  Telefon 0371 531-33210.

Mario Steinebach
09.04.2020

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