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Gute wissenschaftliche Praxis
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Gute wissenschaftliche Praxis

Mit der Aufnahme einer Promotion an der Philosophischen Fakultät verpflichten Sie sich zu wissenschaftlicher und intellektueller Redlichkeit, wie sie den Grundsätzen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der TU Chemnitz festgehalten ist. Diese Grundsätze sind an Empfehlungen und Denkschriften wissenschaftspolitischer Institutionen angelehnt wie:

Wissenschaftliche Redlichkeit

Allerdings sind all diese Regelkataloge auch unter einer kürzeren Formel zusammenfassbar, denn sie beziehen sich alle auf wissenschaftsethisches Verhalten (wissenschaftliche Redlichkeit) unter der Prämisse der Freiheit der Wissenschaft. Dieses schlägt sich vornehmlich in zwei Bereichen wissenschaftlichen Arbeitens nieder:

  • in Bezug auf das spezifische Ethos der Wissenschaftlergemeinschaft (Hier geht es um die Handlungsbedingungen, denen Sie als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Interesse der Wahrheitsfindung folgen sollten, das heißt beispielsweise den methodologisch korrekten Umgang mit Daten von deren Erhebung über deren Analyse bis hin zur aufrichtigen Kommunikation der Ergebnisse in Publikationen.)
  • in Bezug auf das Verhältnis von allgemeinen moralischen Orientierungen zu den Folgen und Problemen, die durch die Erzeugung und Verwendung wissenschaftlichen Wissens hervorgerufen werden (Diese Perspektive wird bei der experimentellen Erzeugung von Wissen beispielsweise mit Hilfe von Versuchstieren relevant oder auch bei der Anwendung von Wissen in Bereichen wie Genetik oder Atomphysik.)

Intellektuelle Redlichkeit

Was der Haltung wissenschaftlicher Redlichkeit im Handeln vorausgeht, damit haben sich Vertreter ebenso der Natur- wie der Geisteswissenschaften beschäftigt: 

Feynman (1999) schreibt:

„That is the idea that we all hope you have learned in studying science in school – we never explicitly say what this is, but just hope that you catch on by all the examples of scientific investigation. It is interesting, therefore, to bring it out now and speak of it explicitly. It’s a kind of scientific integrity, a principle of scientific thought that corresponds to a kind of utter honesty-a kind of leaning over backwards. ( … ) The first principle is that you must not fool yourself-and you are the easiest person to fool. So you have to be very careful about that. After you’ve not fooled yourself, it’s easy not to fool other scientists. You just have to be honest in a conventional way after that.“
Feynman, R. P. (1999). Cargo Cult Science: Some Remarks on Science, Pseudoscience, and Learning How to Not Fool Yourself. In: J. Robbins. (Ed.). The Pleasure of Finding Things Out. The Best Short Works of Richard P. Feynman. Cambridge: Helix Books, pp. 205-216.

Tugendhat (2007) beschreibt ganz ähnlich:

„Daß wir ein Motiv haben, in epistemisch-technischen Fragen nach der Wahrheit zu fragen und klar zu denken, erscheint unproblematisch und selbstverständlich. ( … ) Anders wo es um das eigene (individuelle oder kollektive) Selbstverständnis geht. Hier ist das Motiv erst einmal unklar: warum soll man sich selbst durchsichtig werden wollen? Was haben wir als wollende und zugleich rationale Wesen für ein Motiv, nicht nur Wirklichkeit erkennen zu wollen, wie sie ist, sondern auch uns selbst in unseren Meinungen über uns und unsere Werte durchsichtig zu werden? ( … ) Diese Haltung [der intellektuellen Redlichkeit] besteht in der Offenheit dafür, daß die eigenen Meinungen sich als falsch, einseitig oder unklar erweisen können; … Die intellektuelle Redlichkeit besteht also nicht in der Disposition, nach Wahrheit zu fragen, sondern in der Disposition, für die Möglichkeit nach Unwahrheit der eigenen Meinung offen zu sein.“
Tugendat, E. (2007). Retraktationen zur intellektuellen Redlichkeit. In: Anthropologie statt Metaphysik. München: Verlag C.H. Beck oHG, 85-113.

Aktuelle Debatten um gute wisschenschaftliche Praxis

Wie hoch dieser Anspruch ist und wie schwierig umzusetzen er manchmal erscheint, zeigen öffentliche Debatten, die nur durch eine aktuelle, individuell erweiterbare Linksammlung skizziert werden sollen:

Ombudsperson für Beratungen hinsichtlich guter wissenschaftlicher Praxis

Prof. Dr. Guntram Wagner (Fakultät für Maschinenbau)
E-Mail:

Stellvertretende Ombudsperson

Prof. Dr. Bernadette Malinowski (Philosophische Fakultät)
E-Mail:

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