Springe zum Hauptinhalt
Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft
Aktuelles

Aktuelles

 

Liebe Studierende,

in meiner Funktion als Geschäftsführende Direktorin des IfGIK darf ich Sie – auch im Namen aller Dozentinnen und Dozenten – zum Auftakt des Wintersemesters herzlich begrüßen. Ein ganz besonderes Willkommen gilt natürlich unseren „Erstis“!

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der damit verbundenen Präventiv- und Hygieneschutzmaßnahmen werden die Lehrveranstaltungen auch in diesem Semester wieder unter besonderen Bedingungen stattfinden müssen. Um uns allen einen möglichst reibungslosen Start zu ermöglichen, möchte ich Sie kurz auf einige Dinge hinweisen.

Bitte schreiben Sie sich – sofern noch nicht geschehen – möglichst umgehend in die von Ihnen gewählten Veranstaltungen in OPAL ein. Die entsprechenden OPAL-Links finden Sie im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis (https://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/studium.html). Auf diese Weise ermöglichen Sie uns Dozenten einen Überblick über die jeweilige Veranstaltung und erleichtern uns die weiteren Vorbereitungen erheblich. Insbesondere können wir Ihnen dann Informationen, die eine einzelne Veranstaltung betrifft, direkt zukommen lassen.
Beim Blick ins KVV werden Sie bei den Veranstaltungen immer auch Raumangaben sehen können. Lassen Sie sich dadurch bitte nicht irritieren. Auch wenn die Lehre größtenteils in digitaler oder hybrider Form stattfinden wird, wollen wir das Wunder, dass die Pandemie urplötzlich verschwindet und wir uns wieder vor Ort auf dem Campus sehen können, nicht ausschließen. Für diesen Fall wollen wir die uns zugewiesenen Räume auch weiterhin reserviert halten. Orientieren Sie sich bitte immer am KVV. Gelegentlich kann es nämlich bei einzelnen Veranstaltungen zu kleineren Änderungen kommen, die nicht im universitätszentralen Vorlesungsverzeichnis vorgenommen wurden (z.B. kann es sein, dass sich ein Dozent aufgrund der Seminargröße dazu entschließt, von einem hybriden auf ein rein digitales Format zu wechseln).

Und noch ein letzter Hinweis: Bitte beachten Sie unbedingt auch die Schreiben des Rektors, die Sie ja über Mail erhalten, sowie die FAQ-Seite der Universität, in denen Sie regelmäßig über aktuelle coronabedingte Entwicklungen informiert werden.
Es ist uns überaus wichtig, dass Sie sich an unserem Institut gut aufgehoben und betreut fühlen. Hierzu sind wir freilich dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen! Zögern Sie also bitte nicht, sich im Falle von Fragen – gleich welcher Art – an Ihren jeweiligen Dozenten zu wenden.
Zuversichtlich, dass wir das aktuelle Semester erneut gemeinsam erfolgreich bewältigen werden, grüße ich Sie – auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen – sehr herzlich,

Ihre
Bernadette Malinowski

10.11.2021 | 17. Literarisches Quintett

 

28.07.2021 | Lesepicknick "Alltag ist heilbar!"

12.08.2021 | Chemnitzer Literaturgespräche

2021 erschienen

Malinowski, Bernadette:

Literarische Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie: Kehlmann – Del Giudice – Serres
(Literatur- und Naturwissenschaften, 6). Berlin / New York: De Gruyter 2021 (DOI: https://doi.org/10.1515/9783110642384)

 
Buchcover Malinowski, Bernadette

„Der Shakespeare-Forscher, der nie eine Seite von Darwin gelesen hat, der Maler, dem schon schwarz vor Augen wird, wenn von komplexen Zahlen die Rede ist, der Psychoanalytiker, der nichts von den Resultaten der Insektenforschung weiß, und der Dichter, der keinem Neurologen zuhören kann, ohne einzuschlafen – das sind doch unfreiwillig komische Figuren, nicht weit entfernt von einer Art selbstverschuldeter Verblödung!“

(H.M. Enzensberger: Die Elixiere der Wissenschaft, Frankfurt/M. 2002, S. 262)

 

Auf der Grundlage einer allgemeinen textphänomenologischen und -theoretischen Bestimmung des Phänomens einer poetica scientiae unternimmt die vorliegende Studie eine Engführung auf wissenschaftshistorische und epistemologische Problem- und Fragestellungen. Damit intendiert sie, einen nach wie vor überaus interessanten Bereich auf dem weiten Feld literatur- und kulturwissenschaftlicher Untersuchungen zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft weiter auszuleuchten und – mit Fokus auf die Literatur der Postmoderne und Gegenwart – zur Profilierung des ebenso strittigen wie konstruktiven ‚Gesprächs‘ zwischen Literatur und Wissenschaften beizutragen. Die Literatur erweist sich dabei nicht nur als passiver Speicher wissenschaftshistorischer Ereignisse und epistemologischer Theoreme, sondern übernimmt ihrerseits wissenschaftshistorische und -historiographische sowie epistemologische Funktionen, von denen auch die Wissenschaften profitieren können.


Freidl, Andreas:

»Durch das Ursprüngliche bleibt alles ewig neu!« Die Anfangs- und Ursprungsfrage bei Friedrich Schlegel, Friedrich von Hardenberg (Novalis) und den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm
(Epistemata Literaturwissenschaft, 923). Würzburg: Königshausen & Neumann 2021 (ISBN 978-3-8260-6959-8)

 

Buchcover Andreas Freidl

Ursprünglichkeit ist ein durch und durch romantischer Begriff. Denn die Antworten der Romantiker auf die im frühen 19. Jahrhundert gestellte Anfangs- und Ursprungsfrage greifen weit in unser modernes kollektives Bewusstsein hinein. In der vorliegenden Untersuchung wird dem Anfangs- und Ursprungsbegriff auf unterschiedlichen Ebenen und mittels vielfältiger Analyse- und Interpretationsansätze im philosophischen und dichterischen Werk von Friedrich Schlegel, Novalis sowie den Brüdern Grimm nachgegangen und es werden seine expliziten wie impliziten Effekte, seine Wirk- und Gestaltungskraft auf die geistigen Vorstellungen und poetischen Darstellungen rekonstruiert. Auf diesem begrifflichen Fundament, das Anfang und Ursprung in ihren komplexen Bedeutungs-, Verweisungs- und Gebrauchszusammenhängen aufzeigt, werden in fünf groß angelegten Kapiteln prominente Diskurse und Vorstellungen ausgeleuchtet. Dazu gehören differenzierte Reflexionen zur Zeitlichkeit von Anfang und Ursprung, sowie zu den romantischen Vorstellungen von Urwelt, Ur- und Anfangsvolk, Ursprache und Sprachentwicklung, sowie zu einer Anfangs- und Ursprungsästhetik. Unter Einbezug der jeweils kulturgeschichtlichen, philosophischen, theologischen und naturwissenschaftlichen Horizonte gelingt eine genaue Profilierung der für die Romantik zentralen Denk- und Dichtungsfiguren.

„Schreiben im Netz der Sprachen“: Yoko Tawada liest aus ihrem Werk

Yoko Tawada, vielfach preisgekrönte deutsch-japanische Schriftstellerin, entführt ihre Leser immer wieder auf abenteuerliche Sprachreisen. Humorvoll, gewitzt, perspektivenreich und stets experimentell bewegen sich ihre poetischen wie auch essayistischen Texte über kulturelle Grenzen hinweg, eröffnen Zwischenzonen, in denen gerade das Alltägliche und Unspektakuläre in immer neuen und überraschenden Blickwinkeln aufleuchtet. Auf diese Weise beschenkt uns dieses  „Schreiben im Netz der Sprachen“  mit ungeahnten Begegnungen und Kreuzungen zwischen deutscher und japanischer Kultur, die unseren Blick auf das vermeintlich Eigene wie Fremde unaufdringlich verwandeln.  Lesung und Gespräch mit Yoko Tawada, die am 23.06.2020 im Rahmen eines an der Professur für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft angesiedelten studentischen Projekts zum Thema „Flucht erzählen“ aufgezeichnet wurden, finden Sie hier.

Bild Schreiben im Netz der Sprachen

Zum Tod von Prof. Dr. em. Bernd Leistner
(3. Mai 1939 – 27. Februar 2019)

Das Fach Germanistik hat einen großartigen akademischen Lehrer und herausragenden Wissenschaftler, zudem einen Meister des gesprochenen und geschriebenen Wortes verloren, der unter Literaturfreunden weit über die Universität hinaus bekannt gewesen ist: Prof. Dr. em. Bernd Leistner ist am 27. Februar nach kurzer, schwerer Krankheit in Leipzig verstorben.
Bereits 1992 wurde er an die damals sich noch in Gründung befindende Philosophische Fakultät der Technischen Universität auf den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur berufen. Für den 53jährigen Germanisten war dies der Höhepunkt einer bemerkenswerten Laufbahn, die mit einem Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Geschichte begonnen hatte, dem ein mehrjähriger Schuldienst folgte. 1971 promovierte er an der Universität Leipzig mit einer Arbeit zum Werk von Johannes Bobrowski. Nach einem Auslandsaufenthalt im mazedonischen Skopje ging er 1973 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten nach Weimar, wo er sich den Klassikern zuwandte, insbesondere in einer größeren Studie, seiner Habilitationsarbeit, die Goethe-Rezeption in der DDR-Literatur untersuchte, um schließlich von 1988 an als Dozent am Leipziger Becher-Institut mit  Schriftstellern zu arbeiten. Bernd Leistner war somit bestens prädestiniert für den Lehrstuhl der Neueren deutschen Literatur in Chemnitz. Dies erwies sich auch darin, dass er nicht allein den eigenen Bereich erfolgreich aufbaute, sondern zudem tatkräftig an der weiteren Ausgestaltung der Philosophischen Fakultät mitwirkte, z. B. indem er mehrere Berufungsverfahren verantwortungsvoll zum Abschluss brachte. Von 1995 vertrat er die Philosophische Fakultät bis zu seiner Emeritierung auf dem Fakultätentag.
Bernd Leistner avancierte rasch zu einer markanten und zugleich geachteten Person innerhalb der Fakultät und auch außerhalb des Universitätsbetriebs – ein sichtbares Zeichen dafür war 1998 seine Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste.
Die Mitarbeiter schätzten seine kollegiale Umgangsform; jedweder professoraler Habitus war ihm fremd. Gemeinsame Kaffeerunden, die die Sekretärin genauso einschlossen wie die wissenschaftliche Hilfskraft, waren Usus; am Ende eines jeden Semesters organisierte er eine Wanderung für die germanistischen Lehrstühle – mit dem Ziel, sich untereinander noch besser kennenzulernen und den neuen Kollegen seine Heimat, das Erzgebirge, zu zeigen.
Leistner überzeugte und faszinierte durch sein breites Fachwissen, das sich auch auf andere Felder wie die Musik erstreckte. Seine Vorlesungen stellten intellektuelle Spaziergänge durch die deutsche Literaturgeschichte dar; sie waren stets gut besucht und nicht selten fand sich im Anschluss ein Kreis von Interessierten, mit dem er das Gespräch fortsetzte. Es gab Studenten, die auch noch lang nach  seiner Emeritierung, ja bis zu seinem Tode mit ihm in Kontakt standen.
Er war Literaturhistoriker und Literat zugleich, ein Essayist, der feinsinnig zu formulieren verstand, ausgestattet mit einem veritablen Sinn für Ironie. Diese besondere Art der Annäherung an den Gegenstand und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte anschaulich-prägnant und zugleich sprachlich originär zu fassen, hatten ihm bereits 1985 den Heinrich-Mann-Preis eingebracht.
Unnachsichtig verfolgte er jedwedes sprachliches Ungenügen; er erzog Studenten und Mitarbeiter gleichermaßen zu einem bewussten Umgang mit dem Kulturgut Sprache; er war ein „Homme de lettres“, wie es nur noch wenige gibt.
Der Emeritus Leistner setzte sich 2004 mitnichten zur Ruhe, er schrieb Aufsätze und Bücher -– 2017 die Autobiographie „Im Lauf der Zeiten. Erinnerungssplitter“ –, hielt zahlreiche Vorträge, saß zeitweise im Vorstand der Goethe-, Kleist- und Schiller-Gesellschaft und für die Freunde der Chemnitzer-Stadtbibliothek organisierte er Autorenlesungen
Die Kunde von seinem Tode hat seine ehemaligen Arbeitskollegen und Freunde mit großer Trauer erfüllt; in unseren Erinnerungen lebt er weiter, und in den Texten, die er hinterlassen hat, bleibt er uns gegenwärtig.

(Uwe Hentschel im Namen der Professur für Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft sowie der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz)

Presseartikel