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Zwischen geographischer Nähe und psychischer Distanz

Dr. Radka Holeckova stellt am 12. Juni 2007 ihre an der TU Chemnitz entstandene Doktorarbeit über sächsisch-tschechische Unternehmenskooperationen beim Expertenforum Wirtschaft in Leipzig vor

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Radka Holecková promovierte an der Professur Marketing und Handelsbetriebslehre der TU Chemnitz auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Kooperation von klein- und mittelständischen Unternehmen. Foto: Christine Kornack

Im Ausland überkommt nahezu alle Menschen ein Gefühl der Fremdartigkeit. Woran liegt das? Es ist das Resultat der wahrgenommenen Unterschiede: gesellschaftliche und kulturelle, insbesondere bezüglich Mentalität und Sprache. Zu dieser Erkenntnis kommt Radka Holeckova in ihrer Doktorarbeit zum Thema "Psychische Distanz und grenzüberschreitende Kooperation. Eine empirische Untersuchung der Kooperationsbereitschaft sächsischer und tschechischer Unternehmen". Am 12. Juni 2007 stellt Holeckova ihre Arbeit im Rahmen des Expertenforums Wirtschaft in Leipzig vor. Vortragsbeginn ist um 18 Uhr in der Villa Tillmanns, Wächterstraße 30. Im Anschluss ist Zeit für eine Diskussion vorgesehen.

In ihrer Arbeit befasst sie sich mit der Bedeutung von persönlichen Einstellungen kleinerer und mittelständiger Unternehmen gegenüber dem ausländischen Markt und stellt Konzepte zur Erhöhung der Kooperationsbereitschaft vor. Holeckova schlägt zur Überwindung des Gefühls der Fremdartigkeit - der psychischen Distanz - eine adäquate Vermittlung und Erklärung der kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede vor. In Form von grenzüberschreitenden Seminaren, Trainingseinheiten, Messen, Ausstellungen und Jobbörsen sollen Vorurteile und Skepsis abgebaut werden. Eine langfristige Erhöhung der Kooperationsbereitschaft zwischen Unternehmen in Grenzgebieten kann durch zweisprachige Kindergärten, gemeinsame Freizeitgestaltung und regionale Beratungsunternehmen mit kompetenten Ansprechpartnern realisiert werden, so Holeckovas Ergebnisse.

Besonderes Augenmerk legt Holeckova in ihrer Arbeit auf Unternehmenskooperationen im sächsisch-tschechischen Grenzraum. Ihre tschechische Herkunft und ihr langer Aufenthalt in Sachsen ermöglichten ihr einen genaueren Vergleich zwischen den beiden Kulturen und ihrer Mentalität. Da sich ihre Untersuchung auf eine qualitative Studie stützt, waren diese Kenntnisse von großem Belang.

Interessant waren für ihre Untersuchung besonders Unternehmen kleinerer und mittlerer Größe, da diese nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung haben. Für sie kann eine Kooperation mit dem Ausland viele Vorteile, wie eine schnellere Markterschließung und Kostenersparnisse bieten. Doch gerade aufgrund der beschränkten Ressourcen muss eine Zusammenarbeit gut überlegt werden. Neben geographischer Nähe, wirtschaftlichen Bedingungen und Entwicklungsstand hat die psychische Distanz auf die Entscheidung über eine Kooperation einen großen Einfluss.

Eine qualitative Untersuchung zu Kooperationsproblemen im deutsch-tschechischen Raum hat es bislang noch nicht gegeben. Holeckova hat in ihrer empirischen Studie in einem Zeitraum von vier Monaten 18 qualitative Einzelinterviews mit sächsischen und tschechischen Unternehmen durchgeführt. Ihre Dissertation entstand an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz und wurde mit dem Commerzbankpreis ausgezeichnet.

(Autorin: Sara Rodefeld)

Mario Steinebach
08.06.2007

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