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TU Chemnitz gibt Geflüchteten Studien-Perspektiven

Internationales Universitätszentrum der TU Chemnitz hilft Geflüchteten mit „Welcome“-Projekt bei den ersten Schritten in ein Studium

Seit Ende 2014 ist Abdul Satar in Deutschland. Seine Heimat hat der 28 Jahre alte Afghane verlassen, weil er in dem kriegs- und krisengebeutelten Land kein sicheres Leben mehr für sich sah. Zuvor absolvierte Satar ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Pakistan. Nachdem ihn sein Weg über München nach Chemnitz geführt hatte, war er fest entschlossen, sein Studium im Wintersemester 2016/2017 wieder aufzunehmen. Für sein Masterstudium „Management and Organisation Studies“ fand er an der Technischen Universität Chemnitz die idealen Voraussetzungen: „Mit ihrem hohen Stellenwert bei Forschung und Lehre, aber auch durch das soziale Engagement, ist die TU ein gutes Vorbild für die Gesellschaft. Außerdem empfinde ich das internationale Umfeld mit Studierenden vieler Nationen als sehr positiv“, sagt Satar. Die Situation, dass Satar kein Einzelfall ist, sowohl was sein Schicksal angeht, aber auch seine entschlossene Haltung gegenüber einem Studium, bewegte die Leitung der TU Chemnitz zum Handeln: „Als internationalste Universität in Sachsen und eine der internationalsten bundesweit ist es uns besonders wichtig, den Studienerfolg ausländischer Studierender kontinuierlich zu steigern“, sagt Prof. Dr. Maximilian Eibl, Prorektor für Lehre und Internationales.  Bereits im vergangenen Jahr sei deshalb eine breite Palette an Maßnahmen und Angeboten zur Unterstützung von studienwilligen Geflüchteten angestoßen worden.

DAAD-gefördertes Projekt bietet Hilfe zur Orientierung und Kontaktaufnahme

Studieninteressierte Geflüchtete informieren und mit Studierenden der TU zusammenbringen – das ist das Ziel des Projekts „Welcome an der TU Chemnitz“, welches seit 2016 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen seines Programms „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ gefördert wird. „Wir wollen studieninteressierte Geflüchtete bereits im Vorfeld des Studiums optimal in unsere Universität und in das Campusleben integrieren. Und wir möchten einen Ort des Willkommenseins schaffen“, unterstreicht Jennifer Bosniatzki, Projektkoordinatorin und Kontaktperson für studieninteressierte Geflüchtete im Internationalen Universitätszentrum (IUZ) der TU Chemnitz, die Bedeutung des „Welcome“-Projektes. Ebenfalls angesiedelt im IUZ, bietet dieses Projekt Informationsveranstaltungen, Sprechstunden und interkulturelle Trainings an. „Gerade während unserer interkulturellen Trainings möchten wir studieninteressierte Geflüchtete mit Studierenden der TU Chemnitz zusammenbringen, so profitieren sowohl deutsche als auch internationale Studierende der Universität“, erklärt Bosniatzki.

Wie wichtig es ist, studieninteressierte Geflüchtete bereits vor dem regulären Studieneintritt mit Studierenden der TU Chemnitz in Kontakt zu bringen, erkannte auch die studentische Initiative „United Campus Chemnitz“. Deshalb hatten die Beteiligten bereits im Jahr 2015 ein Tandem-Programm gestartet, welches interessierten Asylbewerberinnen und -bewerbern dabei unterstützte, ein Gasthörerstudium aufzunehmen oder Studienzulassungs-Voraussetzungen zu verstehen. Im April dieses Jahres wurde das Tandem-Programm an das „Welcome“-Projekt übergeben. Seitdem werden neben der Vermittlung von Tandem-Partnerschaften zwischen studieninteressierten Geflüchteten und Studierenden, Veranstaltungen und Exkursionen gemeinsam mit dem Paten-Programm des IUZ organisiert und durchgeführt.

Kontaktstelle erweitert Angebotspalette

„Mit der neu geschaffenen Kontaktstelle für studieninteressierte Geflüchtete im IUZ wird seit diesem Jahr u. a. die Beratung und Betreuung von studieninteressierten Geflüchteten in komplizierten Fällen übernommen“, erläutert Bosniatzki, die auch die Koordination der Kontaktstelle inne hat. Die vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) geförderte Kontaktstelle betreibt außerdem Netzwerkarbeit mit anderen, in die Arbeit mit Geflüchteten involvierten Organisationen. Bosniatzki vertritt die TU Chemnitz daher nicht nur auf entsprechenden Veranstaltungen und Messen in Chemnitz, u. a. der Integrationsmesse und der Integrationsnetzwerkkonferenz sowie im Rahmen einzelner Veranstaltungen in den Interkulturellen Wochen, sondern ist ebenfalls Präsenz in anderen Städten vor Ort. Zum Beispiel auf der Konferenz „Geflüchtete Studieninteressenten und Studierende an sächsischen Hochschulen“ im November in Zwickau und auf der ersten bundesweiten Welcome-Studierendenkonferenz im Oktober in Berlin.

Um das bestehende Angebot, sowohl des „Welcome“-Projekts als auch der Kontaktstelle für studieninteressierte Geflüchtete, weiter zu verbessern und auszubauen, setzt Bosniatzki für beide Angebote auf den Dialog mit der Zielgruppe: „Uns ist es wichtig, für die Fragen und Probleme studieninteressierter Geflüchteter Angebote bereitzustellen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, sagt Bosniatzki. Derzeitig sind beispielsweise Veranstaltungen zu den Themen „uni-assist“ und „Studienfinanzierung“ in Planung.

Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Projekt-Webseite www.tu-chemnitz.de/refugeeswelcome und auf Facebook: www.facebook.com/Welcome.IUZ/

Ideen, Anregungen und Fragen nimmt Jennifer Bosniatzki, Telefon 0371 531-33072, E-Mail refugeeswelcome.projektkoordination@tu-chemnitz.de, gerne entgegen.

(Autor: Lars Meese)

Mario Steinebach
29.11.2017

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