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Förderung von Sport und Bewegung als Grundlage für einen gesunden Lebensstil

Elf Fragen an Jun.-Prof. Dr. Anne Reimers, die seit September 2015 Inhaberin der Juniorprofessur Sportpädagogik (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation) ist

Jun.-Prof. Dr. Anne Reimers (34) ist seit September 2015 Inhaberin der Juniorprofessur Sportpädagogik (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation). In elf Antworten gibt sie den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in ihren Werdegang, ihre Ziele und ihre Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Sportpädagogik mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation?

Die Sportpädagogik beschäftigt sich mit Fragen des Lehrens und Lernens im und durch den Sport sowie mit der Erziehung zum Sport. Im Bereich von Prävention und Rehabilitation geht es hierbei nicht nur um Bildungs- und Erziehungsprozesse im Zusammenhang mit klassischen Sportaktivitäten, sondern hier liegt vielmehr ein weites Verständnis von Sport und Bewegung zugrunde, das beispielsweise auch Alltagsaktivitäten wie Spaziergänge, Fahrradfahrten zum Arbeitsplatz oder Hausarbeiten mit einschließt.

Die TU Chemnitz ist für mich als Juniorprofessorin die richtige Wahl, weil…

... ich hier optimale Bedingungen für die Umsetzung meiner Forschungsinteressen und die Verwirklichung meiner Lehrziele vorfinde. Meine interdisziplinär angelegte Forschung an der Schnittstelle von Sportpädagogik, Sportmedizin und Public Health und unter Berücksichtigung von technisch-apparativen Messverfahren findet an der TU Anknüpfungspunkte zu verschiedenen Arbeitsgruppen inner- und außerhalb der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Ich studierte bis 2008 Sportwissenschaften mit einem Studienschwerpunkt in Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln und wurde 2013 in der Fachgruppe Sportwissenschaft an der Universität Konstanz promoviert. Dort und am Karlsruher Institut für Technologie war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, bis ich im September 2015 die Juniorprofessur für Sportpädagogik (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation) an der Technischen Universität Chemnitz antrat.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Ich wurde Welt- und Europameisterin, wurde Mutter dreier Kinder und entdeckte meine Freude am wissenschaftlichen Arbeiten. Eine bewegende Zeit.

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Eine Kommilitonin war studentische Hilfskraft am Institut für Sportmedizin. Ich fand es unheimlich spannend, von ihrer Tätigkeit dort zu hören und habe sie immer etwas darum beneidet, solche Einblicke in die Forschung zu erhalten. Ich freute mich daher sehr, als ich nach dem Studium auch die Chance bekam, als wissenschaftliche Hilfskraft und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin wissenschaftlich zu arbeiten und promovieren zu können.

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Verfolgen Sie beharrlich Ihre Ziele und lassen Sie sich dabei nicht von Vorurteilen und Stereotypen verunsichern! Hinterfragen Sie und wagen Sie Neues!

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Mein Ziel ist es, mittels interaktiver Lehr-Lern-Methoden die Selbständigkeit und das forschende Lernen der Studierenden zu fördern. Sie sollen darin unterstützt werden, ihre pädagogisch-didaktischen und methodischen Kompetenzen bei der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Bewegungs- und Sportprogrammen zur Gesundheitsförderung (weiter) zu entwickeln. Dabei ist es mir wichtig, dass die Studierenden über die Aneignung von Wissen hinaus Anwendungs-, Transfer- und Reflexionsfähigkeiten erwerben.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Ich erforsche soziale und räumlich-materielle Bedingungen von Bewegungs- und Sportaktivitäten als Grundlage für einen aktiven und gesunden Lebensstil sowie die Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport bei spezifischen Zielgruppen in der Prävention und Rehabilitation und stütze mich hierbei unter anderem auf technisch-apparative Forschungsmethoden wie Akzelerometrie oder Geoinformationssysteme. Damit bringe ich eine pädagogische Perspektive in das Forschungsprofil Mensch-Technik-Gesundheit der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften ein.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Ich bin Mutter von fünf Kindern. Das ist sicherlich ungewöhnlich.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Den Küchwald mit der Parkeisenbahn und den Kaßberg mit den vielen beeindruckenden Jugendstil-Bauten.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Momentan „erforsche“ ich die Stadt als meine neue Heimat und versuche, ständig neue Orte und Möglichkeiten kennenzulernen. Zukünftig möchte ich mich mit meinen Forschungsschwerpunkten im Bereich der Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene bzw. Quartiersebene einbringen und hoffe, damit zur Entwicklung gesundheitsförderlicher Städtestrukturen beitragen zu können.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/hsw/ab/prof/sportpaedagogik

Mario Steinebach
20.11.2017

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