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Der Campus veränderte vor 50 Jahren entscheidend sein Gesicht

Grundsteinlegung für die Wohnheime an der Vettersstraße und der Reichenhainer Straße erfolgte am 2. Mai 1967

Der Campus an der Reichenhainer Straße entstand Ende der 1950er Anfang der 1960er Jahre mit dem Aufbau der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt. Zunächst entstanden die Wohnheime am Thüringer Weg und anschließend die Institutsgebäude mit den Laborhallen in der Reichenhainer Straße 70. Dieser Bauprozess war 1961 abgeschlossen, mit den Hochschulplanungen der DDR zum Ausbau des technischen Hochschulwesens ab Mitte der 1960er Jahre kam es jedoch zu erweiterten Ausbauplanungen der Technischen Hochschulen.

In Karl-Marx-Stadt wurden diese Planungen im Perspektivplan und in der Konzeption für die weitere Entwicklung der TH Karl-Marx-Stadt, der sogenannten Technisch-ökonomischen Zielstellung (TÖZ), vom 21. Juni 1966 festgeschrieben und vom Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen bestätigt. In dieser Konzeption wurde von einer Steigerung der Studierendenzahlen von ca. 4.000 im Jahr 1966 bis auf 10.000 Studierende im Jahr 1978 ausgegangen. In diesem Zusammenhang war auch eine enorme Steigerung der Internatsplätze vorgesehen. Eng verzahnt mit diesen Planungen war der Aufbau und Ausbau der Fakultät für Elektrotechnik, die 1965 gegründet wurde.

Zum Zeitpunkt der Erarbeitung der Konzeption hatte die Hochschule ca. 1.500 Internatsplätze. Bei einem prognostizierten 80-prozentigen Versorgungsgrad der Studierenden mit Wohnheimplätzen mussten so 5.000 Plätze neu geschaffen werden. Die Errichtung der geplanten Internatskapazitäten wurde in einem gesonderten Planungsdokument 1966 fixiert und im Juli 1966 bestätigt. Für die Internatsbauten wurde vom VEB Hochprojektierung Karl-Marx-Stadt ein Internatszwillingsbau mit einer Kapazität von 1.000 Internatsplätzen entworfen. Von diesen Zwillingsbauten sollten zwei Gebäude an der Reichenhainer Straße und drei an der Vettersstraße entstehen. Außer diesen fünf Internatsbauten wurde von der Stadt Karl-Marx-Stadt die Einordnung eines Kindergartens und einer Kinderkrippe auf dem Gelände zwischen Reichenhainer Straße und Vettersstraße gefordert. Für den Bau der Internatsgebäude sowie der Kindereinrichtung wurden 39 Millionen Mark eingeplant und später von der Stadt beschlossen

Am 2. Mai 1967, also vor 50 Jahren, wurde mit der feierlichen Grundsteinlegung im Beisein des Staatssekretärs für Hoch- und Fachschulwesen, Prof. Dr. Ernst-Joachim Gießmann, die Bauphase eingeläutet. Bereits ein Jahr später war das erste Wohnheim fertiggestellt. In der Reichenhainer Straße 39/41 waren bereits mit der Projektierungsphase Nutzungen durch die Elektrotechnik vorgesehen, da das Institutsgebäude erst später fertiggestellt werden sollte (der spätere Weinhold-Bau). Wenig später wurde in diesem Gebäude die Nutzung als Wohnheim jedoch komplett aufgegeben, da das zweite geplante Sektionsgebäude nicht errichtet sowie die prognostizierten Studentenzahlen nicht erreicht wurden. In das Gebäude zog im Sommer 1971 die Sektion Mathematik ein. Auch das Hochschularchiv wurde 1971 ins Untergeschoss der Reichenhainer Straße 41 verlagert.

In den Jahren 1969 bis 1972 entstanden in einer zweiten Bauphase die drei restlichen Internatsbauten an der Vettersstraße. Mit den in dieser Phase errichteten Gebäuden, der Mensa, die im September 1970 fertig gestellt wurde, den Wohnheimen (1967-1972), der Kindereinrichtung (Übergabe 1971) und dem Neuen Sektionsgebäude (heute Weinhold-Bau 1974) hatte der Campus die Gebäudesubstanz erhalten, die ihn noch 1990 zur Wiedervereinigung prägten. Heute sind nahezu alle Gebäude der damaligen Zeit saniert und haben ein neues, moderneres Gesicht erhalten. Lediglich das Gebäude Reichenhainer Straße 39/41 zeugt zumindest in der äußeren Gestaltung noch von dieser Bauphase.

Übrigens: TU-Absolvent Ludwig Schmidt hat im Winter 1970/71 das Studentenleben in Karl-Marx-Stadt in einem Film eingefangen und bei YouTube veröffentlicht. Der Film "Ein Tag im Wohnheim" dokumentiert das Studentenleben an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt Ende der 1960er-Jahre. Bei einem Kameraschwenk über den Campus ist die riesige Baustelle zwischen Vettersstrasse und Reichenhainer Straße gut zu erkennen.

(Autor: Stephan Luther,  Leiter des Universitätsarchivs)

Mario Steinebach
26.04.2017

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