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Nützliche Gespräche rund um eine exakte Wissenschaft

Sächsischer Geometrietag fand am 8. und 9. Dezember 2016 in Chemnitz statt - Wissenschaftler präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse

Die euklidische Geometrie als älteste exakte Wissenschaft der Menschheitsgeschichte entstand vor ca. 2500 Jahren im alten Griechenland. Der darauffolgende Siegeszug der aus ihr heraus entwickelten deduktiven Methode als Fundament der Mathematik und aller exakten Wissenschaften ermöglichte es stets aufs Neue, das angereicherte Wissen mittels eines streng gefassten Begriffsapparates und Aussagengefüges zu ordnen und hierarchisch aufzubauen. Heute ist die Geometrie innerhalb der Mathematik nach wie vor von zentraler Bedeutung und dementsprechend haben sich sehr viele Teilgebiete entwickelt. Zu den aktivsten gehören die algebraische Geometrie, die Differential- und Riemannsche Geometrie (welche das Fundament der allgemeinen Relativitätstheorie darstellen) sowie die diskrete, algorithmische und Konvexgeometrie. Man kann Geometrie aber auch allgemein als eine der grundlegenden Herangehensweisen der Mathematik ansehen, ganz im Sinne des Mathematikers Alfred Clebsch, der dazu sagte: "Es ist die Freude an der Gestalt in einem höheren Sinne, die den Geometer ausmacht!" In dieser allgemeinen Form werden geometrisches Wissen und adäquate Methoden heutzutage zunehmend benötigt - zum Beispiel in Disziplinen der angewandten Mathematik (Optimierung, mathematische Physik), der theoretischen Physik (Kosmologie, Superstringtheorie), der Medizin (Computertomographie, Modellierung von Gelenkprothesen) und zahlreicher Ingenieurwissenschaften (CAGD, Architektur und Statik).

Der größte Teil der genannten geometrischen Teilgebiete ist in den Arbeitsfeldern der in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen forschenden Mathematiker enthalten. Um trotz der ständig zunehmenden Spezialisierung miteinander im Gespräch zu bleiben, wird alljährlich in der vorweihnachtlichen Zeit eine zweitägige Geometrietagung organisiert, die nahezu allen genannten Aspekten Rechnung trägt und außerdem auch jungen Wissenschaftlern die Gelegenheit gibt, ihre Forschungsergebnisse vor berufenem Gremium darzubieten.

Tagungsstandorte sind dabei die Universitäten in Chemnitz, Dresden, Jena, Leipzig und Magdeburg und die Tagungsteilnehmer kommen aus ganz Deutschland wie auch dem Ausland. Der diesjährige "Sächsische Geometrietag" fand am 8. und 9. Dezember an der TU Chemnitz statt, die Organisation wurde gemeinsam von Christian Lehn (Juniorprofessur für Theoretische Mathematik), Horst Martini (Professur für Geometrie), Christian Sevenheck (Professur für Algebra) und Thomas Jahn (Mitarbeiter der Professur für Geometrie) übernommen. Zum diesjährigen Treffen in Chemnitz konnten 40 Teilnehmer begrüßt werden. Die beiden Konferenztage wurden durch Plenarvorträge von Prof. Dr. Bernd Sturmfels (University of California, Berkeley, USA) und Dr. Thomas Reichelt (Universität Heidelberg) eingeleitet. Darüber hinaus fanden etwa 20 kürzere Vorträge zu vielen aktuellen Gebieten der Geometrie statt. Die intensiven wissenschaftlichen Diskussionen während und nach den Vorträgen und der Austausch von neuen Ideen wurde von den Teilnehmern als außerordentlich produktiv und anregend empfunden.

Eine besondere Bedeutung für die Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz besteht in der mit dieser Tagung angebahnten Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig, an das Prof. Bernd Sturmfels im nächsten Jahr als Direktor wechseln wird.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Sächsischen Geometrietages.

Mario Steinebach
09.12.2016

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