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Exzellente Forschung, moderne Lehre und internationale Vernetzung

Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung feiert am 26. September 2016 ihr zehnjähriges Jubiläum und blickt auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück

  • Prof. Dr. Lothar Kroll ist seit 2006 Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung. Foto: Uwe Meinhold

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Chemnitz zu einer der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet des Leichtbaus entwickelt. Unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Kroll arbeiten hier heute mehr als 200 wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter.

Zu einem besonderen Highlight zählt die erfolgreiche Bewerbung der TU Chemnitz mit dem Exzellenzcluster „Merge Technologies for Multifunctional Lightweight Structures (MERGE)“ im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bei der die Professur SLK die Koordination übernahm. Lediglich zwei Exzellenzcluster aus den Fakultäten Maschinenbau/Produktionstechnik (RWTH Aachen und TU Chemnitz) waren bei dieser Initiative erfolgreich, wobei in Chemnitz der einzige und erste Exzellenzcluster in Deutschland auf dem zukunftsweisenden Gebiet des Leichtbaus entstand. Die enge Kooperation mit ausländischen Wissenschaftlern und Industriepartnern – insbesondere im Dreiländereck Polen, Tschechien, Deutschland – waren zudem ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Bewerbung im Rahmen der Fördermaßnahme "Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Der Cluster MERGE zählte im harten Wettbewerb zu den elf Gewinnern, die im Juni 2015 durch Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka prämiert wurden, und ist zugleich der einzige der 43 Exzellenzcluster in Deutschland, dessen Internationalisierung auf diesem Weg gefördert wird. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Professur SLK, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie dem Sachsen-Verbindungsbüro Brüssel konnte zudem die Beteiligung des Freistaates Sachsen an der „Vanguard Initiative for new growth through smart specialisation“ auf den Weg gebracht werden. SLK und MERGE sind ferner Mitinitiatoren und Koordinatoren der „European Lightweighting Clusters Alliance“ (ELCA), die mehr als 1.000 Unternehmen aus ganz Europa repräsentieren. Das Ziel dieser Initiativen ist, die sächsischen Interessen und Kompetenzen auf EU-Ebene noch besser zu platzieren. Hervorzuheben ist, dass die Professur SLK die erste Polnisch-Deutsche „Bridge-Conference“ im April 2016 ausgerichtet hat, um eine enge länderübergreifende Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aufzubauen.

Einen hohen Stellenwert für die regionale Wirtschaft besitzt auch der Ende 2012 bewilligte Wachstumskern „ThermoPre“ mit einer Fördersumme von etwa 13 Millionen Euro und 19 Industriepartnern aus Sachsen. Darüber hinaus konnten erfolgreich die Mittel zur Finanzierung der Stiftungsprofessur „Textile Kunststoffverbunde“ (Stiftungspartner: KraussMaffei, Karl Mayer und acht KMUs der Region), der Stiftungsprofessur „Systemtechnik und Schaltmodule“ (Stiftungspartner: Rittal GmbH & Co. KG) und der im März 2016 eingerichteten Stiftungsprofessur „Hochleistungsfasern und Verarbeitung“ (Stiftungspartner: DowAksa Switzerland GmbH, Dow Deutschland Inc., P-D Glasseiden Oschatz) akquiriert werden.

Wiederholt hat die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) e.V. der Professur SLK bescheinigt, dass sie mit ihren zahlreichen Forschungs- und Entwicklungs-Projekten vordere Spitzenplätze bei den Forschungsinstitutionen im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) eingenommen hat. Auch diese Forschungsaktivitäten trugen dazu bei, dass die Professur SLK zu den deutschlandweit drittmittelstärksten Professuren zählt.

In den vergangenen Jahren hat die Professur SLK in der Lehre neben dem Aufbau des neuen Masterstudiengangs „Merge Technologies for Resource Efficiency“ die Einrichtung der Masterstudiengänge „Leichtbau“ sowie „Textile Strukturen und Technologien“ (aufbauend auf dem gleichnamigen Bachelorstudiengang der Westsächsischen Hochschule Zwickau) wesentlich begleitet. Die Professur ist derzeit in insgesamt 13 der 100 Studiengänge der TU vertreten und für 32 Lehrveranstaltungen an der TU Chemnitz verantwortlich. Die Studierenden werden nicht nur in die Forschungsprojekte eingebunden, sondern erhalten Zugang zu neuen Leichtbautechnologien und zugehörigen Maschinenanlagen.

Darüber hinaus ist Ende 2015 die erfolgreiche Beantragung des Fraunhofer Forschungszentrum STEX am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und die Gründung der deutschlandweiten Fraunhofer-Allianz TEXTIL im Februar 2016 mit derzeit 15 Fraunhofer-Instituten maßgeblich der Professur SLK zuzuschreiben.

Zur Bewältigung der zahlreichen grundlagen- und anwendungsorientierten Projekte war es erforderlich, die Forschungsflächen der Professur sukzessiv zu erweitern - von etwa 400 Quadratmeter auf derzeit rund 6.000 Quadratmeter. Parallel dazu wurden neueste Anlagen und Maschine, inklusive Schnittstellen zur Abbildung ganzheitlicher Prozessketten in Betrieb genommen. Mit dem Neubau des Laborgebäudes in 2017 und des Bürogebäudes in 2018 wird auf dem Campus der TU Chemnitz das größte Leichtbau-Forschungszentrum in Europa entstehen.

Am 26. September 2016 feiert die Professur SLK ihr zehnjähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung, bei der Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sprechen werden.

Weitere Informationen zur Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung: https://www.leichtbau.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
23.09.2016

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