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"Film ab!"

Das internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum SCHLINGEL wird 2016 erneut von Studierenden der TU Chemnitz begleitet

Der SCHLINGEL ist seit 20 Jahren eine feste Veranstaltungsgröße in Chemnitz, organisiert und durchgeführt vom Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienst e.V. unter der Leitung von Michael Harbauer. Auch in diesem Jahr findet vom 26. September bis 2. Oktober 2016 im CineStar in der Galerie Roter Turm das Filmfestival für Kinder und junges Publikum statt – und Studierende eines Master-Seminars, zum zweiten Mal durchgeführt an der Professur der Anglistischen Literaturwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz, sind mit von der Partie.

Die Studierenden haben sich im Rahmen des Seminars "Cultural Encounters" mit dem Modulteil "Cultural Encounters in/and Practice" Filmtheorien erarbeitet, sie haben diesjährige Filme im Vorfeld gesichtet und interpretiert, Zusammenfassungen geschrieben, komplette Übersetzungen der englischen Untertitel einiger internationaler Filme erstellt, und Vorschläge für pädagogische Handreichungen verfasst. Nun geht es während der Festivalwoche in die konkrete praktische Arbeit, die die übliche Prüfungsleistung in Form der Hausarbeit ersetzt: Neben der allgemeinen Unterstützung hinter den Kulissen während des Festivals, übernehmen Studierende Aufgaben wie die Betreuung der medien-pädagogischen Workshops, die speziell für Schulen und Horte angeboten werden, die Gästebetreuung eingeladener Schauspieler, Regisseure und Filmproduzenten oder die An- und Ab-Moderation von den Filmen, die sie selbst in Gruppenarbeit übersetzt haben und für die sie ein Moderationsseminar unter der Leitung eines bekannten Filmkritikers mitmachen konnten. Und dies vor großem Publikum!

"Im Master Anglistik/Amerikanistik sind wir in der glücklichen Situation, dass wir sehr international aufgestellt sind", so Cecile Sandten, Professurinhaberin der Anglistischen Literaturwissenschaft, "was für die konkrete Zusammenarbeit mit dem SCHLINGEL ideal ist." Den Master absolvieren beispielsweise Studierende aus China, Vietnam, dem Iran, der Tschechischen Republik oder Russland, die sich im Rahmen des Seminars und der Arbeit darin jeweils in Zweier-Teams mit deutschen Studierenden an die entsprechenden internationalen Filme rangesetzt und qualitativ hochwertige Übersetzungen angefertigt haben. Diese werden von sogenannten Einlesern während einer Filmvorführung, die im Original mit englischen Untertiteln läuft, eingesprochen. Die Einleser sind Schauspieler bzw. Kabarettisten, Autoren oder Filmjournalisten, die den Protagonisten ihre Stimmen leihen. Sandten weiß aus Erfahrung: "Die Kinder haben mit dieser Vorgehensweise überhaupt kein Problem." So wird nebenbei nicht nur über die Originalsprache, sondern oftmals auch über die Thematiken oder das Setting insbesondere der internationalen Filme das Interesse an anderen Kulturen geweckt, und dies nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die Studierenden.

Im Seminar zeigte sich ein großes Erstaunen über die vielfältigen Themen und Probleme, mit denen Kinder und Jugendliche auf dem gesamten Globus konfrontiert sind und für die sie Lösungsansätze für sich und ihre Umgebungen suchen. Dass dabei auch gelacht werden darf oder dass es "happy endings" gibt, ist natürlich selbstverständlich und Teil des Kinoerlebnisses. "Doch diese Filme sind häufig im starken Kontrast zu Disney- und anderen US-amerikanischen Filmproduktionen á la Ice Age zu sehen. Sie wurden oftmals mittels eines low budget produziert und sind für ein junges, und natürlich auch älteres, Publikum kulturell besonders wertvoll, da sie andere Lebensweisen, Kulturen, Wünsche und Träume von Kindern und Jugendlichen transportieren", argumentiert Sandten. Auch im wissenschaftlichen Kontext klafft hier eine echte Forschungslücke, weiß Sandten zu berichten. Insofern ist die anvisierte offizielle Kooperation der TU Chemnitz mit dem SCHLINGEL von großer Bedeutung, als dass hier über zukünftige gemeinsame wissenschaftliche Filmsymposien substantielle Forschungsdesiderata zu erwarten sind – neben der praktischen Kulturarbeit für die Studierenden.

Insgesamt werden mehr als 170 Lang- und Kurzfilme aus aller Welt präsentiert, die meisten davon feiern ihre deutsche Premiere in Chemnitz. 116 Filme konkurrieren in den Wettbewerben um Preise, die von Fach- und Kinder-Jurys prämiiert werden. Auch das Publikum kann wieder mitentscheiden und den "Lichtenauer-Publikumspreis" ermitteln. Laut SCHLINGEL-Team liegt in diesem Jahr der Länderfokus auf Slowenien. Darüber hinaus sind die Filme wieder in Altersstufen sowie die Wettbewerbskategorien Kinderfilm, Juniorfilm, Jugendfilm, Animationsfilm, Blickpunkt Deutschland sowie Kurzfilm eingeteilt. Weitere Produktionen laufen in der außer Konkurrenz stehenden Sektion Panorama sowie im Kurzfilmprogramm "Nachbarschaft", das im letzten Jahr gemeinsam mit den Partnerfestivals in Zlín und Poznań ins Leben gerufen wurde. In der Retrospektive SCHLINGEL-Classics wird an 21 SCHLINGEL-Jahre erinnert. Insgesamt erwartet der SCHLINGEL um die 18.000 Besucher, darunter mehr als 250 Fachbesucher aus dem In- und Ausland. Dies verspricht eine wirkliche kulturelle Begegnung zu werden, die ganz allgemein auch Toleranz und Offenheit fördert.

Kontakt: Prof. Dr. Cecile Sandten, E-Mail cecile.sandten@phil.tu-chemnitz.de

Festivalprogramm und weitere Informationen: http://ff-schlingel.de

Impressionen vom 20. SCHLINGEL haben Anglistik-Studierende des Master-Seminars gemeinsam mit Medieninformatikern der TU Chemnitz hier zusammengestellt.

(Autorin: Cecile Sandten)

Mario Steinebach
16.09.2016

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