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Uni aktuell Vorgestellt

Eines der alltagsnächsten Teilgebiete der Psychologie

Elf Fragen an Jun.-Prof. Dr. Frank Asbrock, der seit April 2015 Inhaber der Juniorprofessur Sozialpsychologie ist

Jun.-Prof. Dr. Frank Asbrock (39) ist seit April 2015 Inhaber der Juniorprofessur Sozialpsychologie. In elf Antworten gibt er den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in seinen Werdegang, seine Ziele und seine Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Sozialpsychologie?

Die Sozialpsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Individuen in ihren sozialen Beziehungen. Sie stellt Fragen, wie zum Beispiel: Worauf achten wir, wenn wir anderen Personen zum ersten Mal begegnen? Warum lassen wir uns von ihnen beeinflussen (oder auch nicht)? Warum handeln wir entsprechend sozialer Normen und Stereotypen? Warum kann die Feststellung, dass zwei Personen unterschiedlichen Gruppen angehören, zu Diskriminierung und Gewalt führen? Die Sozialpsychologie ist sicher eines der alltagsnächsten Teilgebiete der Psychologie, weil wir jeden Tag anderen Menschen begegnen und in sozialen Beziehungen stehen.

Die TU Chemnitz ist für mich als Juniorprofessor die richtige Wahl, weil…

...ich einen Ruf hierhin bekommen habe. Aber darüber hinaus wurden am Institut für Psychologie und an der Fakultät für Human- uns Sozialwissenschaften viele Professuren in der letzten Zeit neu besetzt. Dies führt zur motivierten Neugestaltung der Zusammenarbeit aller Kolleginnen und Kollegen und stellt ein sehr anregendes Umfeld dar.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Ich habe in Bielefeld Psychologie studiert und dort auch im Graduiertenkolleg „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ promoviert. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Jena habe ich meine Postdoc-Zeit an der Uni Auckland und an der Uni Marburg verbracht.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Die perfekte Mischung aus Selbstfindung, Lernen, Freundschaftsbildung, Feiern, ungeahnter Begeisterung für Wissenschaft – und Arminia Bielefeld.

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Besonders gut erinnere ich mich an einen Dozenten, der mich mit seiner Begeisterung für Wissenschaft angesteckt hat, obwohl seine Forschungsthemen gar nicht meinen Interessen entsprachen. Darüber hinaus habe ich viel von meiner Zeit als studentische Hilfskraft bei Wilhelm Heitmeyer und Andreas Zick profitiert.

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Studieren Sie etwas, das Sie wirklich interessiert – nur dafür können Sie brennen und nur dann werden Sie sehr gut sein. Ein Studium bietet Ihnen viele Chancen und Freiheiten, auch mal über den Tellerrand Ihres Fachs zu schauen, sei es über Engagement innerhalb und außerhalb der Uni oder über ein Nebenfach. Nutzen Sie diese Chancen ebenso wie die sehr guten Möglichkeiten, ein Auslandssemester einzuschieben.

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Ich möchte die Studierenden für Sozialpsychologie begeistern und im aktiven Austausch mit ihnen diskutieren, inwiefern die vermittelten Theorien (die zugegebenermaßen nicht immer Freude beim Lernen bereiten) dazu beitragen können, soziale Phänomene und aktuelle gesellschaftliche Probleme zu erklären.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Ich beschäftige mich in meiner Forschung vorranging mit Vorurteilen und Diskriminierung und ihren Auswirkungen auf die betroffenen Gruppen. Dabei gehe ich zum einen der Frage nach, wie und warum bestimmte Gruppen als Bedrohung wahrgenommen werden, zum anderen der Frage, wie Intergruppenkontakt dazu beitragen kann, diese Bedrohungswahrnehmungen wieder abzubauen. In Chemnitz möchte ich dieser Forschung weiter nachgehen und sie interdisziplinär einbinden. Zusätzlich wird die Frage nach den gesundheitlichen Auswirkungen auf die diskriminierten Gruppen stärker in den Fokus rücken.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Nichts. Na ja, vielleicht der „...but alive“-Button an meiner Jacke.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Bislang meine Küche. Die bisherigen Besucherinnen und Besucher mussten sich in den noch recht chaotischen Alltag unseres Familienlebens in einer neuen Stadt einfügen. Ansonsten ist meine Präsentation der Stadt sehr vom Besuch abhängig, was für ihre Vielfalt spricht: Mit einigen gehe ich ins Alternative Jugendzentrum AJZ, mit anderen in die Kunstsammlungen Chemnitz. Aber alle sind begeistert vom Kaßberg.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Mein Forschungsgebiet ergäbe nur wenig Sinn, wenn ich nicht versuchen würde, damit einen Bezug zur Welt außerhalb des Labors herzustellen. Ich baue daher Kontakte zu verschiedenen Initiativen in Chemnitz und Umgebung auf, die sich für Flüchtlinge und andere statusschwache Gruppen einsetzen und versuche, dort durch meine wissenschaftliche Arbeit Unterstützung zu leisten.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/sozpsy

Mario Steinebach
13.11.2015

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