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Ein Blick in die Zukunft der Ingenieurausbildung

Vom Diplom-Ingenieur zum Bachelor und Master: An der TU Chemnitz eröffnen sich den Studierenden künftig neue Möglichkeiten

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Chemnitzer Studenten im Virtual Reality Center Production Engineering des Institutes für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse der TU Chemnitz. Foto: TU Chemnitz/W.H. Schmidt

Ingenieure gelten als eine wesentliche Stütze der Hightech-Gesellschaft. Sie sollen durch Innovationen Wachstum generieren. In Deutschland arbeiten etwa 942.000 Ingenieure in zahlreichen Branchen. Weltweit hat sich der Abschluss des Diplom-Ingenieurs einen Namen gemacht. Mit dem Status und der Qualität dieser Ausbildung steht und fällt die Bedeutung der technikgetriebenen Wirtschaftsnation Deutschland. Doch an dem Fundament der deutschen Ingenieurausbildung wird seit dem Bologna-Prozess zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums kräftig gerüttelt. Zahlreiche Bachelor- und Master-Studiengänge sind auch auf dem Gebiet der Ingenieur- bzw. Technikwissenschaften an den deutschen Hochschulen auf dem Vormarsch. "Der Vorteil dieses Prozesses ist, dass die Ingenieurstudiengänge modernisiert werden“, meint Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes. "Mit der Weiterentwicklung der deutschen Ingenieurausbildung soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigungsmöglichkeit der Absolventen gefördert werden. Zudem will man Deutschland als Studienstandort durch die Einführung des neuen Studiensystems für ausländische Studierende attraktiver machen", erläutert der Rektor. Auch an der Technischen Universität Chemnitz werden seit den letzten Jahren die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Im Wintersemester starten beispielsweise die Studiengänge Automobilproduktion, Media Production und Sports Engineering.

Bisher überzeugte die deutsche Ingenieurausbildung durch die Kombination der Grundlagenblöcke Mathematik, Naturwissenschaft und Technik sowie durch die Vermittlung von anwendungsbezogenem Basiswissen, das dem Absolventen die erforderliche anfängliche Berufsfähigkeit verleihen soll. Zum Markenzeichen gehören darüber hinaus das Betriebspraktikum und die Abschlussarbeit. Die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse greifen diesen hohen Qualitätsstandard auf. Eine zunehmende Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen in der Praxis des Ingenieurs erfordert auch im Studium mehr Interdisziplinarität. So zeichnet sich das Bachelor-Studium in den Ingenieurwissenschaften durch ein fundiertes Grundlagenstudium mit Anwendungsorientierung aus. Ein betriebliches Praktikum wird empfohlen. Von der deutschen Wirtschaft wird der Bachelor of Engineering bzw. Bachelor of Science als berufsbefähigender und vollwertiger akademischer Abschluss anerkannt. Laut Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) wählt die Mehrheit der Bachelor-Absolventen im Ingenieurbereich in vielen Ländern sogar den direkten Einstieg in den Beruf, so dass lange Studienzeiten oftmals eine Seltenheit sind.

Das Masterstudium dient der Spezialisierung der Studenten in Richtung Forschung beziehungsweise Praxis. "Der moderne Ingenieur muss neben dem fachlich-methodischen Wissen auch über Managementfähigkeiten sowie über soziale und persönliche Kompetenzen verfügen“, erklärt der Bologna-Beauftragte an der TU Chemnitz, Sven Hardersen. Als einen Vorteil der Weiterentwicklung des Ingenieurstudiums führt er die Möglichkeit an, die Wahl eines Studienganges zeitnah an die Gestaltung persönlicher Karriereziele knüpfen zu können. "Wer zum Studienbeginn sein Berufsziel genau vor Augen hat, kann ein konsekutives - also aufbauendes - Bachelor-Master-Studium aufnehmen. Und wer sich aufgrund von eigenen Erfahrungen im Beruf für einen karrierespezifischen Weiterbildungsmaster interessiert, wird dazu auch an der TU Chemnitz lebenslang Angebote finden", so Hardersen. Die neuen Studiengänge eröffnen damit gänzlich neue Möglichkeiten.

Doch der Nachwuchs in den Technikwissenschaften und qualifizierte Fachkräfte lassen seit längerem auf sich warten, klagen Wirtschaftsunternehmen. Die Prognosen des VDI versprechen allerdings Besserung. Wurden für das Jahr 2006 noch etwa 73.800 Studienanfänger im Ingenieurwesen prognostiziert, soll die Zahl bis 2010 auf rund 75.100 Studienanfänger ansteigen. Die Einführung der Masterstudiengänge blieb hier allerdings unberücksichtigt und dürfte sich weiterhin positiv auswirken, da die Gefahr eines Studienabbruchs durch die Zweiteilung des Studiums verringert wird. Das dürfte die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau dennoch nicht sonderlich beruhigen, denn allein hier wird in den Branchen Maschinenbau, Metall, Fahrzeug und Textil laut einer aktuellen Studie ein zusätzlicher Bedarf von etwa 10.400 Fachkräften einschließlich Hochschulabsolventen bis 2010 prognostiziert.

An der TU Chemnitz sollen bis zum Jahr 2007 alle Studiengänge an das neue Studiensystem angepasst werden. Inwiefern sich diese Umstellung auf die Zahl der Immatrikulationen in den Technikwissenschaften auswirkt, ist noch unklar. "Das derzeitige Einschreibungsverhalten in die neuen Studiengänge stimmt uns jedoch optimistisch", meint Prof. Matthes. Die TU Chemnitz verfolge schon seit Jahren das Ziel, besonders frühzeitig junge Menschen für ein technisches Studium zu begeistern – zum Beispiel durch den bundesweiten Schülerwettbewerb "RoboKing". Die Faszination Technik bereits bei Schülern zu wecken, sei jedoch auch eine Aufgabe der Schulen selbst und der Wirtschaft. Hier wünscht sich der Chemnitzer Rektor auch in seiner Region noch viel mehr Aktivitäten.

Alle Studienmöglichkeiten der TU Chemnitz findet man im Online-Portal für Schüler und Bewerber: http://www.tu-chemnitz.de/schueler/

(Autoren: Janine Mahler & Mario Steinebach)

Mario Steinebach
27.09.2006

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