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Blaue Mützen und Bänder als Zeichen der Freundschaft

Älteste studentische Verbindung auf Spurensuche an der TU Chemnitz: Besuch der Landsmannschaft im Coburger Convent Concordia Chemnitz zu Ulm

Anlässlich des 150. Stiftungsfests der ältesten studentische Verbindung der Technischen Universität Chemnitz besuchte eine Abordnung der Concordia Chemnitz zu Ulm am 22. Juni 2015 die akademische Stätte ihrer Wurzeln. Am 9. September 1865 gründeten drei Schüler der damals „Königlich Höheren Gewerbschule“ den ersten studentischen Gesangsverein, der sich zehn Jahre später den Namen Concordia und die Farben Blau-Weiß-Blau gab. Die Verbindungsstudenten trugen ab 1900 in den Lehrveranstaltungen Coleur, die Concordia hatte einen Fahnenschrank und ein Anschlagbrett im Akademiegebäude - dem heutigen Böttcherbau - und traf sich in den Pausen auf dem großen Absatz im Treppenhaus.

Die 15 Männer und zwei Frauen der kleinen Delegation aus Ulm lauschten am Vormittag interessiert dem Vortrag von Stephan Luther, dem Leiter des Chemnitzer Universitätsarchivs. Er erzählte über das studentische Leben in Chemnitz von damals manch amüsante Anekdote und sorgte damit für Gelächter unter den Zuhörern. So berichtete er von den unter Maschinenbau-Studenten sehr beliebten Brauereiexkursionen mit Verkostung und entsprechender Wirkung oder über die Kuriosität eines missglückten Einbruchsversuchs eines beleibten Studenten, der sich über ein Kellerfenster Zugang zum legendären Mensa-Fasching verschaffen wollte. Dieser musste schließlich durch die Behörden befreit werden, sodass der Vorfall aktenkundig wurde und noch heute im Universitätsarchiv nachzulesen ist.

Die Veränderungen in Zeiten gesellschaftlichen und politischen Umbruchs gingen auch an der Studentenverbindung Concordia nicht spurlos vorbei: 1936/37 erfolgte im Rahmen der NS-Gleichschaltung die Selbstauflösung, während des Krieges wurde das Verbindungshaus in der Dresdner Straße zerbombt. Bis dahin hatte die Concordia nach eigenen Angaben über 1.000 Mitglieder gezählt. Erst 1969 wurde sie an der medizinisch-naturwissenschaftlichen Universität Ulm wiedergegründet. Nach wie vor führt die Concordia den Namen und das Wappen der Stadt Chemnitz. Auch die Landsmannschafter tragen heute noch Mütze, Band und Wichs, die Uniform der Verbindung, zu offiziellen Anlässen in den Gründungsfarben als gemeinsames Erkennungszeichen und äußeres Symbol der Freundschaft. Die Verbindung im Coburger Convent ist „pflichtschlagend“, das heißt es wird noch immer die sogenannte Mensur gefochten, wenn auch nach klaren Regeln und mit Schutzanzügen, um die körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten und Schmisse zu vermeiden.

Die Concorden führen sowohl traditionelle Werte wie Ehrenhaftigkeit, als auch Ideale wie Toleranz und Freiheit in ihren Statuten. Gemäß dem Lebensbundprinzip unterliegen die Mitglieder, egal ob Füchse, Burschen oder Alte Herren, der institutionellen Freundschaft und der Verbundenheit innerhalb der Gruppe. Gegenseitige Hilfe erfahren die Männer so auch über das Studentenleben hinaus.

Am 22. Juni übergaben sie zwei Chroniken der Concorden aus den Jahren 1965 und 2015 anlässlich des Gründungsfestes der Landsmannschaft inklusive Mitglieder-Liste an Stephan Luther, der sich darüber freute, damit den Fundus des Uni-Archivs erweitern zu können. Zeugnisse wie diese seien Schätze, so Luther, da 1945 das komplette Archiv der Concorden, das bei einem Fabrikanten in Leipzig untergebracht war, weil man es dort in Sicherheit vor dem NS-Regime glaubte, gemeinsam mit der historischen Fahne, Bildern und Dokumenten zur Gründung im Bombenhagel unterging.

Bei einem anschließenden Rundgang durch den Uni-Teil Straße der Nationen erklärte Luther den Besuchern die baulichen Veränderungen etwa im Hörsaal 201, wo sich zuvor die Aula befand, oder zum ehemaligen Laboratoriums-Gebäude.

(Autorin: Diana Ruder, Alumni-Beauftragte der TU Chemnitz)

Mario Steinebach
22.06.2015

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