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Forschungsstandort Dresden/Chemnitz avanciert zum Leistungszentrum für Mikro- und Nanoelektronik

TU Chemnitz arbeitet mit der TU Dresden und vier Fraunhofer-Einrichtungen im neugegründeten Leistungszentrum „Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik“ zusammen

  • Die Auftaktveranstaltung zum Leistungszentrum "Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik" fand am 17. Juni 2015 statt - von links: Thilo von Selchow (Präsident & CEO Zentrum Mikroelektronik Dresden AG), Stanislaw Tillich (Ministerpräsident des Freistaates Sachsen), Prof. Dr. Reimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft), Prof. Dr. Hubert Lakner (Institutsleiter des Fraunhofer IPMS), Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen (Rektor der TU Dresden) und Prof. Dr. Arnold van Zyl (Rektor der TU Chemnitz). Foto: Fraunhofer/Jürgen Lösel

Vier Dresdner Fraunhofer-Einrichtungen schließen sich mit den Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz zum Leistungszentrum „Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik“ zusammen. In enger Kooperation mit ansässigen Unternehmen sollen Forschungs-Know-how vertieft, Innovationen schneller in Anwendungen und Produkte umgesetzt und damit die Region gestärkt werden. Als offizieller Start ist der 1. Juli 2015 geplant.

Nano- und Mikroelektronik durchdringen heute alle Lebensbereiche. Mit dem Internet der Dinge und Industrie 4.0 steigt nicht nur die Nachfrage, auch die Anforderungen an die Systeme wachsen: Die Bauteile müssen künftig noch mehr Funktionen integrieren können, noch kleiner und stärker vernetzt sein. Die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen im Bereich Elektronik entscheidet sich heute in dem Maße, wie schnell sie auf neueste technologische Entwicklungen zugreifen können.

Hier setzt das Konzept der Leistungszentren an: „Das Pilotvorhaben zur Funktionsintegration für die Mikro- und Nanoelektronik soll die Stärken von Forschung und Wirtschaft regional bündeln“, betont Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer- Gesellschaft. „Neben fachlichen Projektarbeiten soll das Zentrum auch die Grundlage dafür schaffen, Ergebnisse effizient zu vermarkten sowie zentrale Anlaufstelle für weitere interessierte Kooperationspartner sein.“ Die Wirksamkeit des Leistungszentrums soll künftig unter anderem eine intensive Beteiligung der Industrie belegen. Dafür erhalten Unternehmen die Möglichkeit, die thematische Ausrichtung des Pilotvorhabens über einen Industriebeirat mitzubestimmen.

Finanziert wird das Leistungszentrum während einer zweijährigen Pilotphase aus Mitteln des Freistaates Sachsen, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Industriepartner. „Dresden ist wie keine andere Stadt dafür geeignet“, sagt Ministerpräsident Stanislaw Tillich. „Wir haben auf der einen Seite viele hochinnovative kleine und mittelständische Firmen in den Bereichen Sensorik, Aktorik, Halbleiter und Maschinenbau. Auf der anderen Seite existiert eine exzellente Forschungslandschaft, in der die Universitäten den wissenschaftlichen Vorlauf und die Fraunhofer-Institute die anwendungsnahe Forschung in den relevanten Technologiefeldern abdecken. Bringen wir alle noch enger zusammen, können wir die Stärken des Standortes Dresden/Chemnitz weiter ausbauen.“

So nah wie möglich an der Anwendung

Die inhaltliche Arbeit des Leistungszentrums konzentriert sich in der zweijährigen Pilotphase vor allem auf Mikroelektromechanische Systeme (MEMS) wie Sensoren und Aktoren sowie auf die Systemintegration in der Industrieautomation. Wichtige Forschungsbedarfe liegen zum Beispiel bei Sensorknoten für vernetzte Systeme, bei adaptiven Systemen zur Zustandsüberwachung und Diagnose oder bei Mess- und Regelungssystemen, die den Energieverbrauch in der Produktion minimieren. Nach zwei Jahren sollen Schwerpunkte aus weiteren Anwendungsbereichen wie Energie- und Medizintechnik sowie Mobilität hinzukommen.

Drei Säulen strukturieren das Leistungszentrum: Als Erstes erarbeiten die Partner eine gemeinsame Technologie- und Entwicklungsplattform für innovative Bauelemente und Systeme – und damit die inhaltliche Basis für alle weiteren Arbeiten. Um die Anwendungsorientierung zu stärken, wird darüber hinaus eine zentrale Geschäftsstelle für die Vermarktung von FuE-Ergebnissen und den Technologietransfer eingerichtet. Sie soll es Unternehmen und Partnern ermöglichen, schnell und einfach auf die angebotenen Leistungen zuzugreifen. Die dritte Säule sind industrie-finanzierte Innovationsprojekte – also direkte Industrieaufträge an die Forschungspartner des Leistungszentrums.

Standortvorteil für Region Dresden/Chemnitz

Bis dato haben über 20 sächsische Firmen ein grundsätzliches Interesse bekundet, an dem Vorhaben mitzuwirken. Thilo von Selchow, Vorstandsvorsitzender der Zentrum Mikroelektronik Dresden AG (ZMDI), betont: „Innovation ist heute mehr denn je eine Frage partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Den Fraunhofer-Instituten kommt dabei eine wichtige Brückenfunktion zwischen Forschung und Industrie zu. Das neue Leistungszentrum stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes. Für ZMDI ist das `Internet der Dinge´ der nächste große Wachstumshorizont. Die hohe Technologiekompetenz in der Region, das enge Netzwerk zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen und die Bündelung der Kräfte im Leistungszentrum helfen uns, Wachstumsperspektiven nachhaltig abzusichern.“

Am Ende der Pilotphase soll durch die enge Vernetzung der Universitäten, Fraunhofer und der regionalen Industrie ein virtuelles Innovationszentrum entstehen. Es ist angestrebt, dieses bei Erfolg anschließend in ein dauerhaftes, dann auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Spitzenzentrum beziehungsweise eine Profilregion zu überführen und weiterzuentwickeln. Neben dem Leistungszentrum für Nachhaltigkeit in Freiburg und dem für Elektroniksysteme in Erlangen ist das Zentrum in Dresden das dritte Pilotvorhaben dieser Art in Deutschland.

(Quelle: Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft)

Katharina Thehos
17.06.2015

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