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Der Spaß am logischen Denken

Mathematikstudent und Deutschlandstipendiat Felix Harder entdeckte seine mathematische Begabung spät, überzeugt heute aber mit konsequent guten Leistungen

  • Seit er an der TU Chemnitz Mathematik studiert, fühlt sich Felix Harder mehr gefordert und kann sein Interesse für mathematische Zusammenhänge vertiefen. Foto: Andy Schäfer

Schon immer sei er im Fach Mathematik recht gut gewesen, sagt Felix Harder. Deutlich war der Abstand zu seinen Mitschülern bereits in seiner Grundschulzeit – ein Hinweis darauf, dass dem gebürtigen Kasseler der Umgang mit logisch-mathematischen Aufgaben leichter fällt. Die Vorzüge der Disziplin sieht Felix Harder in dem Wegfall des „Glauben-Müssens“, weil in der Mathematik alle Aussagen exakt beweisbar sind – einen allgemeinen Anspruch, den der Student sonst nirgendwo sieht: „Es ist sehr zufrieden­stellend, wenn man als Student genau weiß, warum die präsentierten Aussagen gelten. Ich denke, viele vermissen bei der Mathematik in der Schule diesen Punkt.“ In seiner Zeit auf der Freien Waldorf­schule in Weimar sei die Förderung seines mathematischen Talents etwas zu kurz gekommen, wodurch sein Können möglicherweise eher entdeckt worden wäre. Jedoch so Harder: „Mein Mathelehrer hat die Sachverhalte immer gut hergeleitet und dadurch habe ich mit der Mathematik bereits in der Schule etwas Positives verbunden.“ Ihm selbst sei seine Begabung mit der Teilnahme an der Mathematik­olympiade in Thüringen im Jahr 2012 aufgefallen, als er den Landes­wettbewerb mit dem 1. Preis für sich entscheiden konnte. „Das war für mich selbst total überraschend. Ich hatte die Jahre zuvor überhaupt keine Ahnung, wie meine Leistungen in der Mathematik überhaupt zu bewerten waren“, räumt der Student ein.

Spätestens seit dieser Erfahrung war für den 21-Jährigen klar, wie es nach seinem mit einem Schnitt von 1,1 abgelegten Abitur weitergehen soll. „Ein Studium der Mathematik kam für mich aufgrund meiner Neugier an mathematischen Aussagen und Konzepten infrage“, so Harder. Der Plan, hierfür 2012 an die Technische Universität Chemnitz zu kommen, reifte zum Tag der offenen Tür der Universität, die auf den jungen Schulabsolventen einen guten Eindruck machte. „Ich habe gehört, dass an der TU noch nicht viele Mathematikstudenten sind und fand die Vorstellung interessant, in kleineren Gruppen zu studieren“, sagt Harder. Heute würde er sich über mehr junge Mathematik­studenten freuen. Vom Studium selbst wurde der Student nicht enttäuscht. „In der Mathematik gibt es sehr viele spannende Teilbereiche!“, fasst er zusammen. Durchgehend erreicht Harder Spitzenleistungen in Prüfungen und besucht bereits Veranstaltungen des sich im kombinierten Studiengang an der TU anschließenden Masterstudiums. Seine Motivation erklärt der Mathematik­student wie folgt: „Wenn man für eine Prüfung lernt, bekommt man die Gelegenheit, das ganze Thema auch in seinen Details noch einmal zu erfassen. Sicher kommt auch dazu, dass ein gutes Abschneiden in einer Klausur für die weiteren Prüfungsleistungen motiviert.“

Von Beginn an erhält Felix Harder zudem die Förderung des Deutschland­stipendiums, für das er sich schon als Schüler beworben hat. Seit dem 1. April 2015 wurde er aufgrund seiner überzeugenden Leistungen in die Studien­stiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Hier erfährt der 21-Jährige sowohl finanzielle als auch ideelle Förderung. Die gut vernetzte Organisation stellt Vertrauensdozenten an deutschen Universitäten und bietet in der Sommerpause ein Angebot an Seminaren und Veranstaltungen, die der Mathematikstudent gerne wahrnehmen würde.

Im Vergleich zu seiner Schulzeit fühlt sich Felix Harder bei seinem Universitätsstudium mehr gefordert. „Jetzt liegt es in meiner Verantwortung, nicht unterfordert zu werden“, betont er. Wenn der Student Zeit und Interesse für ein bestimmtes Thema aufbringen kann, beschäftigt er sich auch außerhalb des Unibetriebs mit Fachliteratur oder lernt gemeinsam mit Kommilitonen. Für die Grundvorlesungen im Fachbereich Mathematik begleitete Harder über zwei Semester als Hilfswissenschaftler die Hausaufgaben der noch „frischen“ Mathematik­studierenden. „Es ist schon was anderes, als nur über seine eigenen Hausaufgaben nachzudenken und es macht mir Spaß“, so Harder. Den generellen Austausch mit anderen, die eine mathematische Denkweise teilen, schätzt er ohnehin sehr. Konkrete Pläne für seine Zukunft lässt der Mathematikstudent hingegen noch offen. Jedoch sei es ihm ein primärer Wunsch, auch nach dem Masterabschluss im universitären Bereich tätig zu bleiben.

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
12.05.2015

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