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Intellectual History der Bundesrepublik

Professur Politische Theorie und Ideengeschichte zeigt mit neuem Projekt ihre Neuausrichtung von Forschung und Lehre und holt externe Referenten nach Chemnitz - Start der Vortragsreihe am 12. Mai 2015

Der Professur Politische Theorie und Ideengeschichte der Technischen Universität Chemnitz ist es gelungen, ein Projekt zur Erforschung der „Intellectual History“ der Bundesrepublik einzuwerben. Das von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderte Forschungsvorhaben wird von nationalen und internationalen Experten der Ideen- und Zeitgeschichte beraten. Es dokumentiert zugleich die Neuausrichtung in Forschung und Lehre der Professur unter Prof. Dr. Alexander Gallus.

Das Projekt „Intellectual History der Bundesrepublik“ verfolgt nicht nur das Ziel, das bereits an britischen und amerikanischen Universitäten etablierte theoretische Konzept für die deutschsprachige Debatte aufzugreifen, sondern soll explizit gesellschaftlich-politische Debatten in der Bundesrepublik erforschen. Prof. Gallus, der schon zahlreiche Studien auch mit internationalen Fachvertretern hierzu vorgelegt hat, erklärt: „Wir fragen nach dem Wissenstransfer zwischen verschiedenen Wissensformen bzw. nach den Wechselwirkungen mit sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Prozessen. Das Besondere am Konzept der Intellectual History ist, dass intellektuelle Kontroversen als gesellschaftliche Verständigungs- und politische Aushandlungsprozesse gedeutet werden und Intellektuelle aber zugleich als relativ autonome Akteure gegenüber politischen Systembrüchen verstanden werden. „Intellectual History“ faltet die Ideengeschichte also gewissermaßen ins Dreidimensionale.“ Dieses methodisch sehr offene Forschungsfeld ankert zwischen einer Ideen-, Kunst-, Literatur-, Philosophie-, Wissenschafts-, Politik-, Wirtschafts-, Medien- und Sozialgeschichte und bekennt sich zur Transdisziplinärität.

Konkret sollen durch die Projektmitarbeiter bis Ende 2017 in einzelnen Teilprojekten Forschungslücken zur Ideengeschichte der Bundesrepublik geschlossen werden. Im Zentrum stehen einerseits das Verhältnis von „Intellectual History“ und Wissenschaftsgeschichte im Sinne eines innerwissenschaftlichen Wissenschaftstransfers und andererseits intellektuelle Einzel- oder Gruppenbiografien, die nach dem sich wandelnden Verhältnis von wissenschaftlichem, intellektuellem und politischem Alltagswissen fragt. Obwohl die Bundesrepublik im Zentrum steht, werden deutsch-deutsche Entwicklungen und solche im inter- bzw. transnationalen Kontext diskutiert, auch um die Internationalisierung der Forschung weiter voranzutreiben. Zudem wird die Neuausrichtung auch die Lehre beeinflussen und stellt einen integralen Bestandteil im bald startenden neuen Master Politikwissenschaft mit einem Schwerpunktbereich „Intellectual History“ dar. Bislang gibt es solche Programme nur an führenden britischen Universitäten wie Cambridge oder St. Andrews.

Schließlich ist es das Ziel, renommierte Wissenschaftler als Gäste und Referenten für die TU Chemnitz zu gewinnen. Einen Auftakt stellen zwei Vorträge in den kommenden Wochen dar: Am 12. Mai 2015 spricht Prof. Dr. Axel Schildt, Sprecher des Fachkollegiums Geschichtswissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, über „Intellektuelle und Medien in der frühen Bundesrepublik“. Eine Woche später referiert Prof. Dr. Marcus Llanque, Universität Augsburg und Sektionssprecher „Politische Theorie und Ideengeschichte“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, zur „Genealogie der Menschenrechte“. Die öffentlichen Veranstaltungen finden jeweils 13.45 bis 15.15 Uhr im Hörsaalgebäude, Reichenhainer Straße 90, Raum N010, statt.

Homepage des Projektes: https://www.tu-chemnitz.de/phil/politik/pti/intellectualhistory/intellectualhistory.php

(Autor: Frank Schale)

Mario Steinebach
07.05.2015

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