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Wer ritt Aristoteles?

Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Fasbender startet am 8. April 2015 die neue Ringvorlesung „Die Gegenwart der Vergangenheit“ im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz

Die neue Ringvorlesung der Technischen Universität Chemnitz zum Thema „Die Gegenwart der Vergangenheit“ nähert sich im Sommersemester 2015 facettenreich der Rezeption von Antike und Mittelalter vom 6. Jahrhundert bis heute. Alle 13 Vorträge finden mittwochs um 19.15 Uhr im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac), Stefan-Heym-Platz 1, statt. Die Ringvorlesung ist eingebunden in das Programm des Themenjahres der Stadt unter dem Titel „Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur“. Den Auftakt übernimmt am 8. April Prof. Dr. Christoph Fasbender, Inhaber der Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der TU Chemnitz. Fasbender, der gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Clauss, Inhaber der Professur Europa im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, die Ringvorlesung konzipierte, spricht zum Thema „Wer ritt Aristoteles?“.

„Selbst der Inbegriff aller Weisen, Aristoteles, Philosoph und Lehrer Alexanders des Großen, erlag irgendwann den Verführungskünsten der Frauen – er ließ sich einen Sattel aufbinden, Zügel anlegen und trabte, eine junge Frau auf dem Rücken, beseelt durch den Palastgarten“, erläutert Fasbender. Die zählebige Anekdote sei im frühen 13. Jahrhundert in Europa aufgekommen, gehe aber auf ein altes internationales Erzählmotiv zurück. „Ist auch ihr Sinn schnell erfasst, variiert doch die erzählerische Ausstaffierung: Namen, Orte, Motivationen“, sagt der Literaturwissenschaftler. „Mein Vortrag führt tief ein in die extrem weitläufigen und verwickelten Traditionsstränge des Erzählens um Aristoteles, Alexander den Großen und die Frauen“, verspricht Fasbender. Am Aristoteles-Paradigma solle gezeigt werden, wie Transformationsprozesse von der Antike über das Mittelalter bis in die Moderne ablaufen können: und dass Namen bei der Rekonstruktion von Erzähltraditionen doch mehr sein können als Schall und Rauch.

Anlass der Ringvorlesung ist die diesjährige Einführung des Masterstudienganges „Rezeptionskulturen der Vormoderne“ an der TU Chemnitz. Dieser Studiengang ist nach Aussage der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz einzigartig. Hier werden nicht nur Spezialisten für die Kulturen der Antike und des Mittelalters ausgebildet. Der Studiengang führt sie auch an die vielgestaltigen Arbeitsmärkte heran. „Die Studierenden erhalten Einblicke, wie man eine Mittelalter-Ausstellung vorbereitet, ein antikes Drama inszeniert, oder eine App für die digitale Rekonstruktion einer Kirche erstellt“, sagt Prof. Dr. Martin Clauss, der auch Fachstudienberater des Masterstudienganges „Rezeptionskulturen der Vormoderne“ ist.

Alle Vorträge der Ringvorlesung „Die Gegenwart der Vergangenheit“ auf einen Blick: https://www.tu-chemnitz.de/phil/rezeptionskulturen/

Weitere Informationen zur Ringvorlesung und zum Studiengang erteilt Prof. Dr. Martin Clauss, Telefon 0371 531-35218, E-Mail martin.clauss@phil.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
01.04.2015

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