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Forscherinnen von morgen lösen Probleme von heute

Teilnehmerinnen des Mentoring-Projekts „Girls´ Tandem“ tauchten ein in die Laborwelt der Technischen Sammlungen Dresden

Ob Biotechnologie oder Werkstoffkunde – ungeklärte Forschungsfragen sind und bleiben die Zukunft der Wissenschaft, an der Schülerinnen und Studentinnen am 21. Februar 2015 im DLR_School_Lab der Technischen Sammlungen Dresden teilhaben durften. Auf der Grundlage von technisch-naturwissenschaftlichen Problemstellungen entwickelten sie Versuchsreihen rund um Biotechnologie, Verkehrs- und Werkstofftechnik, womit sie praxisnahe Einblicke in verschiedene Forschungsgebiete erhielten. Das Projekt „Girls´ Tandem“ der TU Chemnitz führte den Teilnehmerinnen so einmal mehr die Bandbreite an Möglichkeiten vor Augen, die ein Studium in einem der MINT-Fächer bietet.

Während die Teilnehmerinnen im regulären Schulunterricht nur bereits allgemein bekannte Gesetzmäßigkeiten enträtseln, konnten sie im School_Lab zukunftsweisende Technologien anhand realer Forschungsfragen ergründen. Dabei folgten die Mentees mit ihren Mentorinnen keinen fertigen Versuchsanleitungen, sondern planten selbständig die Experimente mithilfe eines konkreten wissenschaftlichen Auftrags. „Die Experimente, die wir hier durchführen, zeigen, an wie viele Kleinigkeiten man schon im Vorfeld denken muss. Damit wird deutlich, wie komplex solche Versuche sind und auch sein können, wenn nicht schon jemand alles vorbereitet hat und den Schülerinnen so ermöglicht, alles schnell hintereinander abzuarbeiten. Ich denke, dass die Experimente durchaus für die Schülerinnen geeignet sind, um für sich herauszufinden, ob sie wirklich die Neugier haben, die man dafür braucht, und ob sie diesen Blick für einzelne Details entwickeln können“, stellte Patricia Tonn fest, „Girls´ Tandem“-Mentorin und Promotionsstudentin der Chemie.

Je nach Interesse probierten sich die Tandems an den Stationen „Organische Photovoltaik“, „Weiße Biotechnologie“, „Verkehrsleitsysteme“ sowie „Ultraleicht und doch stabil – wie Faserverbundwerkstoffe helfen, leichtere Autos zu bauen“ aus. Jede der vier Problemstellungen behandelte hochaktuelle Hypothesen von Forschergruppen der TU Dresden. So sind herkömmliche Solarzellen in der Herstellung relativ kostenintensiv und nicht immer flexibel einsetzbar im Gegensatz zu organischer Photovoltaik, durchsichtigen Folien auf Fenstern, deren Wirkungsgrad allerdings nach wie vor verbesserungswürdig ist. Aus diesem Grund bilden die von den Mentoring-Paaren durchgeführten vergleichenden Untersuchungen hinsichtlich der Aspekte Leistung, Kosten und Einsatzmöglichkeiten von organischen und anorganischen Solarzellen eine umso wichtigere Forschungsbasis. Umweltfreundliche Energieerzeugung steht seit einiger Zeit auch mit der Gewinnung von Wasserstoff in Zusammenhang, was ohne den MINT-Bereich der Biotechnologie kaum denkbar wäre. Welche Funktion dabei Grünalgen und Purpurbakterien erfüllen, erkundeten die Schülerinnen ebenfalls experimentell. „Der Versuch war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte und hat mich noch mehr von Biotechnologie begeistert, dadurch dass ich gemerkt habe, wie viel Spaß mir das macht. Ich kann dabei im Labor stehen, selbst forschen und sehe am Ende Ergebnisse. Und ich hatte die Möglichkeit, das Wissen, das ich mir in der Schule angeeignet habe, hier anzuwenden und das hat mir sehr gut gefallen. Ab nächstem Wintersemester möchte ich auch Biotechnologie studieren“, erzählt Mentee Lea Rupf. Die „Girls´ Tandems“, die sich vorwiegend für Mathematik sowie Maschinenbau begeistern, setzten sich hingegen mit dem Tätigkeitsfeld von Verkehrsplanern auseinander, indem sie ein Modell zur Steuerung von Verkehrsströmen an einer Dresdner Kreuzung entwarfen.

Nach dem Motto „Raus aus der Schule – rein ins Labor“ stellt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt deutschlandweit Labore zur Verfügung, in denen Nachwuchsforscher der Faszination von Naturwissenschaft und Technik auf den Grund gehen können. „Dieser Intention folgt auch das Mentoring-Projekt Girls´ Tandem, das angesichts der nach wie vor geringen Anzahl an MINT-Studentinnen Schülerinnen den Weg in Richtung eines naturwissenschaftlich-technischen Studiengangs ebnen möchte“, stellt die Projektleiterin und Gleichstellungs­beauftragte der TU Chemnitz, Karla Kebsch, fest und ergänzt: „Insbesondere die im School_Lab durchgeführten Experimente deckten Potenziale der Gymnasiastinnen auf und ermutigten sie, an ihren Talenten und Berufswünschen festzuhalten. Mit der Exkursion ging zwar ein weiteres Girls´ Tandem-Semester zu Ende, aber für die Mentees waren diese kurzen Ausflüge in das Reich der Wissenschaft erst der Anfang.“

Weitere Informationen: http://www.tu-chemnitz.de/girlstandem

(Autorin: Beatrice Berthel)

Katharina Thehos
26.02.2015

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