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Theoretisch fundierte und empirisch gestützte Gesundheitsforschung

Elf Fragen an Prof. Dr. Peter Kriwy, der seit April 2014 Inhaber der Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesundheitsforschung ist

  • Prof. Dr. Peter Kriwy beschäftigt sich in seiner Forschung unter anderem mit der Evaluation des Effekts von Apps auf das Gesundheitsverhalten. Foto: Sven Gleisberg

Prof. Dr. Peter Kriwy (44) ist seit April 2014 Inhaber der Professur Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesund­heits­forschung an der Fakultät für Human- und Sozial­wissen­schaften. In elf Antworten gibt er den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in seinen Werde­gang, seine Ziele und seine Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesundheits­forschung?

In dieser Binde­strich-Soziologie werden theoretisch fundierte und empirisch gestützte Strategien entwickelt, die dabei helfen, dass Menschen gesund bleiben. Es wird also überwiegend ein Ansatz der Salutogenese („Gesundheits­entstehung“, „Gesund­erhaltung“) verfolgt.

Die TU Chemnitz ist für mich als Professor die richtige Wahl, weil…

…meine Arbeits­weise gut zur Fakultät für Human- und Sozial­wissenschaften der TU passt.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Ich habe in München Soziologie studiert (Diplom) und fünf Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Braun gearbeitet. Dann folgten weitere fünf Jahre als wissen­schaftlicher Mitarbeiter in Kiel bei Prof. Jung­bauer-Gans. Dort habe ich auch zum Thema Impf­verhalten bei Masern, Mumps und Röteln promoviert. Anschließend folgten drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Nürnberg. 2013 habe ich dort kumulativ habilitiert und seit April 2014 bin ich in Chemnitz als Professor tätig.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Gestartet bin ich als hermeneutisch interessierter angehender qualitativer Sozial­forscher, geendet bin ich als „Quanti“.

Hatten Sie während Ihrer Studien­zeit Vorbilder, die Sie zur wissen­schaftlichen Karriere ermutigt haben?

Ja, Elinor Ostrom, Donald Green, Ian Shapiro, Jon Elster und James Coleman sind schuld daran, dass ich in der Wissenschaft geblieben bin.

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Studieren Sie das, was Sie interessiert, und nicht das, was vorder­gründig markt­tauglich ist.

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Studierende dazu zu befähigen und zu ermutigen, eigene Ansätze und Interessen zu verfolgen.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Ich versuche inter­disziplinär an eine TU anschluss­fähige Projekte zu realisieren. Beispielsweise in der Evaluation des Effekts von Apps für Smartphones und online soziale Netzwerke, die dabei behilflich sein sollen, das „Verbrennen von Kalorien“ im Freundes­kreis transparent zu machen und so Gesundheitsverhalten im Rahmen der Umsetzung einer erfolgreichen Diät zu fördern.

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Bei dieser gigantischen Vergleichs­gruppe ist es – statistisch gesehen – unmöglich, mit Besonderheiten aufzufallen.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Das Schalom in der Heinrich-Zille-Straße.

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Leider bin ich kein guter Leben-in-die-Stadt-Bringer.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/hsw/soziologie/Professuren/Gesundheitssoziologie

Katharina Thehos
02.03.2015

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