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Deutsche Maschinenbau-Theorie im indischen Praxistest

Student Jonas Böttger ist nun Trainee bei Starrag India in Bangalore - Unterstützung beim Sprung ins Ausland gaben Professoren und das Internationale Universitätszentrum

7.124 Kilometer liegen zwischen Chemnitz und der indischen Stadt Bangalore. Jonas Böttger, Maschinenbau-Masterstudent der Technischen Universität Chemnitz, sitzt dort an seinem Schreibtisch bei Starrag India und denkt darüber nach, welche Lebenslektion ihn sein Hauptpraktikum seit November 2014 gelehrt hat. „Distanzen sind überwindbar“, fasst er zusammen und meint damit nicht nur Entfernung zur Heimat. Seine Zeit in Indien habe ihm gezeigt, dass es sich lohnt, die eigene Komfortzone zu verlassen. „Wenn Probleme kommen, gibt es auch einen Weg, sie zu lösen und Menschen, die dabei helfen“, so beschreibt er seine Erfahrungen.

Böttgers Arbeitstag als Trainee in der Konstruktions- und Entwicklungsabteilung beginnt mit der Fahrt zur Arbeit in einem Kleinbus. Mit diesem firmeneigenen Transportsystem werden die wichtigsten Sammelpunkte in der Stadt morgens und abends abgefahren. Im Unternehmen angekommen, geht er an der Götterstatue im Eingangsbereich vorbei und trifft sich nach dem Frühstück mit den Mitarbeitern zum sogenannten Sunrise-Meeting, bei dem die wichtigsten Themen für das Team besprochen werden. Nachdem einer der Kollegen einen inspirierenden Gedanken für den Tag geäußert hat, folgt eine kurze Stretch-Übung. Dann startet der zumeist neunstündige Arbeitstag. Flexible Arbeitszeiten sind durch den organisierten Transfer, den sehr viele Mitarbeiter nutzen, kaum möglich. Frühstück und Mittagessen sind für jeden Mitarbeiter kostenlos. „Wer gern scharfes Essen mag, auch zum Frühstück, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben“, schmunzelt Böttger.

Am Produktionsstandort in Bangalore fertigt Starrag derzeit Horizontalbearbeitungszentren für den indischen Markt. Böttger erklärt: „Die Nachfrage wächst beständig, wobei es für die meisten Kunden wichtig ist, dass sich die Maschinen bereits am Markt etabliert haben.“ Die in der Schweiz und Deutschland entwickelten Maschinen werden hauptsächlich in Indien produziert und vor Ort an die Kundenanforderungen angepasst. Im Arbeitsalltag gehören Stromausfälle zur Tagesordnung, so dass jedes Unternehmen sein eigenes Backup- oder Generatorsystem besitzt. Aus den Gegebenheiten vor Ort ergeben sich auch Mentalitätsunterschiede. „Insgesamt wird öfter improvisiert, wenn Arbeitsmittel nicht zur Verfügung stehen“, so Böttger.

Studenten, die Interesse an einem ähnlichen Praktikum haben, sollten mit Prof. Dr. Andreas Hirsch ins Gespräch kommen. In Böttgers Fall half der enge Kontakt zu Prof. Dr. Frank Brinken, Verwaltungsratsmitglied und ehemaliger CEO der Starrag Group, der gleichzeitig Honorarprofessor an der TU Chemnitz ist. So hatte Böttger am Ende die Auswahl zwischen England und Indien. „Letztendlich habe ich mich für Indien entschieden, weil es mir vom Thema am besten gefallen hat und für mich die größte Herausforderung und Überwindung darstellte“, begründet Böttger seine Wahl. Die Finanzierung eines solchen Auslandsaufenthalts kann durch eine Praktikantenvergütung, Auslands-Bafög bzw. ein Stipendium abgesichert werden. Dabei sind jedoch mehrmonatige Antragszeiträume zu beachten. Weitere Informationen dazu gibt jedem Interessenten das Internationale Universitätszentrum der TU Chemnitz.

(Autorin: Katja Klöden)

Mario Steinebach
06.02.2015

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