TU Chemnitz als Keynote-Speaker unterwegs
Internationale Konferenz an der Mohammed First University in Oujda widmete sich nachhaltigen Bildungszukünften, Berufsbildung und Interkulturalität in Zeiten gesellschaftlicher und digitaler Transformationen
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Bei der internationalen Konferenz an der Mohammed First University in Oujda waren von der TU Chemnitz Prof. Dr. Volker Bank (l.), Inhaber der Professur Berufs- und Wirtschaftspädagogik, sowie Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García (2. v. l.), Inhaberin der Juniorprofessur Interkulturelle Praxis mit dem Schwerpunkt Digitale Kulturen, als Keynote-Speaker vertreten. Foto: Ali Chadmi -
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie internationale Gäste die Möglichkeit, mit den Keynote-Speakern in einen interdisziplinären Austausch zu treten. Foto: Ali Chadmi
Vertreterinnen und Vertreter der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz nahmen am 14. Mai 2026 an der internationalen wissenschaftlichen Tagung „Cross-cultural Engagements in Polycrisis Times: Avenues for Sustainable Futures in Education“ an der Mohammed First University in Oujda (Marokko) teil. Zu den eingeladenen Keynote-Speakern gehörten Prof. Dr. Volker Bank, Inhaber der Professur Berufs- und Wirtschaftspädagogik der TU Chemnitz, sowie Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García, Inhaberin der Juniorprofessur Interkulturelle Praxis mit dem Schwerpunkt Digitale Kulturen der TU Chemnitz.
Bei der Konferenz kamen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie internationale Gäste zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von Bildung im Kontext digitaler Transformationen, gesellschaftlicher Polykrisen und globaler Veränderungsprozesse zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nachhaltiger Bildungsentwicklung, kritische Perspektiven auf interkulturelle Kommunikation, Ungleichheiten in internationaler Mobilität sowie die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf Hochschulen und Gesellschaft.
In seiner Keynote „Avenues in Polycrisis Times for Sustainable Futures in Vocational Education: A Cross-Cultural, Systematic and Historic View on Vocational Education“ sprach Prof. Dr. Volker Bank über Möglichkeiten, Berufsbildung in Zeiten multipler Krisen neu zu denken. Sein Vortrag verband historische, systematische und kulturvergleichende Perspektiven auf berufliche Bildung und thematisierte deren Bedeutung für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. In seiner Präsentation machte er deutlich, dass der Schlüssel zum Umgang mit den meisten Krisen in einer Berufsausbildung liege. Ein Copy-and-Paste (sogenanntes Policy Borrowing) habe jedoch keine Aussicht auf Erfolg. Die in Chemnitz entwickelte Berufsbildungstheorie bietet jedoch alle Werkzeuge, um ein eigenes marokkanisches Berufsbildungswesen zu konstruieren.
Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García widmete sich in ihrer Keynote „Fuzzy Futures: Interculturality as an Emergent Social Imaginary in Times of Polycrisis“ den Verflechtungen von Interkulturalität, gesellschaftlichen Imaginationen und postdigitalen Lebenswelten. Im Fokus standen die Spannungen zwischen dominanten und emergenten sozialen Imaginären, die häufig von essentialistischen Kulturverständnissen geprägt sind. Darüber hinaus wurde die Frage aufgeworfen, wie Interkulturalität unter Bedingungen von Unsicherheit, Digitalisierung und Polykrisen als dekoloniale Praxis verstanden werden kann.
Die Keynotes wurden durch Panels und Diskussionen marokkanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Themen wie Mehrsprachigkeit an marokkanischen Universitäten, Übersetzungsprozessen zwischen Arabisch und anderen Sprachen, epistemischer Gerechtigkeit, digitaler Transformation, Künstlicher Intelligenz in Bildungsprozessen sowie Kritik an westlich geprägten Modellen interkultureller Kommunikation ergänzt.
Die Einladung der beiden Forschenden der TU Chemnitz steht im Kontext eines vertieften wissenschaftlichen Austauschs, der durch den „Visiting-Professor-Scholar-Aufenthalt“ von Prof. Dr. Benachour Saidi von der Mohamed First University in Marokko an der Juniorprofessur Interkulturelle Praxis mit Schwerpunkt Digitale Kulturen der TU Chemnitz initiiert und gestärkt wurde. Prof. Dr. Benachour Saidi weilte während seines Aufenthalts von September 2025 bis Januar 2026 an der TU Chemnitz und brachte sich in mehrere Lehrveranstaltungen des Studiengangs Interkulturelle Kommunikation ein.
Die internationale Tagung in Marokko bot darauf aufbauend ein Forum für interdisziplinären Dialog und wissenschaftliche Vernetzung zwischen Forschenden aus unterschiedlichen akademischen und kulturellen Kontexten. Besonders hervorgehoben wurden die intensive Beteiligung der Studierenden sowie die offene und dialogorientierte Atmosphäre der Veranstaltung.
(Autorinnen/Autoren: Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García , Prof. Dr. Volker Bank, Anne Eichhorn)
Anne Eichhorn
26.05.2026