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Rückblick auf den 2. Tag der Lehre: 200 Teilnehmer diskutierten über viele Facetten des Alltages von Lehrenden und Studierenden

Mit einem umfassenden und vielseitigen Programm förderte der 2. Tag der Lehre der Technischen Universität Chemnitz am 27. November 2014 viele Seiten und Taten guter Lehre zu Tage. Allen voran zeigten sich viele Gesichter, die sich mit guter Lehre identifizieren, sie tagtäglich leben und weiterentwickeln. So ganz besonders der Keynote-Speaker Prof. Dr. Martin Wagner, der gleich zu Beginn die geringe Wertschätzung von Lehrleistungen anhand seines C.V. exemplarisch verdeutlichte. „Auf vier Seiten Informationen zu ausgewählten und exzellenten Forschungsprojekten, Publikationen, Ehrenämtern und Gremienleistungen kann man vielleicht an zwei kleinen bullet points meine Kompetenzen in der Lehre ableiten“, so Wagner. In diesem wenig ausbalancierten Spielfeld zwischen Forschung und Lehre gewinnen häufig die Drittmittelstarken. „Jedoch ist Drittmittelstärke nicht mit Forschungsstärke gleichzusetzen“, sagt Wagner. Er lädt die Gäste ein, Lehre und Forschung nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie stärker miteinander zu verbinden: „Ein positives Signal wäre zum Beispiel eine Zulage für Leistungen in der Lehre in den Budgetverhandlungen zwischen Professoren und der Universitätsleitung. Auch in den Berufungsverhandlungen sollte die Lehrprobe stärker ins Gewicht fallen.“

Prof. Wagner, der an der Professur für Werkstofftechnik bereits 2011 ein Leitbild für Lehre entwickelt hat, seine Vorlesungen zum Nacharbeiten digital aufzeichnet und verfügbar hält, erklärt: „Das wichtigste ist, den Studierenden die Begeisterung für das Thema zu vermitteln. Authentisch zu zeigen, warum ein Thema spannend und wichtig ist, das ist entscheidend.“ Begeistert waren alle Gäste der Auftaktveranstaltung, als sie sich mit Clickern – einem interaktiven Abstimmungssystem für Lehrveranstaltungen – von den Vorzügen einer teilnehmerorientierten und aktivierenden Lehrveranstaltung live überzeugen konnten.

In den anschließenden Sessions, die thematisch entlang der Struktur des Leitbild Lehre der TU Chemnitz orientiert waren, wurden neben Tutoren, Beratenden oder Akteuren der Qualitätssicherung vor allem Studierende und Lehrende angesprochen, die sich für gute Lehre und deren Weiterentwicklung stark machen wollen. „Mir persönlich hat die Session deutlich gemacht, dass Beratung an der TU Chemnitz an Bedeutung gewonnen hat und als wichtige Tätigkeit im universitären Umfeld durch verschiedene Initiativen in den vergangenen zwei Jahren aufgewertet werden konnte. Das verbuche ich als großen Erfolg für die Studierenden und alle beratenden Mitarbeiter“, sagt Stephanie Grützner, Teilnehmerin der Session „Beratung und Betreuung innerhalb und außerhalb der Lehre“.

In der Session „Methoden und viel mehr“ informierten sich die Teilnehmer aus verschiedenen Fachbereichen der TU Chemnitz über vielfältige Angebote zur Unterstützung in der Hochschullehre. Die intensiven Gespräche mit den Lehrenden „waren für uns eine wichtige Quelle, um etwas über die aktuellen fachspezifischen Herausforderungen in der Lehre zu erfahren“, so Sandra Kube vom Projekt „Lehrpraxis im Transfer“, die die Session mit Kollegen aus Leipzig und Chemnitz gestaltete. Besonders interessiert zeigten sich die Lehrenden an der neu entwickelten Shortcut-Reihe, die in einer parallelen Session am Tag der Lehre eröffnet wurde und bereits am 12. Dezember 2014 mit Prof. Dr. Udo Rudolph fortgesetzt wird, der zur Motivation in der Hochschullehre sprechen wird. Neben der Shortcut-Reihe begrüßten die Session-Besucher das Hospitationsangebot der Mitarbeiter von „Lehrpraxis im Transfer“ sehr. „Hospitationen lassen sich leicht in den Lehralltag integrieren und ermöglichen es, mit überschaubarem Zeitaufwand Anregungen für Verbesserungen in der Lehre zu gewinnen“, so Christian Silbermann von der Fakultät für Maschinenbau, der sich zudem wünscht, dass der Erwerb des Sächsischen Hochschuldidaktik-Zertifikats von der Hochschule und an den Professuren mehr gefördert wird. Interesse an einem Facharbeitskreis, der an der Universität Leipzig ins Leben gerufen wurde, bekundete Peter Stollmann, Dekan der Fakultät für Mathematik. „Im Facharbeitskreis sollen Wege erarbeitet werden, um die Mathematikausbildung am Übergang von der Schule ins Studium effektiv zu gestalten“, erläuterte Doreen Kietz aus Leipzig. Das sei auch für Chemnitzer Lehrende sehr interessant, ergänzte Professor Stollmann. Am Ende der Session stand für alle Teilnehmer fest, welches Unterstützungsangebot sie bald sehr gern selbst für ihre Lehrtätigkeit in Anspruch nehmen möchten. Gunter Süß von der Hochschule Mittweida bedankte sich sehr für die informative Session und äußerte, dass er einige Anregungen - insbesondere die Shortcut-Reihe betreffend - an seine Heimathochschule mitnehmen werde.

Zum Abschluss bezog Prof. Dr. Christoph Fasbender, Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung, besonders die Studierenden ein, gute Lehre mitzugestalten. In der Diskussion mit zwei Studierenden, die aus den studentischen Sessions „Diversity Tandems“ und „Universitäre Lehre im Kopfstande“ berichteten, wurde gemeinsam mit dem Plenum überlegt, wie universitäre Lehre funktionieren soll. Neben Inhalten, Methoden und Rahmenbedingungen wurde auf vielen Ebenen diskutiert. Einem zentralen didaktischen Grundprinzip folgend, schlussfolgerte Evelina Koch, Masterstudentin der Berufs- und Wirtschaftspädagogik: „Jeder – egal ob Lehrender oder Lernender – muss sich seiner Ziele bewusst sein.“

Der 2. Tag der Lehre vernetzte, informierte, bewegte rund 200 Teilnehmende und zeigte, wo die Gedanken des Leitbild Lehre in seinen unterschiedlichen Facetten bereits lebendig sind.

(Autorin: Dr. Maria Worf)

Mario Steinebach
03.12.2014

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