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Weltpremiere: Interaktive Wabenbrücke über der Chemnitz

Strukturleichtbau-Experten der TU sind an der Entwicklung einer einzigartigen Fußgängerüberführung beteiligt, die neben der ehemaligen Haase-Fabrik den Fluss überspannt

Über diese Bogen-Brücke kann man zwar offiziell noch nicht gehen, aber sie verbindet bereits beide Ufer der Chemnitz neben der ehemaligen Haase-Fabrik an der Rochlitzer Straße. Hier wird 2015 der Foto-Dienstleister Baby Smile einziehen. Und die Kinder der Mitarbeiter erreichen eines Tages über diese Brücke die Betriebskindertagesstätte, die jedoch noch gebaut wird.

Die bereits jetzt weit sichtbare Brücke ist eine Leichtbau-Konstruktion aus Tragsegmenten aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) in Kombination mit Stahl sowie Faser- und Textilbeton in Verbundbauweise. Sie ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojektes der Chemnitzer Firmen Fiber-Tech Group und Steelconcept sowie des Bauunternehmens Hentschke aus Bautzen in Zusammenarbeit mit der Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der Chemnitzer Universität unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Kroll sowie des Sächsischen Textilforschungsinstituts, einem An-Institut der TU. In dem von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) geförderten Projekt entstanden Leichtbau-Waben-Module aus Hybridwerkstoffen, die erstmals für tragende Strukturen in einem Brückenbauwerk eingesetzt wurden. Die Planung des Bauwerks erfolgte durch das Ingenieurbüro Schulze&Rank in Anlehnung an den Entwurf von Beier.Steiner Architekten und Ingenieure. Forschungsleistungen zur Brücke wurden aus Mitteln des ESF "Europäischer Sozialfonds" gefördert.

„Diese einhüftige Bogenbrücke besteht aus einem überspannten Rohrbogen und einer Trägerunterkonstruktion. Am Bogen wird die GFK-Waben-Gehbahn mittels zweier Hängerpaare angehängt. Die Lagerung der Gehbahn erfolgt beidseitig des Flusses auf Widerlagern in modularer Betonverbundbauweise“, erläutert Dr. Sandra Gelbrich, Leiterin der Fachgruppe "Leichtbau im Bauwesen" an der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung. Durch eine LED-Beleuchtung in den Waben seien neben einer gleichmäßigen Beleuchtung auch verschiedene Lichtszenarien möglich, die Passanten beim Überqueren der Brücke über im Bauwerk integrierte textilbasierte Sensoren auslösen können.

Voraussichtlich Mitte nächsten Jahres wird die neue Brücke vom Bauherrn offiziell in Betrieb genommen. Die Firma Baby Smile wird nach eigener Aussage Fachleuten und anderen Interessenten den Zugang zu der auf ihrem Gelände gelegenen Überführung ermöglichen.

Hinweis: Die neue Brücke wird auch zum Chemnitzer LeichtBAU-Forum am 17. Dezemer 2014 präsentiert.

Weitere Informationen zur Brückenkonstruktion erteilt Dr. Sandra Gelbrich, Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, Telefon 0371 531-32192, E-Mail sandra.gelbrich@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
01.12.2014

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