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Vorlesung im Seniorenkolleg mit Gebärdendolmetscher

Das Seniorenkolleg an der TU Chemnitz engagiert sich für die Inklusion aller Menschen im Sinne der UN-Behindertenkonvention – Angebot für Gehörlöse erlebte Premiere und soll ausgebaut werden

  • Der wissenschaftliche Leiter des Seniorenkollegs, Prof. Dr. Roland Schöne (r.), begrüßte als Referenten den Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Stephan Pöhler. Foto: Seniorenkolleg

An der Vorlesung des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Stephan Pöhler, im Seniorenkolleg an der TU Chemnitz vor 600 Teilnehmenden nahmen erstmalig auch gehörlose Gäste teil. Damit diese Gehörlosen auch seinen Ausführungen zum Thema „Sachsen auf dem Weg zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – Stand & Perspektiven – Inklusion dargestellt am Beispiel von Menschen mit Gehörlosigkeit“ folgen konnten, wurde diese Vorlesung durch die Chemnitzer Gebärdendolmetscherin Katrin Floss in die Gebärdensprache übertragen.

Im ersten Teil seiner Vorlesung am 18. November 2014 berichtete Pöhler über den Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Sachsen und benannte auch noch bestehende Defizite, zum Beispiel im Bereich des Hochschulwesens. Er würdigte die Bemühungen des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz, erstmalig in Sachsen eine Vorlesung eines Seniorenkollegs durch eine Gebärdendolmetscherin für Gehörlose zu übersetzen. Im zweiten Teil erläuterte der Referent, der zugleich als Trainer für Gebärdendolmetscher tätig ist, den Aufbau der Gebärdensprache und sprach sehr anschaulich zu bestimmten Gebärden und ihrer Bedeutung.

Gegenwärtig gehören zu den 1.000 Teilnehmenden des Seniorenkollegs auch ca. 150 Menschen mit einer anerkannten Behinderung, darunter auch Teilnehmende mit Hörbehinderungen. Die Vorlesung gewährte vielen Senioren einen bisher wenig bekannten Einblick in die Kommunikationsmöglichkeiten mit Gehörlosen und fand somit große Aufmerksamkeit. Der Vortrag regte viele Fragen der Teilnehmenden an, und auch die anwesenden gehörlosen Gäste beteiligten sich mit Unterstützung der Gebärdendolmetscherin an der Diskussion. Die Gäste bedankten sich für diese neue Form von Vortragsveranstaltungen für Ältere an sächsischen Universitäten, die damit erstmalig auch für sie verständlich werden. Gern würden sie zu ausgewählten Vorlesungen wiederkommen.

In seiner Vorlesung im Seniorenkolleg im Juli 2014 hatte der Vorsitzende der Stiftung Aktion Mensch, Armin von Buttlar, erfolgreiche Inklusionsprojekte aus der Chemnitzer Region vorgestellt und über die bestehenden Fördermöglichkeiten der Stiftung Aktion Mensch informiert. Daraufhin hatte das Seniorenkolleg einen Förderantrag gestellt und hofft auf eine baldige Entscheidung, um weiterhin Vorlesungen mit Gebärdendolmetscher und mit Livestream-Übertragung im Internet anbieten zu können.

Das Seniorenkolleg an der TU Chemnitz wird sich auch zukünftig für die Inklusion aller Menschen im Sinne der UN-Behindertenkonvention engagieren. Mittels einer im Hörsaal N 115 verlegten Induktionsschleife erfolgt die Tonübertragung zu Hörgeräten der Teilnehmenden. Bei Bildungsexkursionen hat sich das drahtlose Tour-Guide-System des Seniorenkollegs sehr bewährt und sichert besten Empfang der Erläuterungen bei Führungen und Besichtigungen mit einer Gruppe von 50 Teilnehmenden. Eine neue Rampe am Gebäude Thüringer Weg 5 ermöglicht die problemlose Zufahrt gehbehinderter Senioren als auch behinderter studentischer Praktikanten, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, zum Büro des Seniorenkollegs. Gegenwärtig laufen die technischen Erprobungen zur Übertragung der Vorlesungen aus dem Seniorenkolleg an ausgewählte Einrichtungen als Livestream im Internet. Auf diese Weise könnten zukünftig auch Vorlesungen mit Gebärdendolmetschern an einen größeren Kreis von Gehörlosen übertragen werden, was auch an diesem Tag getestet wurde. Leider sind die technischen Voraussetzungen zum Empfang dieser Vorlesungen per Livestream erst an wenigen Standorten vorhanden.

(Autor: Prof. Dr. Roland Schöne)

Katharina Thehos
24.11.2014

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