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Wissen schafft Brücken

Acht tunesische Studentinnen kamen jüngst über das internationale STEP-Programm an die TU Chemnitz, um ihre Kenntnisse praktisch anzuwenden - Eine von ihnen war Masterstudentin Sabrine Khriji

  • Acht tunesische Studentinnen vertieften ihr Wissen jüngst im Rahmen des Austauschprogrammes STEP an der TU Chemnitz - von links:Dhouha El Houssaini, Sabrine Khriji, Ghada Bouattour, Hasna Dhehibi, Fatma Mares, Aicha Ben Hamouda, Rouhda Saida und Sondes Titi. Foto: Dhouha Bouchaal

In der aktuellen Zeit der fortschreitenden Globalisierung nimmt die wissenschaftliche Zusammenarbeit verschiedener Länder in vielen Forschungsbereichen eine zunehmend zentrale Rolle ein. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (kurz DAAD) fördert diesen Gedanken des internationalen Wissensaustausches - beispielsweise mittels der Organisation und Durchführung von universitären Partnerschaftsprogrammen. Ein solches Programm ist auch das „Start your Technological and Entrepreneurial Project” (STEP) zwischen der Technischen Universität Chemnitz und der tunesischen Ecole Nationale d’ingeniéurs de Sfax.

Acht Studentinnen kamen durch das akademische Austauschprogramm jüngst nach Chemnitz, darunter auch Sabrine Khriji. „Bereits am 17. Dezember 2012 gab es ein Videogespräch mit dem zuständigen Auswahlkomitee“, so die aus Gabes, Tunesien, stammende Studentin. Nach dem Meistern dieser Hürde war der Weg nach Deutschland geebnet – Khriji wurde schließlich ausgewählt, ihr Projekt „Automated irrigation system based on wireless sensor networks“ an der TU Chemnitz weiter zu erforschen. Dieses Vorhaben wurde schließlich vom 20. September bis 31. Oktober 2014 realisiert: „Am 20. September konnte ich mein Forschungsprojekt bereits im Rahmen der internationalen IMEKO Konferenz vorstellen“, erzählt die Austauschstudentin stolz. Anschließend habe sie vor allem im Labor der Professur Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz ihre Forschung vorangetrieben und letztlich erfolgreich abgeschlossen. Dabei lobt die Studentin, die an ihrer Heimatuniversität gerade den Master „Embedded Systems“ absolviert, auch die hervorragenden Bedingungen, die sie hier vorgefunden habe. Neben der technisch exzellenten Ausstattung sei vor allem das soziale Umfeld ein großer Motivationsschub gewesen: „Ich habe alle aus unserer Gruppe ins Herz geschlossen. Auch die Mitarbeiter und Professoren, allen voran Frau Prof. Dr. Olfa Kanoun, waren stets hilfsbereit und sehr freundlich.“ Ungewöhnlich sei indes gewesen, dass in den technischen Studiengängen hierzulande ein so niedriger Frauenanteil herrscht. „An meiner Heimatuniversität in Sfax sind auch in meinem Studiengang Embedded Systems die Hälfte der Studenten weiblich“, betont die Tunesierin.

Die organisatorischen Aspekte des Austauschprogramms seien stets problemlos verlaufen. „Sowohl unser Aufenthalt in Chemnitz, als auch Hin- und Rückflug wurden vom DAAD übernommen. Das erleichterte das ganze Projekt enorm“, so die Austauschstudentin. Auch für die Stadt Chemnitz findet die tunesische Studentin positive Worte. Vor allem die allgemeine Ruhe und die angrenzende Natur empfand sie als angenehm. Doch auch die Chemnitzer Sehenswürdigkeiten und Museen besuchte Khriji oft und nutzte hierfür die - vor allem im Vergleich zu ihrer Heimatstadt - sehr gute Verkehrsanbindung. „Zudem habe ich hier viele Freunde kennengelernt, mit denen ich meine Freizeit verbracht habe“, so die Masterstudentin: „Dennoch freue ich mich jetzt darauf, zu Hause meine Familie wiederzusehen.“ Auch die Sprachhürde galt es für die Nachwuchsforscherin zu überwinden: „Im universitäten Kontext und im Umgang mit Freunden nutzte ich zumeist die englische Sprache. Lediglich wenn jemand ausschließlich deutsch sprach, kam es ab und an zu Verständnisschwierigkeiten.“

Wenn alles nach Plan läuft, wird Khriji bald nach Deutschland zurückkehren: „Ich habe meine Zeit an der TU Chemnitz sehr genossen. Daher möchte ich nach meinem Masterabschluss auch hier an der Professur für Mess- und Sensortechnik promovieren.“ Langfristig gesehen möchte die tunesische Studentin anschließend auch in Deutschland leben und arbeiten.

(Autor: Martin Blaschka)

Katharina Thehos
20.11.2014

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