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Unterwegs im Dreiländereck

Ziel3-Projekt „Kulturweg der Vögte“ fördert den Austausch zwischen Universität und Öffentlichkeit – touristische Vermarktung von Geschichte wissenschaftlich untersucht

  • Die Stadt Greiz mit ihren Museen zur Geschichte der Vögte / Reußen im Oberen Schloss und Unteren Schloss (im Bild) soll der zentrale Ausgangspunkt der geplanten Route sein. Foto: Wolfgang Pehlemann, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Das öffentliche Interesse für Geschichte hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Nicht nur Großereignisse wie der Erste Weltkrieg, sondern vor allem auch regionale Begebenheiten und Bezüge spielen dabei eine wichtige Rolle. Praktiker und Wissenschaftler arbeiten nun in einem gemeinsamen Projekt, um im südwestsächsischen Dreiländereck des Vogtlandes die Historie touristisch nutzbar zu machen: Der grenzüberschreitende „Kulturweg der Vögte“ soll ein bedeutender Bestandteil im Rahmen der Tourismusregion „Vogtland – länderübergreifend in den Freistaaten Sachsen und Thüringen“ werden.

Die konzeptionelle Vorbereitung dieser touristischen Route, deren Vorbild die „Straße der Romanik“ in Sachsen-Anhalt ist, erfolgt im Rahmen eines durch die Europäische Union bis März 2015 geförderten Ziel3/Cíl3-Pilotprojektes. Leadpartner ist der Verein „Dialog mit Böhmen e.V.“ in Greiz, für die TU Chemnitz ist die Professur für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas von Prof. Dr. Stefan Garsztecki beteiligt. Weitere Kooperationspartner sind das Staatliche Gebietsarchiv in Cheb (Eger), das Vogtlandarchiv Schloß Voigtsberg in Oelsnitz/V. und die Euregio Egrensis AG Sachsen/Thüringen in Plauen.

Die Arbeiten in Chemnitz beziehen sich vor allem auf die Erstellung einer Imagebroschüre und die Konzeption einer Fotowanderausstellung, die entlang der geplanten Route – mit Greiz als Mittelpunkt – in Thüringen, Sachsen und Westböhmen gezeigt werden soll. „Die damit einhergehende Vertiefung des historischen Wissens über die Region kann langfristig zur Stärkung der regionalen Identität und damit zur Bindung der Bewohner an ihre Heimat beitragen“, erklärt Garsztecki eine der Motivationen hinter dem Projekt. Ähnlichen Zielen hatte sich bereits das Vorgängervorhaben „Grenzüberschreitungen – Neue Wege von Land zu Land“ verschrieben, das von 2011 bis 2013 ebenfalls im Rahmen des Ziel3/Cíl3-Programmes durchgeführt wurde. Hier hatte sich die Professur für Europäische Regionalgeschichte von Prof. Dr. Miloš Rezník, seit April Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Warschau, neben anderen Partnern federführend eingebracht.

Im Rahmen dieses Projektes wurde unter anderem auch das Thema „Touristische Vermarktung von Geschichte“ auf einer Tagung im September 2013 wissenschaftlich analysiert. Historiker sowie Praktiker aus den Bereichen Museum, Tourismus und Stadtmarketing aus Deutschland, Österreich, Polen und Tschechien waren in Greiz zusammengekommen, um zu untersuchen, welche Rolle der Tourismus für den Wandel der gesellschaftlichen Relevanz von Geschichte auf individueller und überindividueller Ebene spielt, wie diese Umwandlungen durch den Tourismus mitgeprägt werden oder aber selber den Tourismus prägen. Der zugehörige Tagungsband erscheint in Kürze in der Reihe „Studien zur Europäischen Regionalgeschichte“ im Verlag Edition Kirchhof & Franke (Berlin/Leipzig). Er wird von Rezník gemeinsam mit Katja Rosenbaum, Leiterin des Stadt- und Brauereimuseums im brandenburgischen Pritzwalk und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Europäische Regionalgeschichte, herausgegeben.

Weitere Informationen erteilt Ilona Scherm, Telefon 0371 531-34503, E-Mail ilona.scherm@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Martin Munke)

Katharina Thehos
07.07.2014

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