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Messen im Extrembereich hat hohes Entwicklungspotenzial

Corant präsentiert bis zum 5. Juni 2014 erste Forschungsergebnisse auf der Nürnberger Messe Sensor + Test in Nürnberg – Projekt mausert sich zu einem weiteren Spin-off der TU Chemnitz

Ob im Stahlwerk, in einer Gießerei oder in anderen Bereichen, wo hohe Temperaturen beherrscht werden müssen, steht die Überwachung des Schmelzgutes im Mittelpunkt. Unbeabsichtigte Schwankungen der Temperatur können hier für die Qualität von Legierungen, die zum Beispiel im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen sollen, verheerende Folgen haben. Experten des "Corant Technology Network", einem Zusammenschluss von produkt- und technologieorientierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen, sind deshalb auf dem Gebiet der energie- und ressourceneffizienten Hochtemperaturmessung und -überwachung neue Wege zu gehen. Zu dem über Sachsen hinaus gehenden Netzwerk gehören auch das Institut für Physik der Technischen Universität Chemnitz sowie die Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen gemeinnützige GmbH (KVB), ein An-Institut der TU.

Im Rahmen eines mehr als zweijährigen Forschungsprojektes wurde ein Messsystem zur Kontaktmessung von sehr hohen Temperaturen im Bereich von 1.200 bis 1.600 °C entwickelt. Das Messsystem ist vergleichbar mit einem in Metallschmelzen eintauchbaren Thermometer und lässt sich in zwei wichtige Komponenten zerlegen: ein Sensorelement im Kern (engl. core), das die Temperatur elektronisch auslesen lässt sowie einen Außentubus, der wie ein Mantel das Sensorelement vor aggressiven Schmelzen und oxidierenden Atmosphären schützt. Daher auch der Name des Systems "Corant". Die durch Corant messbar gemachten sehr hohen Temperaturen werden zum Beispiel in Stahlschmelzen, in Feingießereien, in denen zum Beispiel Titan verarbeitet wird, sowie in der Zement- und Glasindustrie erreicht. Die Entwicklung des Sensorelementes oblag dem Institut für Physik der TU, die Materialentwicklung für die Beschichtung des Schutztubus wurde vom Institut KVB realisiert.

"Viele Firmen bekunden bereits ihr Interesse an einem derartigen Messsystem, welches deutliche Mehrwerte schaffen würde, da derzeit keine verlässliche oder gar keine Temperaturmessung im angestrebten Temperaturbereich möglich ist und somit auch keine damit verbundene Prozesskontrolle stattfinden kann", sagt Mario Körösi, kaufmännischer Leiter und Mitgründer bei Corant. Die Innovation in eine neue Firma zu überführen, wird beflügelt durch eine erfolgreiche Finanzierung durch den vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten "EXIST Forschungstransfer". Mehr als 500.000 Euro stehen den ausgründungswilligen Forschern der TU Chemnitz nun für den Wissens- und Technologietransfer für die Weiterentwicklung des Sensors und den Weg zum Start-up-Unternehmen zur Verfügung.

Noch bis zum 5. Juni 2014 ist Corant auf der Nürnberger SENSOR + TEST am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ anzutreffen. In der Halle 12, Stand 261, soll wird das Messsystem Sensoranbietern und potentiellen Industrieanwendern vorgeführt. Das Corant-Team erhofft sich vom Messebesuch weitere Industriekontakte insbesondere zu Anlagenbauern, welche das System im Rahmen kompletter Anlagenlösungen integrieren könnten. „In den vergangenen Monaten hat sich in Gesprächen mit interessierten Unternehmen zudem gezeigt, dass Anwendungsfelder für unsere Sensoren existieren, an welche wir bisher noch gar nicht gedacht haben“, führt Körösi aus, „Die Anwendungsbereiche liegen nicht mehr allein in Schmelzen. Das Messen im Ultrahochtemperaturbereich ist für die Industrie vielerorts eine offene Baustelle“. Bis zum Projektende im Frühjahr 2015 sei es das Ziel, die ersten angepassten Prototypen für einen Einsatzbereich herzustellen und zu beweisen, dass diese den rauen Bedingungen am Einsatzort standhalten. Gelingt dies, finanziert das Bundesministerium den Start des Unternehmens im Rahmen einer zweiten Projektförderphase.

Weitere Informationen erteilen Dr. Daniel Lehmann, Telefon 0371 531-35667, daniel.lehmann@physik.tu-chemnitz.de, sowie Mario Körösi, Telefon 0371 531-32642, E-Mail mario.koeroesi@corant.de.

Mario Steinebach
04.06.2014

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