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  • Zar Nikolaus II. (1868-1918) trat 1914 als entschlossener Gegner des Deutschen Kaiserreichs und Kaiser Wilhelms II. auf. Der von Russland glücklos geführte Krieg zog 1917 zwei Revolutionen nach sich, die Nikolaus II. zur Abdankung zwangen und schließlich 1918 zur Ermordung der gesamten Zarenfamilie führten. Bildquelle: Wikipedia: Nicholas II of Russia painted by Earnest Lipgart.jpg
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Untergang der alten Welt

Ringvorlesung "Sachsen, Europa und der Erste Weltkrieg": Dr. Erik Lommatzsch spricht am 4. Juni 2014

Im nächsten Vortrag der Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Erste Weltkrieg“ widmet sich Dr. Erik Lommatzsch (Mannheim) dem Thema „Untergang der alten Welt. Das Ende der europäischen Monarchien“. Die öffentliche Vorlesung beginnt am Mittwoch, dem 4. Juni 2014, um 19 Uhr im Raum NK 003 im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90. Der Eintritt ist frei.

Zweifellos stellt der Untergang einer ganzen Reihe europäischer Monarchien, darunter dreier Kaiserreiche, eines der zentralen Ergebnisse des Ersten Weltkrieges dar. Der Thronverzicht und die Abdankung regierender Herrscherhäuser, etwa der Hohenzollern, der Habsburger und der Romanows machten 1917 bzw. 1918 jedoch nicht allein den Weg frei für die Entwicklung neuer Gesellschaftsmodelle in Deutschland, Österreich und Russland. Sie zogen darüber hinaus in Ost- und Ostmitteleuropa eine Renaissance zahlreicher Nationalstaaten nach sich, die bis dahin insbesondere in den Vielvölkerreichen Österreich-Ungarn und Russland aufgegangen waren und die die Konflikte zur Konstituierung ihrer Staatlichkeit teils gewaltsam austrugen. Vor allem in Deutschland und in Deutsch-Österreich zog der Wandel von der Monarchie zur Republik für nicht wenige Bürger ein Gefühl des Verlusts nationaler Identität nach sich. Dieser äußerte sich in einer allenfalls widerwilligen Loyalität zur nunmehr in beiden Staaten entstandenen „westlichen Demokratie“ und bereitete den Boden für die Radikalisierung des politischen Denkens und Handelns in den Folgejahren.

Erik Lommatzsch, Jahrgang 1974, studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Leipzig und Bologna und wurde 2006 mit einer biographischen Studie über Hans Globke promoviert. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim.

(Autor: Dr. Hendrik Thoß)

Katharina Thehos
03.06.2014

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