Navigation

Inhalt Hotkeys
Pressestelle
„Uni aktuell“-Meldungen
Uni aktuell Internationales

Nachhaltige Partnerschaft trägt Früchte

Im Rahmen der Transformationspartnerschaft zwischen der TU Chemnitz und der École Nationale d`ingénieurs de Sfax in Tunesien promovieren vier Forscher an der Professur für Mess- und Sensortechnik

  • Sie forschen im Rahmen der deutsch-arabischen-Transformationspartnerschaft an der Professur Mess- und Sensortechnik: Slim Naifar und Issam Chaour (hinten v.l.) sowie Sonya Bradai und Bilel Kallel (vorne v.l.). Foto: Damaris Diener

Nach der arabischen Revolution im Jahr 2011 hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) die deutsch-arabische-Transformationspartnerschaft mit Tunesien und Ägypten ins Leben gerufen, um arabische Universitäten in den Bereichen Forschung und Lehre in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Die TU Chemnitz ist die einzige deutsche Universität, die im Fachbereich Elektrotechnik an diesem Programm teilnimmt und Studenten, Doktoranden und Professoren die Möglichkeit gibt, mit Chemnitzer Wissenschaftlern zu kooperieren. Die Ingenieurhochschule in Sfax gehört zu den renommiertesten Universitäten des Landes und hat langjährige Erfahrungen mit internationalen Kooperationen, insbesondere mit Frankreich und den USA.

Die Transformationspartnerschaft mit der Universität École Nationale d`ingénieurs de Sfax (ENIS) besteht seit März 2012. Die Inhaberin der Professur für Mess- und Sensortechnik an der TU Chemnitz, Prof. Dr. Olfa Kanoun, ist gebürtige Tunesierin und bildet die Schnittstelle zwischen den beiden Universitäten. Ziel der Partnerschaft ist es, Wissen und Kompetenzen auszutauschen, die deutsch-tunesische Zusammenarbeit zu stärken und neue Wege zur Verknüpfung von Forschung und Industrie zu finden. Workshops und Vortragsreihen werden in beiden Ländern organisiert, um die Kooperation zwischen beiden Universitäten zu fördern. Außerdem umfasst die Transformationspartnerschaft das Programm "STEP: Start Technological and Entrepreneurial Projects", bei dem Studierende ihre Diplomarbeiten unter Betreuung deutscher und tunesischer Dozenten schreiben können. "In dem Projekt werden sowohl der akademische Aspekt als auch der unternehmerische Gedanke berücksichtig. Die Studierenden schlagen eigenständig ein Thema für ihre Diplomarbeit vor, indem sie Chancen für eine Ausgründung sehen. Die Themen werden von einer Kommission evaluiert und danach werden die Studierenden von Dozenten fachlich beraten und unterstützt", erklärt Prof. Kanoun. Aus der Partnerschaft ist außerdem der Studiengang Embedded Systems hervorgegangen, der die Bereiche Elektrotechnik und Software verbindet und sowohl an der École Nationale d`ingénieurs de Sfax, als auch an der TU angeboten wird. "Während des Studiums können die Studierenden problemlos für Praktika oder Abschlussarbeiten oder sogar für komplette Semester in das Partnerland gehen, da die Studieninhalte aufeinander abgestimmt sind", sagt Kanoun.

Zurzeit forschen vier tunesische Doktoranden im Bereich der Energiegewinnung und -versorgung an der Professur für Mess- und Sensortechnik. "Wir freuen uns sehr, dass diese Partnerschaft besteht und wir dadurch hervorragende Forscher bei uns an der Professur aufnehmen können. Alle vier sind sehr ambitioniert und besonders leistungsfähig", so Kanoun. Eine der vier Doktoranden ist Sonya Bradai, die bereits 2013 ihre Masterarbeit an der Professur schrieb. Sie entwickelte ein System zur Energieerzeugung mittels Vibration, für die Energieversorgung von an Güterzügen angebrachten GPS-Systemen. Um ihre Forschung weiter zu vertiefen, bewarb sich die 26-Jährige nach ihrer Masterarbeit für ein DAAD-Promotionsstipendium und setzte sich gegen eine große Anzahl von Mitbewerbern durch. "Ich freue mich sehr, im Rahmen des Stipendiums meine Promotion hier an der TU Chemnitz zu verfassen. Das Programm ist nach dem Cotutelle-Verfahren aufgebaut, das heißt jedes Jahr werde ich sechs Monate an der ENIS in Tunesien und dann für sechs Monate in Deutschland sein", so Bradai. Die Tunesierin hat einen beachtlichen Werdegang hinter sich: Nach ihrem Ingenieurdiplomstudium, das sie mit Bestnoten abschloss, entschied sie sich, zusätzlich noch einen Elite-Dual-Master in Robotik zu absolvieren. Den amerikanisch-tunesischen Elitestudiengang, für den es lediglich 20 Plätze bei 400 Bewerbern gibt, beendete sie als eine der drei besten.

Slim Naifar, Bilel Kallel und Issam Chaour sind, genau wie Sonya Bradai, auch Doktoranden an der Professur für Mess- und Sensortechnik und stehen der jungen Frau in nichts nach. Slim Naifar und Bilel Kallel beendeten ebenfalls den Elite-Dual-Master an der ENIS mit ausgezeichneten Abschlüssen, Issam Chaour absolvierte seinen Master in Elektronik in Kooperation mit einer französischen Universität. "Wir haben alle vier schon internationale Luft geschnuppert, aber die Professur überbietet alles. Wir haben hervorragende Kollegen und ein internationales Forschungsumfeld. In so einem Team arbeiten zu dürfen, ist großartig, jeder bringt verschiedene fachliche Impulse mit. Das würde vielleicht nicht überall so gut funktionieren, aber dank Frau Prof. Kanouns Engagement klappt das hier reibungslos", so Chaour. Bilel Kallel schrieb seine Masterarbeit ebenfalls an der Professur und forscht nun über Energietransfer aus dem magnetischen Feld. "Besonders mag ich es, meine neusten Ergebnisse in den Meetings vorzustellen und darüber zu diskutieren", so Kallel. Slim Naifar, der vierte im Bunde, ist vor allem von der guten Ausstattung und Technik der TU begeistert. "Die Bedingungen an der TU sind für meine Doktorarbeit optimal, ich kann mich mit anderen Forschern und Industriepartnern austauschen und enorm viel lernen", so Naifar. Alle vier Doktoranden sind sich einig, dass die Transformationspartnerschaft eine große Chance darstellt und beide Länder und Universitäten bereichert.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Olfa Kanoun, Telefon 0371 531-36931, E-Mail olfa.kanoun@etit.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Damaris Diener)

Katharina Thehos
11.04.2014

Alle „Uni-aktuell“-Artikel
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

Presseartikel